
"Gab es in der DDR etwa freie Berufswahl? Freien Zugang zu Hochschulstudiengängen unabhängig von der tadellosen Gesinnung der Eltern und Jugendlichen?" Hallo, Herr Seidl, Ich darf Ihnen leider nur in aller Kuerze sagen, so pauschal, wie Sie das hier gepostet haben, stimmt das einfach nicht, dafuer bin ich der lebende Beweis auf zwei (sehr sehr) aufrechten Beinen :-).

In Ihren Augen ist eine Gesellschaft, in der "die Besserverdienenden [...] endlich wieder ordentlich zu Kasse gebeten werden" also keine Diktatur? Und wie definieren Sie "soziale Gerechtigkeit"? Alle arbeiten für den gleichen (staatlich geregelten) Lohn?

Vielleicht war das Bild mit den Autobahnen für Manchen etwas zu weit hergeholt, Entschuldigung. Ich hatte es bemüht, weil so häufig zitiert um zu belegen, an der anderen deutschen Diktatur (um den Thread nicht noch einmal aufmachen zu müssen: Damit meine ich das Deutsche Reich zwischen 1933 und 1945) sei schließlich auch nicht alles schlecht gewesen. Die Argumentation von Herrn Fichtner für die DDR-Diktatur fand ich sehr analog.

Kein Wunder, habe ich doch anlässlich einer Übernachtung im "Naturfreundehaus" am Elberadweg bei Königstein in der Sächs.Schw. den Prospekt eines "DDR-Museums" in Pirna ausliegend gefunden. Deckseite: Schwarz-Rot-Gold mit Hammer und Zirkel im Ährenkranz, darunter: "Für Frieden und Sozialismus seid Bereit! Immer Bereit!" wird ein fröhlicher "JP" mit Gruß gezeigt. Rückseite: Bild von "Walterchen" (Ulbricht) Untertitel: Wir kämpfen um den Titel: "Kollektiv der soz. Arbeit", ein Trabbi-Kabrio aus NVA-Beständen, die Fernsehfiguren: Sandmännchen, Pittiplatsch & Schnatterienchen. Eintrittspreise: 3,50, erm.: 2,50, Fam.: 8,00, alles EUR, nicht DDR-Mark und folgender Kommentar, Zitat: In der Ausstellung wird Ihnen in den authentischen Räumen der ehem. NVA-Kaserne in Pirna ein Einblick in das Leben in der DDR vermittelt...... Wir berichten über die Arbeit junger Pioniere, FDJ-ler, die NVA sowie den ABV, den wohl ziemlich jedes Familienmitglied kannte. Für Literaturbegeisterte ist ein Lesezimmer eingerichtet" Zitat ende! Kein Wort zu den Minenzäunen und den Grenztoten. Gehört das in die Auslage eines "Naturfreundehauses"? Ich muss auf die Wiedergabe des Kommentars der Heimleitung verzichte, da kein Platz mehr ist!

das ist doch nicht erschreckend. Seit der Schulreform Anf. der 70iger Jahre ist das Niveau in den Schulen stetig nach unten gegangen. Linke 68iger Lehrer sorgten dafür, dass geschichtlich nur 12 Jahre durchgenommen werden und die Bürger fortan mitgesenktem Kopf zu gehen hätten. Mehr kam in deutscher Geschichte fast nicht vor. Politikunterricht? Fehlanzeige. Als es den später wieder gab, war es auch nur Larifari. Das Wissen unserer Kinder über das eigene Land ist in jeder Hinsicht (auch geographisch) ein Desaster. Leider, trotz erneuter Reform anläßlich der PISA-Studie, ist das bis heute geblieben. Wir haben eine völlig unpolitische Generation (bzw. schon zwei). Aber das ist doch nur gut so und wohl auch gewollt. Ein dummes Volk läßt sich nun mal besser regieren und manipulieren. Die Elbe fließt doch nur in Hamburg, so sagte mir das mal ein Student. Den Thüringer Wald halten die meisten wohl für eine Mehlspeis zum Umhängen usw. usw. Wir führten das Turbo-Abi ein, aber Allgemeinwissen? Nach wie vor gleich Null. Aber so lange in Deutschland Reformen immer nur heißt "alles teurer und dafür schlechter" wird sich auch in diesem Bereich nichts ändern. Wissen tut man all dies schon lange, aber ändern will man es doch gar nicht

