Elterngeld

Von der Leyen verteidigt „Vätermonate“

Warb in Berlin für ihr Elterngeld-Konzept: Ursula von der Leyen (CDU)

Warb in Berlin für ihr Elterngeld-Konzept: Ursula von der Leyen (CDU)

20. April 2006 Familienministerin Ursula von der Leyen hat die umstrittenen „Vätermonate“ beim geplanten Elterngeld verteidigt. Jungen Vätern, die sich nach Umfragen zu einem Großteil an der Erziehung ihrer Kinder beteiligen wollten, müsse der Rücken gestärkt werden, sagte die Ministerin am Donnerstag in Berlin.

Nach den bisherigen Plänen der CDU-Politikerin soll das zukünftige Elterngeld nur dann für den maximalen Zeitraum von zwölf Monaten ausgezahlt werden, wenn auch der Vater zwei Monate pausiert, um sich um den Nachwuchs zu kümmern.

Vätermonate im Ausland erfolgreich

An der „Väterklausel“ hatte sich in der vergangenen Tagen Kritik seitens der CDU und CSU geregt. Diese Dinge würden jetzt intern geklärt, sagte von der Leyen weiter und verwies auf Umfragen unter jungen Vätern sowie positive Erfahrungen im Ausland mit der Vaterpause. „In keinem Land wurden die Vätermonate zurückgenommen“, sagte die CDU-Politikerin. Teils seien sie sogar ausgeweitet worden. Die Familienministerin sagte abermals, das bisherige Erziehungsgeld werde sicher zum 1. Januar 2007 durch das Elterngeld ersetzt. Ein „geschlossenes Konzept“ werde wie geplant gegen Ende dieses Monats vorgelegt.

Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus schlug im Streit über die Ausgestaltung der neuen Familienförderung unterdessen als Kompromiß vor, die Eltern selbst über die Verteilung eines künftigen Elterngeld-Budgets entscheiden zu lassen. In einem Interview mit der „Leipziger Volkszeitung“ sagte der CDU-Politiker, der Staat solle sich nicht in die innere Organisation von Familien einmischen, indem er beiden Elternteilen verpflichtende Erziehungsmonate verordne. „Ich lasse mir als Vater nicht vom Staat vorschreiben, ob meine Frau oder ich die Erziehungsarbeit machen soll.“

Kein Zwang zur Betreuung

Der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky wandte sich bei dem Presseauftritt von der Leyens im Rahmen des „Bündnisses für Erziehung“ gegen einen Zwang zum Elterngeld. Eltern müßten selbst entscheiden können, ob sie lieber das bisherige Erziehungsgeld oder das Elterngeld nutzen wollten, das nach den Plänen der Koalition wegfallen soll.

CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer hingegen unterstützte die Familienministerin: Es gehe nicht darum, nach zehn Monaten die Väter zur Betreuung des Kindes zu zwingen, sagte er im Deutschlandradio Kultur. „Wir sollten mit diesen zusätzlichen zwei Monaten dort, wo es möglich ist, einen gewissen Anreiz bieten und dem Partner die Möglichkeit geben, mal zu Hause zu bleiben, während der andere Partner schon wieder arbeitet.“ In der SPD ist das Elterngeld mit den „Vätermonaten“ nicht umstritten. Auch Grüne und Linkspartei unterstützen das Konzept. Die FDP ist gegen eine Sonderförderung für Väter bei der Kinderbetreuung.

Das neue Elterngeld soll es Paaren erleichtern, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen. Der Zuschuß zur Familienförderung soll während der Pause von der Arbeit 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens, maximal aber 1800 Euro pro Monat betragen. Das Elterngeld soll zwölf Monate gezahlt werden. Allerdings können Eltern das Geld für den Zeitraum von einem Jahr nach den Plänen nur dann bekommen, wenn auch der Vater zwei Monate lang pausiert.

Text: FAZ.NET mit Reuters und dpa
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb

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