Pflege

Von der Leyen: „Ohne Ehrenamt kein gutes Alter“

Angesichts einer explodierenden Zahl neuer Demenzerkrankungen in Deutschland hat die Familienministerin vor einer drohenden „menschlichen Katastrophe“ gewarnt. Ohne bürgerschaftliches Engagement bekomme man das Problem nicht in den Griff. Deshalb wirbt von der Leyen für neue Netzwerke der Hilfe.

Lesermeinungen zum Beitrag

18. Mai 2008 16:16

@ Frau Otlo

Chi Tamago (tamago)

Ihre Annahme ist falsch. Die Zahl meiner Kinder ist so hoch, daß ich oft als asozial angesehen wurde/werde. 2 haben eine akademische Ausbildung abgeschlossen, eins studiert zur Zeit, ein weiteres ist auf gutem Weg zum Studium. Alle Untersuchungen zeigen, daß die frühkindliche Erziehung durch die Eltern (stimme zu: Väter haben hier auch eine gewichtige Rolle) das Beste für die Entwicklung des Kindes ist. Es gibt auch Gegenbeispiele, allerdings nur in gesellschaftlichen Randgruppen. Was ist wichtiger, die Karriere der Eltern oder die bestmögliche Entwicklung des Kindes? Meine Prioritätensetzung in dieser Frage ist eindeutig. Verständnis habe ich, wenn andere wegen wirtschaftlichen Zwängen die Prioritäten anders setzen. Selbstverwirklichung bzw. Berufsausübung ist für mich hier aber kein Argument.

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18. Mai 2008 09:29

@Chi Tamago

claudia otlo (claudiao)

Sie schreiben, dass die Kinderbetreuungsplätze "jungen Müttern die Freistellung von Erziehungsarbeit" erlaubt. Vielleicht schauen Sie einmal in das deutsche Grundgesetz und Familiengesetz: 1. Männer und Frauen haben die gleichen Rechte und Pflichten 2. Vater und Mutter sind GEMEINSAM für das Kindeswohl verantwortlich. Erziehungsarbeit ist - auch wenn die deutsche Gesellschaft ein anderes Bild wiederspiegelt - nicht Frauenarbeit / -pflicht, sondern Elternaufgabe. Die Kinderbetreuungsplätze stellen Eltern nicht von der Erziehungsarbeit frei - sie haben offensichtlich keine Kinder, wenn sie meinen, dass sich deren Erziehung auf 08:00-17:00 Uhr werktags beschränkt. Stattdessen erlauben Kinderbetreuungsplätze beiden Eltern, ihrer Erwerbstätigkeit / Beruf nachzugehen.

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18. Mai 2008 00:22

Mal ganz ehrlich

hami yildiz (hamiyildiz)

Erst wird man durch Abgaben und Steuern abgezockt, dann soll man die paar Stunden Freizeit die man hat, auch noch für Fremde vergeuden und die eigene Familie vernachlässigen. Frau von der Leyen, daß in Deutschland zu genüge "bezahlt" wird, wissen Sie ganz genau. Es kann nicht sein daß die Jungen Menschen Schuften sollen und dann noch mal in der Freizeit, die jenigen, die in ihrem Leben immer auf die Pauke gehauen haben, verreist sind und alles genossen haben, keine Kinder gemacht haben auch noch Pflegen sollen. Wieso Prangern Sie nicht die evtl. Ursachen die zur Demenz führen an? Die Ärzteschaft weiß doch ganz genau, durch welche Ursachen die Demenz zumindest gefördert wird. Wenn Arbeitsfähige Menschen mit Beschwerden zum Arzt gehen, werden sie abgefertigt, demgegenüber haben die älteren Generationen `zig Kuren in Anspruch genommen, tonnenweise Medikamente verschreiben lassen, sich wochenlang Krank schreiben lassen und jetzt sind die Kassen leer, nicht nur wegen den "alten". Ausserdem, was machen Sie, die Regierung, mit den Steuereinnahmen? Pi mal Daumen komme ich mindestens auf ca. 60 Steuerarten. Halloooo? MfG

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17. Mai 2008 19:15

Schön gesagt,

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)

aber was tun? Es muß ja nicht immer ein "Amt" sein, auch wenn wir in Deutschland sind. Naheliegend scheinen bei der steigenden Zahl von Alt-Singels die Eigen-Organisation von sog. Alten-WG`s und ( oder in Kombination mit ) Mehr-Generationen-Häusern von Freunden, Bekannten oder sonst zusammenpassend vermutenden Selbstdenkern. Vorhandene Strukturen könnten genutzt werden und eine brauchbare Mischung ergäbe sich durch die viel gerühmte Altersweisheit und -milde und sonst durch notwendige Kombinationen in Anbetracht alltäglicher Selbsthilfenotwendigkeiten. Schwerwiegende Erkrankungen wie Alzheimer o.ä. können auch derartige private Gemeinschaften erheblich belasten und bestenfalls im Einzelfall bewältigt werden - und nur deswegen, weil Pflege und Versorgung auf mehrere Schultern verteilt werden können. Erzwingen läßt sich da ohnehin nichts und manch einer mag dann die Flucht ergreifen. Dennoch scheint dieser Idee Zukunft beschieden, jedenfalls, solange der Staat sich mit ordnungsrechtlichen Eingriffen komplett heraushält. Sollte er meinen, dies nicht zu können, wird sich die gleiche Anspruchsstruktur entwickeln, die uns gegenwärtig verzweifeln läßt. Freiwilligkeit und Selbsthilfe wären zum Scheitern verurteilt.

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17. Mai 2008 17:25

Prioritäten

Chi Tamago (tamago)

vdL hat durchgesetzt, daß ab 2013 ca. 14 Milliarden für Kinderkrippenplätze ausgegeben werden. Diese Plätze bieten jungen Müttern, die Freistellung von der Erziehungsarbeit und die Nutzung professionelle Kinderpflegerinnen. Ziel ist es wohl insbesondere, den Erziehungsurlaub junger Akademikerinnen und den anderer qualifizierter Frauen auf 1 Jahr zu befristen, Vollzeitarbeit zu ermöglichen und somit einen Karriereknick junger Mütter zu verhindern. Nun kommt der Appell an die Älteren, doch bitte zur Pflege der Demenzkranken und anderer Pflegebedürftiger bereit zu sein. Die Pflegeversicherung hat 2006 knapp 9 Milliarden Euro für stationäre Pflege ausgegeben (ca. 50% der Gesamtausgaben). VdL spricht von einer menschlichen Katastrophe, wenn wir das Thema weiter verdrängen. Da stellt sich die Frage: welche menschliche Katastrophe wird durch den Bau und den Betrieb der Kinderkrippen, und somit durch immense Ausgaben der Kommunen, Länder und des Bundes, verhindert oder werden nur die Prioritäten durch vdL falsch gesetzt?

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