
Im Irak tobt noch ein Quasi-Buergerkrieg und ein terroristischer Kampf mit diejenigen,die die Terroristen und den Chaos ins Land 'brachten'(obwohl sie etwas anderes bringen wollten).
Wer im Irak Frieden schafft,bekommt den naechsten Friedens-Nobelpreis.
Bundespraesident Koehler wird es kaum sein...

Köhlers Ansatz taugt, wenn denn wirklich das Problem gemildert werden kann. Europa ist zu schwach ? Jedenfalls nicht hinreichend betroffen.
Warum nicht USA raus; > China rein in den Irak. Die Iraki kämpfen nicht bevorzugt gegen sich selbst. Sondern gegen: Ausweglosigkeit. Und chinesische Öldollars sind gut genug. Sind dort gut angelegt, jedenfalls besser als als Anlage in US-Schuldverschreibungen. Immerhin ist China längst einer der größten Finanziers der Kriegskosten, wenn auch nicht offiziell und direkt ...
Und China löst Probleme ohne falsche Versprechen. Jedenfalls in "unterentwickelten" Ländern.
Politik diversifizieren ist, mit neuen Strategien in neue Märkte.
Eben TerrorZiele vermeiden.

Gerade haben die amerikanischen Waehler ihrem Praesidenten mehrheitlich die Gefolgschaft im Iraq Abenteuer versagt - warum aeussert sich der Bundespraesident ausgerechnet jetzt, noch dazu in anfechtbarer Weise?
Denn wer den Irak nicht in Anarchie versinken sehen will, sollte die verantwortlichen (Haupt-)Urheber des Unheils beim Namen nennen: Die Amerikaner griffen aus toerichter Vergeltungssucht fuer die Demuetigung von 09/11 nach dem geschundenen Land.
Vom Bundespraesidenten sollte nicht erwartet werden, dazu Position zu beziehen, aber wenn er es doch tut, dann bitte vollstaendig.
Deutsche Hilfe fuer den Irak sollte sich nicht aufdraengen. Von ungebetenen Gaesten duerften die Iraker genug haben.

Herr Pericelli hat einen wichtigen Punkt angesprochen: wir wissen bemerkenswert wenig über die kulturellen Dynamiken des Irak, und der Beginn jedweder Hilfe müßte zunächst in einer Sondierung der Lage bestehen. Nichts könnte da weniger von Nutzen sein als die Bundeswehr, und eine solche Sondierung ist auch nicht auf einem diplomatisch/politischen Parkett zu leisten.
Deutsche in irgendeiner offiziellen Funktion, keine Politiker - die können diese Dinge nicht verhandeln, die sich jenseits iher Sprechblasen abspielen -, sondern Fachleute, müßten Gespräche mit allen kulturellen und politischen Faktoren suchen, auch mit religiösen Führern, politisch radikalen und so weiter. Meinungen und Loyalitäten der Menschen müßten erkundet werden, und man dürtfte sich nicht scheuen, die Zusammenarbeit auch mit solchen Elementen zu suchen, die man als Gegner erachtet. Hören, was die Leute selbst zu sagen haben, selbst wenn es noch so fremd erscheint! Nur durch einen wirklichen Dialog lernt man, wo Hebel anzusetzen sind.
Und: zu einer Glaubwürdigkeit in der Region würde auch unbedingt eine grundlegende Neubeurteilung der Stellung gegenüber der menschenverachtenden Politik Israels gehören. Man unterschätzt hier die Zentralität dieser Frage.

sollte man wachsende Kriminalität nicht bekämpfen, weil damit erhebliche Risiken verbunden sein können.
Es führt zu nichts, sich Bewertungen Dritter anzuschließen, die z.B. den Vorzug genießen, populär zu sein und sich damit zu begnügen, deren weit verbreitete dürftige Begründungen zu wiederholen.
Mindestens vor sich selbst, wenn es die politische Korrektness denn mal wieder zu verbieten scheint, öffentlich werden zu dürfen, muss man doch bekennen, ob man Gesetzlosigkeit und Gewalt dulden will oder sie mit - zugegeben mitunter mühsam - legitimiertem Waffeneinsatz unterbinden will.
Ausflüchte gelten nicht - Prügel auf USA eignen sich nicht dazu, die Entscheidung zu vermeiden und den bequemen Weg zu gehen.

