Dieser Bericht ist ein gutes Beispiel dafür, wei ein Teil der Presse arbeitet. Meldungen von interessierter Seite (Es geht um die Existenzberichtigung der fragwürdigen Birthler-Behörde) werden unkritisch übernommen und sensationell aufgebauscht.
Falsch ist, das es sich bei dem Dokument um einen bisher nicht bekannten Fund handelt. Es ist sogar in einer allgemein zugänglichen Publikation veröffentlicht worden. Inhaltlich ohnehin nichts Neues.
Bin gespannt, wei lange es bei der Netzeitung dauert, bis sie merkt, dass sie einer Falschmeldung aufgesessen ist, und wie sie sich dann herausredet.
Wir hatten ja überhaupt keine Zeit, über den Schießbefehl an der Mauer nachzudenken, weil wir uns immer nur mit dem beschäftigen mußten, was vor 70 Jahren passiert ist.
Außerdem haben wir gelernt, immer ein Auge zuzudrücken, wenn Unangenehmes vom linken Spektrum kam, denn das war ja das eigentlich Gute, was nur nicht immer richtig rüberkam. Der Zeitgeist sagte uns doch, daß der Sozialismus siegt.
Spätestens seit den ersten Toten an der Mauer(August 1961!)und dem desillusionierenden Satz von Lothar LOEWE-WDR-Korrespondent "Die schießen weiterhin auf Menschen, als wären es Karnickel"(1976), die mit der sofortigen Ausweisung aus Ostberlin "bestraft" wurde, sollte über die Existenz eines systemimmanenten DDR- Schießbefehls kein Zweifel mehr bestehen. Wenn die Lehren damals, im "Kalten Krieg" nicht begriffen wurden, ist eine nachträgliche durch Medien im Sommerloch geführte "Aufarbeitung" sinn- und zwecklos. Cui bono?
Statt Medienrummel ist ein Blick in die "Tagesarbeit der STASI-Aufarbeitungstelle Magdeburg" vom Oktober 2006 empfehlenswert.
(s.Anlage).
RUNDBRIEF
des Landesbeauftragten für die Unterlagen
des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
des Landes Sachsen-Anhalt
Oktober 2006
Klewitzstraße 4 Telefon: 03 91 - 5 67 50 51 www.stasi-unterlagen.sachsen-anhalt.de
39112 Magdeburg Fax: 03 91 - 5 67 50 60 E-Mail: lstu.lsa@t-online.de (vorübergehend)
Ausführlichere Informationen sowie aktuelle Ergänzungen auf unserer Website unter „Termine“.
• 1.10.Operation Fernsehen – Westkorrespondenten im Visier der STASI...
03.10. (Di) • Marienborn
14. Bitt- und Dankgottesdienst
Gedenkstätte Deutsche Teilung....
Damit hat das hier nichts zu tun.
Hier geht es um Menschen und deren Schicksale, um von ganz oben angordneten Mord und Totschlag, um seelische und körperliche Folterungen, um stabsmäßig geplante Zwangstrennung von Familien, um langjährigen Freiheitsentzug von bis zu 17 Mio. Menschen (ohne rechtskräftiges Urteil), um die Zwangsinfiltrierung kommunistischen, und damit zutiefst menschenfeindlichen Gedankenguts.
Das ist die Realität, und nichts anderes. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, mein halbes Leben in der "DDR" verbringen zu müssen. Meine Eltern oder auch ich selbst hatten nicht die Wahl, eine Schule für mich auszuwählen, die mir neben viel praktischem Wissen auch humanistisches Gedankengut vermittelt hätte. Statt dessen gab es "Staatsbürgerkunde" mit Marx, Engels und Lenin bis zum Abwinken.
Die Verweigerung der Mitgliedschaft bei den "Jungen Pionieren", den "Thälmann-Pionieren" oder in der FDJ hätte entscheidenden Einfluß auf meinen weiteren Lebensweg gehabt. Es gab also faktisch die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Wehrdienstverweigerung endete bei den "Bau- bzw. Spaten-Soldaten", das war nicht gerade vergnügungssteuersüchtig.
Ostalgie ist eine Erfindung von Leuten, die keine Ahnung vom Thema haben.