Dieses "erschreckende Unwissen" ist doch nur eine Fortschreibung. Konservative sind am "Geldverdienen" interessiert und haben doch seit rd. 30 Jahren im Bereich "Bildung" die Hegemonie des "fortschrittlichen Lagers" akzeptiert, das doch in der BRD `soft-on-ddr´war. Natürlich besteht im (links-)liberalen Milieu überhaupt kein Antrieb, hier für "Vergangenheitsbewältigung" zu sorgen, sodaß vor 2 Jahren ein de Bruyn irritiert äußerte, daß vorzugsweise diejenigen Intellektuellen im TV und anderswo zu Wort kämen, die eher mehr "DDR-Sympathie" repräsentierten. Bietet hier der Journalismus eine Korrektiv ? Wenn im Feuilleton der vermeintliche "idealistische Beginn" und die Klemperer-Biographie erwähnt werden, ohne auch nur mit einem Nebensatz die Tätigkeit des Aufbau-Verlages zwischen 1949 und 1989 zu streifen, ist das die Schere im Kopf. Und die funktionerit auch in der faz so gut, daß sich der Autor nicht einmal der Ironie bewußt ist, den ehem. Renommierverlag der DDR dafür zu loben, daß er NACH ´90 die Erinnerungen des (ehemal. DDR-Bürgers) Klemperer veröffentlichte. @frankhammer, das "Kümmern" gab es auch in "NaziDeutschland" und das war dennoch eine Diktatur.

Die Geschichtsvergessenheit bezüglich der DDR und die Verharmlosung der SED-Diktatur sind nicht nur ein ostdeutsches, sondern ein gesamtdeutsches Phänomen. So ist die CDU, trotz zur Schau gestellter Empörung über die Koalitionspläne von Frau Ypsilanti, gerade selbst dabei, die Linkspartei als potentiellen Koalitionspartner zu entdecken. Vergangene Woche konnte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer im MDR-Rundfunk die Basisarbeit der Linkspartei über den grünen Klee loben, ohne dass Frau Merkel, Herr Pofalla oder sonst ein CDU-Spitzenpolitiker ihm widersprachen. In Schwerin erfuhr die CDU gestern Lob vom Linke-Chef Peter Ritter wegen der "guten Zusammenarbeit in der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus". Es stört die CDU offenbar nicht, dass sie sich im Kampf gegen den Rechtsextremismus mit Linksextremisten verbündet. In der ARD-Talkshow mit Anne Will ließ kürzlich das ehemalige SED-Mitglied und heutige Mitglied der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, Dagmar Enkelmann, den Satz fallen: "Auch ich finde, diese Demokratie löst die Probleme der Menschen nicht." Widerspruch seitens der moderierenden Frau Will? Fehlanzeige! Wen wundert es da noch, dass die Linkspartei heute drittstärkste Partei in Deutschland ist?

Leider ist eine fast ganze Generation junger Deutscher nicht unterrichtet über den Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur. Und daher schreiben auch soviele Leserkomentatoren - und Professionelle - Über China, ohne auch nur einmal zu erwähnen, dass China eine Kommunistische Regierung hat. Ob ein Bericht über China oder die Ex-"DDR" sogeschrieben wird, dass nie der Kommunismus genannt wird, zeigt doch, dass solche Berichte entweder absichtlich falsch geschrieben werden oder ganz einfach aus Unkenntnis. Sie haben in diesem bericht von der Vereinigung und nicht von der Wiedervereinigung geschrieben. Aber diese falsche Geschichtssicht kommt vom Genscher.

.... Sie haben immer noch tatsaechlich die Wahl, Ihre im vereinigten Deutschland gewonnene Reisefreiheit auszunutzen und nach Kuba auszuwandern. Dort finden Sie Lebensbedingungen, die ebenso "frei" sind wie in der ehemaligen DDR. Ihre offenbarte Praeferenz, weiter in einem Land zu sein, wo Sie nicht mehr gezwungen sind zu wohnen, zeigt, dass Ihre Worte billiger sind als Ihre Taten.

