24. Februar 2004 CSU-Vorsitzender Edmund Stoiber hat sich in der Bundespräsidenten-Debatte klar für den früheren CDU-Vorsitzenden Wolfgang Schäuble als Unionskandidaten ausgesprochen.
Der Bundespräsident muß Deutschland auf die großen Veränderungen der kommenden Jahre vorbereiten. Und für diese Aufgabe ist Wolfgang Schäuble unter allen genannten Kandidaten der beste, sagte Stoiber in einem Interview mit der Illustrierten Bunte. Dies war die bislang Äußerung Stoibers zugunsten Schäubles, dem er bislang nur die grundsätzliche Eignung für das Amt bescheinigt hatte.
Die Diskussion über die Behinderung des seit einem Attentat gelähmten Schäuble verurteilte der bayerische Ministerpräsident. Sie ist genauso unwichtig wie die Frage, ob jemand eine Glatze hat oder ob er Brillenträger ist.
Stoiber schließt Kanzlerkandidatur nicht aus
Zugleich bekräftigte Stoiber, daß er selbst nicht für das Amt des Staatsoberhauptes zur Verfügung stehe: Ich will konkret Politik gestalten - in der Werkstatt, in der täglichen Arbeit und nicht von oben herab. Das Präsidentenamt komme daher für ihn auf keinen Fall in Frage. Lediglich Anstöße für die Politik zu geben, sei ihm nicht genug: Das könnte ich auch als Schriftsteller. Eine abermalige Kanzlerkandidatur für die Union schloß Stoiber nicht aus. Dies müsse aber erst dann geklärt werden, wenn sich die Frage auch stellt.
Die Kandidatenfrage für die Nachfolge von Johannes Rau wird bei Union und FDP möglicherweise doch nicht schon kurz nach der Hamburg-Wahl geklärt. Es werde in den kommenden Wochen zwar Gespräche mit der Union geben, sagte der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle am Dienstag in Berlin. Die FDP stehe aber unter keinem Zeitdruck und sie läßt sich auch nicht unter Zeitdruck setzen.
Westerwelle bekräftigte abermals die Option der Freien Demokraten für einen eigenen Kandidaten. Die Präsidien von CDU und CSU kommen am 7. März zusammen. Mehrfach war in der Union die Forderung laut geworden, an diesem Tag einen Unionskandidaten für die Rau-Nachfolge zu benennen. Die Bundesversammlung, in der Union und FDP eine Mehrheit haben, kommt am 23. Mai zusammen. In der FDP-Spitze gibt es auch die Überlegung, die Kandidatenaufstellung möglichst nahe an diesen Termin zu rücken.
Text: AFP
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