Eine "Aufarbeitung" hat immer nur insofern stattgefunden, als man sich von den allzu offensichtlichen Übergriffen der Mittäter und Mitläufer des "National"- und "Real"- Sozialismus öffentlich zu distanzieren hatte. Die konformistischen Qualitäten der Täter - ihre Bereitschaft als Spitzel und Befehlsempfänger korporative Interessen gegenüber ihren Mitmenschen gnadenlos "durchzusetzen", also "willige Vollstrecker" zu sein, ist in vielen Organisationen erwünscht. Es gehören hier und heute Mut und ein besonderes Maß an Verantwortungsbewusstsein dazu, kein Mitläufer zu sein. Und es gehört inzwischen schon wieder Mut dazu, die Erfinder und Vollstrecker des Stasi- Systems im "real existierenden Sozialismus" daran zu erinnern, wie Wirtschaft, Ökologie und Moral dort herunterkamen. Das System der organisierten Verantwortungslosigkeit ist mit der DäDäÄrr nicht untergegangen. Es existiert - mit politischer Macht und anwaltlichem Beistand bewehrt - weiter. Es ist für Herrscher und Beherrschte bequem.
Podcast hierzu: SWR 2 "Wissen": "Ist die Welt nicht mehr zu retten - der Fall Rudolf Bahro"
Daß ein Befehl bestand, daran hat ernshaft niemand gezweifelt! "Jetzt haben Sie es auch schriftlich, meine Damen und Herren Staatsanwälte und Richter". Hoffentlich beweisen Sie nun auch den Mut, ggf. bereits abgeschlossene Prozesse soweit wie möglich neu aufzurollen und gegen die zweifellos Schuldigen erneut vorzugehen, und diese nicht in aller Ruhe die von uns zu zahlenden Pensionen und Renten verzehren zu lassen. Die jüngeren dieser Satrappen sitzen ja zu großen Teilen wieder in Amt und Würden sehr zum Verdruß der seinerzeit bereits von Ihnen drangsalierten Zeitgenossen!!! "Handeln Sie, sehr geehrte Verantwortliche!
Die Behauptung, es hätte keinen Schießbefehl gegeben, ist so unsinnig, dass es eigentlich sinnlos ist darauf einzugehen.
Natürlich gab es einen Schießbefehl, anders geht das gar nicht.
Die Armeeangehörigen waren keine freischaffenden Künstler, die mal eben so auf die Pirsch gingen und wenn ihnen danach war Flüchtlinge erschossen haben.
Es waren in der Gesamtzeit der Mauer (meine persönliche Schätzung) 500.000 Wehrpflichtige an der Grenze zu gange.
Eine kleine eingeschworene Gemeinschaft kann man evtl. ohne Befehl zum schießen motivieren. Um eine halbe Million zu lenken, disziplinieren und auf die Aufgabe (egal wie wir die werten) einzuschwören, ist ein Befehl unabdingbar. Das war schon deshalb nötig, um Verweigerer bestrafen zu können. Oder wie wollen die Behörden jemand wegen Befehlsverweigerung bestrafen, wenn gar kein Befehl ausgegeben wurde?
... nun auch die Verbrechen des DDR-Regimes und seiner Mitläufer aufzuarbeiten, in ähnlicher Weise wie man es auch mit unserer NS-Vergangenheit praktiziert. Wenn man dieses Kapitel verdrängt und schönredet, wird niemand daraus eine Lehre ziehen können.
... bei aller Ostalgie...
Die Tatsache der Schüsse an der Mauer ist niemals angezweifelt worden. Die Form der Befehle lässt sich journalistisch hochspielen, um eine Diskussion über die "DDR" wieder ins Rollen zu bringen.
Als ob es noch Leuten gäbe, die die "DDR" wieder aufleben lassen wollten! Stimmt's, Herr Struck?
Nachtigall, ick hör dir trapsen!
2007, sitze ich irgendwo in Deutschland schwitzend mit mehreren in der Sauna. Es stellt sich bald ein ehemaliger Offizier der NVA heraus und der gibt zu verstehen, daß es doch heute wie damals dasselbe ist, die Jungen Leute wollen alle nur in den Goldenen Westen...Ich gebe zu verstehen, daß ich da noch etwas nachdenken muß...Erwidere dann, dass esaber einen Unterschied gibt, der damals Lebensbedrohlich war, der Schießbefehl. Daraufhin er: Ja das war doch bekannt und wer es trotzdem gemacht hat mußte damit rechen, deshalb war das was da mit illegalem Grenzübertritt gemacht wurde immer unverantwortlich. Das sei wie mit der Einhaltung der Verkehrsregeln.
Darüber habe ich sehr viel nachgedacht, wie gesagt das ist die Meinung von einem, ich denke im Ruhestand gut versorgten Offizier, in der Sauna irgendwo in einem Hotel in Deutschland im Jahre 2007...
Man wird ja nochmal nachdenken dürfen, oder...Die Gedanken sind frei, in der Sauna, erst recht, wie die schwitzenden Körper, da kommt alles raus, nicht nur Schweiß....