Es ist also nötig, dass man etwas aktiv miterlebt hat, um etwas beurteilen zu können. Wer nach der Wende geboren ist, braucht die Geschichte nicht mehr genau zu kennen. Die DDR war ein Wohlfahrtsstaat, in dem jeder nicht nur arbeiten durfte - es war nicht nötig, dabei produktiv zu sein - und man durfte dem Chef auch die Meinung geigen. Von beidem sind heute die meisten ausgeschlossen. Wie war das mit dem aktiv miterleben. Ca. 80 Mio. Einwohner und gut 3 Mio Arbeitslose! Die Jahre zw. 1933 - 45 hat kaum noch einer miterlebt, aber kaum einer wird bestreiten, dass diese Jahre nicht ganz so gut waren (auch für den Rest der Welt). Aber da hat die Bildung auch in der DDR wenigstens hingehauen. Der Westen hat die Mauer errichtet? Wenn man heute manchen aus dem ehemaligen Nachbarland hört - was das mit Perspektive zu tun hat, ist mir ein Rätsel - ist man geneigt zu sagen, was ja nicht ist, kann ja noch werden. Zumindest besteht dann die Möglichkeit, die blühenden Landschaften wieder runterzuwirtschaften.

Diktatur ist fuer meinen Geschmack der falsche Ausdruck fuer den Zustand der DDR. Das Wort Diktatur stammt selbstverstaendlich von "diktieren" ab und beschreibt somit die Tatsache, das freie Meinungsbildung unterbunden wurde und das kann ich bedenkenlos unterschreiben, wenn wir ueber die DDR reden. Allerdings sehe ich auch die andere Seite, auf welcher man in einer Diktatur hungert, bildungstechnisch vernachlaessigt wird und der Fokus ausschliesslich auf Politische Ebene gelenkt wird. Meine Jugend in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) war nicht von Hunger gepraegt. Es gab taeglich kostenlose Verpflegung in der Schule und auch meine Mutter hatte im Beruf kostenlose Verpflegung. Nebst politischem Fokus wurde aber auch auf den Aufbau und Erhalt der Spielplaetze geachtet (Etwas wo man heute noch dran arbeiten muss!), Kinderbetreuung war kein Problem und auch fuer Kinder mit mangelnder Schulbildung wurden Uebungsgruppen gebildet, die ausserhalb der Schule aufholten, was man verpasst oder nicht verstanden hatte. Solcherlei Gesellschaftlichen Aspekte kann ich mir in einer Dikatur wie in Dafur, Irak oder dem Nazi Deutschland nicht vorstellen. In sofern sehe ich das Wort "Diktatur" im Zusammenhang mit der DDR eher ungluecklich.

"Und von Argumenten à la "hat doch die Autobahnen gebaut" wird sie (die DDR - E.) nicht besser." Mit Verlaub, Herr Schaefer, welche Autobahnen? Die DDR hat den "Berliner Ring" geschlossen (weil man die eingesperrten DDR-Buerger bei ihrer Fahrt an die Ost-Ostsee ja schlecht durch Westberlin "transiten" wollte (der befuerchtete "Transitschwund" waere sicherlich nicht unerheblich gewesen) und gegen Ende Ihrer Tage die Autobahn Berlin-Hamburg, gegen harte Devisen, versteht sich. Habe ich da etwas verpasst (die A4 Dresden-Bautzen war gegen Ende der DDR in einem so schlechten Zustand, dass sie teilweise bis auf 60 km/h begrenzt wurde und viele Trabi- und Wartburgfahrer die (nahezu) parallel laufende F (in der DDR hiess das naturlich "Fernverkehrs"- und nicht "Bundesstrasse" :-)) 6 in die Oberlausitz befuhren).