zuersteinmal sollte das allgemeine Informationsniveau ueber den Irak substantiell verbessert werden, man liest immer nur von Selbstmordattentaetern, taeglich 30-50 Toten, Bush sagt dies, Bush sagt das, etc., aber eine serioese konstruktive und informative Berichterstattung ueber die Wirtschaft, Soziales, Kultur, Religion etc. gibt es fast gar nicht in den taeglichen Themen---
dies fuehrt dazu, dass die Buerger der EU
ablehnend jeglicher Hilfe, weil abgestumpft, gegenueberstehen, mehr aus Unwissenheit als aus Meinungsbildung---das sollte sich aendern,---fuer meine Person,
ich fuehle mich jedenfalls substantiell unterinformiert wenn es um Fragen des Irak geht

Ein Heer an Hans Koschnicks wäre nötig, um die Ruinen aufzuräumen, die Amerikaner im Irak hinterlassen werden. Die Steuerungszentrale der amerikanischen Vernichtungsmaschine hat schon früh registriert, daß ihr Plan gescheitert ist, durch Massenmord neue Vasallen zu schaffen. Die Reaktion war, in ethnisch-religiöse Unterschiede der irakischen Bevölkerung mit Gewalt einzuschlagen,um Menschen gegeneinander aufzuhetzen, mit dem perversen Ziel,die Geschundenen selbst für das Desaster verantwortlich zu machen. Im Gegensatz zu Bosnien, kann nur das einigende Band des Islam zwischen allen Bevölkerungsgruppen zur Versöhnung beitragen. Auch deutsche Uniformen und Panzer können in Afghanistan und Irak ebensowenig Ideologien durchsetzen,wie die anderer westlicher oder östlicher Staaten. Eine beschleunigte Islamisierung der islamischen Welt ist die Kausalfolge solcher Versuche. Gewaltsame Installation von Vasallen ( Nation-Building ) soll im intensivierten Kampf des Westens gegen den Islam,als einzige ernstzunehmende konkurrierende Zivilisation auf der Erde,helfen. Wenn Deutschland für positive Elemente der Demokratie in der kommenden Entwicklung der islamischen Welt werben will, dann kann es das nur mit Hans Koschnicks tun, nicht mit Bombern.

Man kann nur hoffen, daß daraus nicht ein weiteres kopfloses Auslandsabenteuer wird. Wir haben schon in den bisherigen Engagements keine Ausstiegstrategie, was in Afghanistan noch teuer zu stehen kommen kann. Zudem hat uns - obwohl nicht daran beteiligt - der Einmarsch in den Irak, der von gefälschten Kriegsgründen begleitet wurde, nun auch in Afghanistan eingeholt. Plötzlich steht Deutschland in Afghanistan und vor der libanesischen Küste an der Seite einer Weltmacht, die bisher für 100.000 direkte und 650.000 kollaterale Kriegsopfer allein verantwortlich ist. Täglich sterben weitere Menschen im Irak, in Afghanistan, in den Autonomiegebieten, und die muslimische Welt nimmt diese kollektiv als Töten durch den Westen wahr.
Was muß das für uns heißen? So verständlich also der Wunsch ist, dem Unbehagen angesichts der Lage Taten folgen zu lassen, so essentiell wäre es, erst einmal darüber zu reflektieren, was sich in der Position des Westens generell und an der deutschen speziell seitdem geändert hat. Es dämmert einigen, daß das neokonservative Abenteuer der USA sowie das uns Alle in den Abgrund des ethischen Legitimationsverlustes gerissen hat, vor dem die Nahost- wie die atlantische Politik neu bewertet werden müßte.

aber mach mich nicht naß!
So könnte die Devise heißen, nach der unsere Politiker von grün bis schwarz die in Deutschland bemerkenswert mutige Aufforderung unseres Bundespräsidenten kommentieren.
Es ist nicht zu leugnen, daß auch unser Land ein vitales Interesse an geordneten Verhältnissen im Irak hat, haben muß.
Ist die Nachbereitung des erfolgreichen Kampfes im Irak zu Recht als zu zaghaft kritisiert worden, lag dies nicht zuletzt daran, daß das alte Europa gekniffen hat, als es darum ging, Saddam und Consorten am weiteren Morden zu hindern und eindeutig Flagge zu zeigen.
Die im Irak daraufhin folgenden Attentate der sich krebsartig ausbreitenden Kriminalität könnte natürlich mit entsprechendem Aufgebot erfolgreich bekämpft werden, wie allgemein festgestellt wird.
Wenn allerdings vor lauter Bush-bashing verdrängt wird, daß es um den Irak und die Menschen dort geht, kann es kaum verwundern, daß auch unsere eigenen höchst vitalen Interessen an einer Befriedung des Irak und der gesamten Region hintan gestellt werden.