Die Linken sind fast am Ziel. Ein "Glanzstück" was der SED da gelungen ist. Keine 20 Jahre nach dem Ende der Dikatur hat sie es nicht nur geschafft ihre Verantwortung aus dem öffentlichen Gedächtnis zu löschen. Sie hat es sogar geschafft das oder die Verbrechen an sich vergessen zu machen. Selbst in den kritischen Kommentaren werden die Mauertoten nicht erwähnt. Zu Erinnerung die SED hat sich nicht aufgelöst sondern nur umbenannt und ihr Vermögen behalten. Ein Armutszeugnis für unserer Demokratie und unser Geschichtsgedächtnis, dass die SED wieder im Bundestag sitzt. Hoffentlich wird nie jemand erfolgreich argumentieren "Was Links geht geht auch Rechts". Unsere Volksvertreter sind es Schuld. In NRW hat das Kultusministerium die Geschichte der DDR in den Lehrplänen als nicht mehr verbindlich durchzunehmen eingestuft. Darüber sollten die Verantwortlichen mal nachdenken. Den Nationalsozialismus haben sie ja auch nicht gestrichen oder als fakultativ eingestuft.

Wen wunderts? Die antideutschen Fundamentalisten des links-grün-68er-lastigen Lagers haben alles erreicht, was sie in ihren Anfängen beabsichtigten. Sie heroisierten quasi linke Massenmörder wie Ho tshi Minh oder Che Guevara etc. Die Demokraten der Mitte-Parteien hatten nicht die viel geforderte Zivilcourage diesen üblen Zeitgenossen Paroli zu bieten. Fazit: Heute sitzen diese selbsternannten Meinungsmonopolisten an Schaltstellen der Medien, der Justiz und auch in der Politik. Wen wunderts also, dass wir eine linksextreme Partei selbst im Bundestag haben und naive Demokraten, die sich ständig verführen lassen, Schattenboxen nach rechts zu praktizieren ohne die Gefahren der Linken zu erkennen? ein mündiger Bürger

Ich bin zwar nicht in der DDR groß geworden, dafür stammten die Nachbarn meiner Jugendzeit samt und sonders aus der "Ostzone". Diese hatten nicht nur Eltern, sondern auch Geschwister und Kousins dort zurückgelassen. Während meiner Studienzeit wohnte ich Tür an Tür mit einem Kommilitonen, der wegen angeblicher Fluchthilfe 2 Jahre in Bautzen saß, bevor er von der Bundesregierung freigekauft wurde. Einer meiner Kollegen war nur aus der DDR herausgekommen, weil er den kleinen Handwerksbetrieb (ja, die gab es auch) jemandem überlassen hatte, der den örtlichen Parteioberen genehmer war. Während unserer Abi-Klassenfahrt durfte ich das Grenzregime in Herleshausen und am U-Bahnhof Friedrich-Str. live erleben. Kurz nach der Wende war ich wieder in Berlin und habe die Begeisterung mitbekommen, mit der auch die kleine Reisefreiheit ("lauter Intershops hier") gefeiert wurde, mit welchem Haß die Mauer von den Mauerspechten zerkleinert wurde. Die Reihe ließe sich fortsetzen. Glauben sie mir, man muß nicht in der DDR geboren und aufgewachsen sein, um viel, auf jeden Fall genug darüber zu wissen. Und das ganz ohne Schule. Die DDR war schlecht. Und von Argumenten à la "hat doch die Autobahnen gebaut" wird sie nicht besser.

Ist es Ihnen eigentlich bewusst, dass Sie „ in Bautzen einsitzen“ mit Arbeitslosigkeit gleichsetzen? Wahrscheinlich nicht … und wer sollte es Ihnen eigentlich auch verübeln, wo Oskar Ihnen das ja auch jeden Tag und ganz legitim erzählt … . Man macht sich in Deutschland immer so gerne über die „Amis“ lustig und ergötzt sich daran, wie blöd die doch alle seien. Aber ALLE US-Pennäler, kennen die grob die Verfassungsgeschichte ihres Landes und wissen ziemlich genau, um den Wert von Meinungsfreiheit und Demokratie ohne deswegen gleich zu beanspruchen, in Venedig Gondel fahren zu müssen! Sönke Peters

Herr Fichtner, es freut mich ganz außerordentlich für Sie, daß Sie das Glück hatten, offenbar in einem demokratischen Paradies großgeworden zu sein. So ist vieles an Ihnen vorbeigegangen, was hunderttausende beschwert und unglücklich gemacht hat. Insoweit ging es Ihnen da wie vielen Volksgenossen zwischen 1933 und 1945. Aber eines werden Sie dann doch sicher erklären können: Den Unterschied zwischen Gestapo und MfS. Ich kenne jedenfalls keinen. Es sei denn, daß MfS hatte eine ungleich bessere Ausstattung und Infrastruktur. Aber der Wesensunterschied interessiert mich. Verraten Sie ihn mir??

Wollen Sie allen Ernstes den Zustand der Arbeitslosigkeit (der in Deutschland zu Sozialleistungen berechtigt) mit dem Einsitzen in Stasi-Gefängnissen gleichsetzen?

ein schöne Bild das sie da zeichnen. Im Nachgang durfte man halt nicht reisen. Damals empfanden die Menschen das anders zum Beispiel als "einmal im Leben die Alpen sehen". Gab es in der DDR etwa freie Berufswahl? Freien Zugang zu Hochschulstudiengängen unabhängig von der tadellosen Gesinnung der Eltern und Jugendlichen? Als was würden sie einen Staat bezeichnen, der mit Geheimpolizei und Heeren von Spitzeln seinen Bürgern nachspioniert, wenn nicht als Diktatur? Als was würden sie einen Staat bezeichnen in dem es keine Alternativen gibt zu einem Block von gleichgeschalteten Parteien und Organisationen? Nur zur Erinnerung: das Regime hatte den Befehl an das Militär, die Demos niederzuschießen bereits erteilt, nur wurde er von der NVA nicht ausgeführt und die Russen wollten sich die Hände nicht blutig machen. Keine Diktatur? Und wenn Ihr Chef solch ein Despot ist, haben Sie hier die Freiheit, sich einen anderen zu suchen. Ich bin noch nie wegen konstruktiver Kritik benachteiligt worden.

Wenn man hier die Leserbriefe sieht, die die "Deutsche DEMOKRATISCHE Republik" beschwören, weiss man nicht, ob man lachen oder weinen soll: Träumen Sie, dass Sie alle in der DDR Ost- und Westzeitungen lesen konnten und keiner hatte was dagegen ? Und die Unterschiede zwischen Westfernsehen und Ostfernsehen durfte man offen diskutieren ? Oder was ist Demokratie ? Von den "Deutschen Demokraten" enteignete und entlassene Gesellschafter-Geschäftsführer und Mitarbeiter der Kirche sowie viele Mitglieder der Ost-CDU, die man im Wahllkampf 3/1990 treffen konnte, konnten sich leider an Ihren Traum der sozialistischen Demokratie nicht erinnern.... und viele der von Ihnen beschworenen arbeitslosen Querulanten arbeiteten schon vor der Wiedervereinigung nach ihrer Flucht für gutes Geld im Westen. Zur wirtschaftlichen Verprobung der Märchenstunde wäre es vielleicht mal hilfreich, die genaue Kaufkraft eines DDR-Durchschnittshaushaltes mit der eines BRD-Angestellten und einer Hartz-4-Familie zu vergleichen und dann in Rollenspielen zu vergleichen. Wieviele Monatsgehälter musste man für einen Trabbi sparen ?

Vor wieviel Jahren fiel die Mauer? Und erst heute erkennt mann den Bildungsmangel? Da scheint doch ein Wolf im Schafspelz vorbeigallopiert zu sein. Die Bildungsvermittlung ist nun mal eine Regierungsaufgabe. Wem wundert es, wenn der subventionierte politikmüde Wähler bei Stange gehalten wird und seinen, ach so gestressten, Kindern keine richtige Bildung vermittelt werden kann (und soll, denn voller Bauch studiert nicht gern) obwohl das Potenzial des Hirnes mit ca. 10 % nicht ausgeschöpft wird. So können auch noch politische Fehlpässe, wie z.B. Bildung, als Erfolg verkauft werden. Aber auch die Medien haben sich ihrer Verantwortung entzogen, weil regierungskritische Berichte mit Sanktionen u.a. in Form von Auftragsentzügen geahndet wurden und noch werden. Daran wird sich nichts ändern solange sich irgendjemand ein goldene Nase verdient, denn zu viel Intelligenz stört das Bildungsniveau.

In der Bundesrepublik, seit die „68iger“ nicht mehr „ho-ho-ho-tschieminn“ schreiend eine Pseudorevolution veranstalten sondern z. B. Lehrer geworden sind, wird immer seeeeehr viel Wert, darauf gelegt, dass Schüler hohle Phrasen über Nazis dreschen können ohne etwas wirklich Substantielles über das „Dritte Reich“ gelernt zu haben. Eine große Anzahl deutscher Zöglinge weiß sicher, dass ein Nazi ganz doll böse ist (dem stimme ich uneingeschränkt zu, würde es allerdings etwas anders formulieren), aber kaum einer wird z. B. wissen, dass „Nazi“ eine von denen selbst gewählte Abkürzung für NationalSOZIALIST ist …, weil eine Kenntnis dieses „Details“ linspolitisch nun mal nicht opportun bzw. gewünscht ist. Die Idee des Sozialismus’ ist in Deutschland durch eine linke Meinungs- und Bildungsmafia eine heilige Kuh und deshalb ist die bewusste Nichtbehandlung des Themas „Diktatur DDR“ Programm. Bewusst wird ja auch durch „Ostalgie-shows“ und Ähnliches, wo lustige Honni-Bilder und Hammer-Zirkel-Embleme als bunte Staffage dienen, „ein zum Himmel stinkendes Mordregime“ (Zitat Giordano) schlichtweg geleugnet. Sönke Peters

Ich bin in der DDR groß geworden und ich persönlich habe nichts von einer Diktatur mitbekommen - klar gab es Einschränkungen, bspw. im Bereich der Reisefreiheit, aber die Leute die 1989 auf die Straße gegangen sind, bspw. in unserer "Heldenstadt" Leipzig, und für Reisefreiheit und Öffnung der Grenzen eingetreten sind, sind die Leute, die heute die Freiheit haben zu reisen, es aber nicht können, da sie keinen Job haben und sich keinen Urlaub leisten können. Was nützt einem die Freiheit, wenn man arbeitslos ist. Klar, man durfte früher auch nicht seine Meinung äußern, bspw. über die Politik, da man sonst Probleme bekam. Dafür durfte man früher seinem Chef die Meinung sagen, was man heute nicht kann. Heute kann man über die Politik schimpfen, wie man will, es passiert nicht, weder im positen, noch im negativen - aber wehe man kritisiert auf Arbeit seinen Chef, dann ist man heute schneller arbeitslos als man früher in Bautzen saß, wenn man die Politik kritisiert hat! Die Leute, welche die DDR als Diktatur vergleichen, haben dort nie gelebt und wenn doch, dann waren es Querulanten, die heute immer noch im Konflikt mit dem Gesetz sind

Wenn der gemeine Wessi etwas weiß, dann wie die DDR war. Das wurde ihm schließlich jeden Tag in der BILD erzählt. Andere Meinungen sind unzulässig, ja gar obszön. Lächerliche Studie von ein par Neocons, die die von meinen Steuergelden leben.

Ich zähle mit meinen 22 Lenzen vielleicht nicht mehr ganz in die befragte Generation, aber auch ich bin ein "Videospiel- und Internetkind" und zugegebenermaßen medial wohl 'überreizt' (wenn man zumindest frühere Maßstäbe ansetzt). Und glauben sie mir eines: Unsere Gehirne funktionieren noch genauso wie zu der Zeit, als Sokrates die Jugend als einer der ersten ob der modernen Art zum Untergang des Abendlandes erklärte - Darwin legt sogar nahe, dass sie heute noch besser funktionieren müssten. Das Problem ist durchaus darin zu suchen, was heutzutage kommuniziert wird, und da gibt es nunmal viel Stoff, der Vorwissen voraussetzt - ohne die ist Ostalgie ein gefährliches Gut. Es ist Aufgabe der Schulen, das für eine differenzierte Auseinandersetzung notwendige Wissen zu vermitteln, damit aus Ampelmännchenbewunderung keine Sozialismusbewunderung wird. Und die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts ist für ein angemessenes Wahlverhalten nunmal unumgänglich, damit aus einer Demokratie keine Diktatur der gesteuerten Mehrheit wird.

pruefen und Nichtwissen festzustellen. Muessen wir, wenn wir ehrlich mit uns selbst sind, allerdings nicht zugeben, dass wir nicht allzu viel ueber andere Laender und Zeiten wirklich wissen?! Gestern wurden, zum Beispiel, Photos von Basil Pao hier in der FAZ vorgestellt; eines davon trug den Untertitel "Hochhäuser schießen in die Höhe in der historischen Stadt Xian." Fuer mich sieht das eher wie eine Aufnahme eines Posters vom Central Park in New York aus, vor dem der chinesische Mann da sitzt. Zurueck zum Thema: Zu wissen, das die DDR eine Diktatur war, ist eine feine Sache, doch habe ich immer wieder den verdacht, dass man mit dem Wissen ueber die DDR dann doch wieder vom Studium inherenter Problemen westlicher Zivilisation ablenken will. Es waren die am "hoechsten entwickelten Laender," die im 20. Jh. die meisten Toten verursacht haben.

Zumindest ist es doch interessant, dass Sie, also die FAZ, die DDR auf Ihrer Startseite als "ehemaligen Nachbarn" bezeichnen - das kommt doch dann wohl sehr darauf an von welcher Seite aus man das betrachtet (von der richtigen natürlich!), die an der Studie beteiligten Brandenburger Jugendlichen exterritorialisieren sich somit quasi im Nachhinein und werden Nachbarn ihrer selbst. Auf solche Art gespalten verwundert einen ein bisschen Verlust von Geschichtswissen eigentlich kaum noch. Also: Macht' jut Nachbarn oder Nachbarn aller Länder vereinigt euch.

ist, wie ein inzwischen pensionierter Ausbilder angehender Lehrer kürzlich sagte, daß "nichts mehr richtig gelernt" wird. In der Tat: Man redet nur noch über Methoden, Lerntechniken, neue Medien; Vernetzung sei das Wichtigste, wird immer wieder betont. -- Schön und gut. Aber was will man eigentlich vernetzen, wenn keine Inhalte da sind? Ich sehe das genauso wie einer meiner Vorkommentatoren: Allein die Fähigkeit, ein Wort -- z.B. "DDR" -- in eine Internet-Suchmaschine eingeben zu können, ist noch keine erstrebenswerte Kompetenz. Doch die Marschrichtung im Bildungsbereich ist eindeutig: Weg von den Inhalten, d.h. weg vom sog. "stumpfsinnigen Pauken". Das Ergebnis ist eine Generation junger Menschen, die zwar angeblich in der Lage sind, sich alles selbständig zu erarbeiten und zu erschließen (den Methoden und Vernetzungen sei Dank!), die aber im Grunde nur wenig wissen. Sobald in einer Studie ein paar einfache Fakten abgefragt werden, kommt die ganze Mogelpackung ans Tageslicht. Auch in Deutsch und Mathe. Um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich weiß auch, daß reines Auswendiglernen von Jahreszahlen und Co. noch keinen guten Geschichtsunterricht ausmacht. Aber was heute betrieben wird, ist meines Erachtens gezieltes Nichtlernen.

...braucht man sich eigentlich nicht wundern. Schon vergessen, wie schnell man zur Tagesordnung überging, als sich eine Linke Abgeordenete aus Niedersachsen vor der Hamburgwahl so positiv über Mauer und Stasi äußerte? Hatte die nur zu laut gesagt was die anderen dachten? Nach 1990 sind die Lehrpläne für den Geschichtsunterricht nicht angepaßt worden. Wozu auch? Warum sollten die Leute, die unsere Kinder unterrichten, ein fahles Licht auf eine Diktatur werfen, die eine Partei, die mehrheitlich aus dieser stammt gerne in noch schönerer Form neu errichten würde? Nachdem Parteien, denen diese Leute mehrheitlich zuneigen, diese Neo-DDRler für koalitionsfähig halten (wenn auch bis zur nächsten Bundestagswahl nur auf Länderebene), wäre ein solcher Beitrag zur Volksbildung geradezu kontraproduktiv.

....... PDS und LINKE. Wowereit hatte noch nicht mal Skrupel, eine solche Koalition in der Bundeshauptstadt, dem einst geteilten Berlin zu bilden. Die SPD macht die LINKE auch im Westen hoffähig, siehe Ypsilanti & Co. Wundert es dann, dass viele Bundesbürger die DDR für so schlimm nicht halten können? Aber immerhin: Die Mehrheit der Bundesbürger glaubt Herrn Beck und der SPD nicht, wenn sie vorgeben, auf Bundesebene scheide eine Koalition mit der LINKEN aus. Hoffentlich ziehen sie dann bei etwas Nachdenken auch die richtigen Konsequenzen.

Wer so wenig über die Deutsche Geschichte weiß, wird nur nach "Gefühl" wählen! "Deutsche Demokratische Republik" klingt gut, also muss diese Republik auch gut gewesen sein, "sozial" und "sozialistisch" sind weitere Begriffe, die "gutes verheißen" und deshalb wählbar sind. Wer in den Schulen und im Elternhaus die Verantwortung für diese Jugend trägt und nicht schleunigst gegensteuert, wird noch sein "Blaues Wunder" erleben! Diese Unwissenheit ist erschreckend, doch die "PISA STUDIE" hat uns alle vorgewarnt und nichts ändert sich.

... aber noch viel erschreckender ist doch, dass die so genannte DDR hier als "einstiger Nachbarstaat" bezeichnet wird ... Herzliche Grüße aus Berlin, EB

Als " Nicht - TV - Konsument" hatte ich in dieser Woche Gelegenheit, eine Fernsehshow im Ersten Programm anzusehen. Mich wundert nichts mehr. Aktive, frontale Verdummung des gemeinen Volkes ist offensichtlich erstes Ziel der Macher. Dagegen kann auch die beste Schule nicht anlehren. Dies soll wohl auch nicht sein. Intelligente Menschen schauen kein Fernsehen; und vor allem: sie zahlen keine Fernsehgebühren! Weltuntergang.

Ohne das beschönigen zu wollen: Die heute 14-Jährigen sind 1994 geboren. Das alles ist für sie Geschichte - jeder sollte sich auf seine Kenntnisse aus der Vergangenheit prüfen. Der Stoff wird immer umfangreicher, vieles ist wichtig, jeder setzt andere Schwerpunkte, alles geht nicht! Klar, die deutsche Geschichte gehört dazu! Nicht nur im Osten gibt es viel Nostalgie! Viele Erwachsene interessieren sich nicht für Politik/Geschichte (hat viele Gründe!!), wissen wenig!Jeder hat mit seinem Alltag genug; dabei sind Radio, Fernsehen an. Das sich Konzentrieren fällt vielen heute erheblich schwerer, Handy, Spielkonsole, Internetspiele, Bushido & Co. sind für das Lernen ohnehin nicht gerade hilfreich. Da sind die Familien gefordert. Und wenn dann selbst Politiker aller couleurs beim Lernen dem vordergründigen Nützlichkeitswahn frönen oder es für ausreichend ansehen, Techniken zu lernen, tut dies ein Übriges. Danach würde ausreichen, das Stichwort DDR ins Internet zu geben - allein dies zeigt, wie falsch der Ansatz ist. Ohne solide Kenntnis, ohne Orientierung und Maßstäbe ist man nicht in der Lage, zwischen richtig und falsch, ethisch vertretbar und nicht zu unterscheiden. Die Politik ist in sich weder stimmig noch stringent!

Um das festzustellen, kann man auch einfach aktuelle Wahlergebnisse ansehen. Viel Vorwissen kann da nicht vorhanden sein...

Dreiundsechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist man in Deutschland noch immer damit beschäftigt, minutiös die Nazi-Vergangenheit "aufzuarbeiten". Über die zweite Diktatur auf deutschem Boden (die SED.-Herrschaft) wird dagegen kaum noch geredet - bestenfalls wird sie totgeschwiegen, schlimmstenfalls wird sie verniedlicht. Bei so viel öffentlicher Ignoranz braucht man sich über die Unkenntnis unserer Schüler bezüglich der DDR nicht zu wundern.

Kein Wunder! Im Geschichtsunterricht kommt man nur selten über den Zweiten Weltkrieg hinaus...