
Sie schreiben beide, was meine ausdrückliche Zustimmung findet, daß Kinder in sehr frühen Jahren geprägt werden. Also lange bevor sie in die Schule gehen. Und sie beklagen beide, völlig zurecht, daß es vor allem eine fehlgeleitete Erziehung durch die Eltern ist, wenn Kindern grundlegende Werte wie 'Arbeitsethik', 'Fleiß', 'Enthaltsamkeit', 'Ordnung', 'Durchsetzungskraft', 'Leistungsbereitschaft' etc. etc. fehlt, welche die notwendigen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Leben darstellen. Aber Sie ziehen falsche Schlüsse aus diesen richtigen Beobachtungen. Denn WARUM erziehen die Eltern ihre Kinder den hier nicht in die 'richtige' Richtung ? Natürlich deshalb weil diese Eltern diese Werte selber nicht verinnerlicht haben ! Wie soll jemand der selber keine adequate Arbeitsethik kennt diese an seine Kinder weitergeben ? Die Kinder können dafür nichts, das Pech zu haben, die 'falschen' Eltern zu haben. Also muss der Staat, aus ureigenstem Intereresse (weil er leistungsbereite Bürger benötigt) , hier viel Geld in die Hand nehmen um diesen Kindern eine andere und 'bessere' Sozialisation zu gewähren. Also schon staaliche Erziehung in einem Alter wo Kinder dafür zugänglich sind, also sehr früh ! Das kostet viel Geld !!

Diese brauchen wir nicht zu etablieren, die existiert in Deutschland. Es ist nicht das „Prekariat“. Dort finden wir viele Familien, die zu stolz sind, eine Aufstockung ihres Einkommens auf Hartz IV-Niveau zu beantragen, deren Kinder pünktlich in die Schule kommen, die ordentliche Noten erzielen. Es sind Teile im Prekariat, die die eigene Perspektivlosigkeit ihren Kindern vermitteln, es sind die, deren Kinder Hartz IV als Berufsziel angeben. 20% der Hauptschulabgänger haben keinen Abschluß. Die Unterschicht ist etabliert und wächst. Diese Situation kann man nicht mit mehr Kindergeld und sonstigen „Gießkannenprojekten“ mildern, da ist harte Sozialarbeit notwendig, nicht die Verwaltung durch das Jugendamt, sondern Sozialarbeiter, die regelmäßig mit diesen Familien arbeiten, helfen den Tagesablauf zu strukturieren, dafür sorgen, daß die Kinder den Kindergarten besuchen bzw. Hausaufgabenbetreuung zusammen mit anderen Kindern erhalten, usw.

1. Was bei uns in Deutschland möglich ist, erläutert ein reales Beispiel: die Eltern eines Kollegen waren einige Jahre lang arbeitslos und sind nun in Rente gegangen. Vor ca. 3 Jahren haben sie sich einen komfortablen Mittelklasse- NEU-wagen zugelegt. Des weiteren fahren sie regelmäßig in Urlaub, was z.B. in Griechenland bei den Gastgebern für beträchtliche Verwunderung gesorgt hat. Dort „können“ sich schon die normalen Leute einen solchen Lebensstandard nicht leisten. Wenn Leute, die nichts erwirtschaften, sich soviel leisten können, aber “Werktätige“ mit mehr als 50000 € brutto als Besserverdiener gemolken werden sollen (s. Wowereit), dann ist etwas gewaltig faul im Staat. 2. Wenn Kinder in die Schule kommen, ist der Zug schon längst abgefahren. Ich habe noch kein intelligentes Kind erlebt, das nicht davon profitiert hat, daß seine Eltern ihm - trotz beruflicher Beanspruchung - viel Zeit gewidmet haben. Allein diese Zuwendung und die damit verbundene Kommunikation bilden ein Kind weitaus besser aus als staatl. organisierte Krippenplätze mit Schlüssel von mind. 5 Erziehern pro Kind. Vielen Akademikern sind ihre Kinder besonders viel wert. Das hat überhaupt nichts mit Geld, sondern nur etwas mit Mentalität und Ethik zu tun.

Das Gene einen großen Einfluß auf die Entwicklung haben bestreitet ja niemand. (ich schätze auch über 50%) Aber über die gesamte Bevölkerung mitteln sich diese Einflüsse heraus, Begabungen sind da entsprechend der Gaußschen Normalverteilung vergeben. Wenn die OECD feststellt, daß, statisch eindeutig belegbar, es für ein Arbeiterkind in Deutschland unwahrscheinlicher ist Akademiker zu werden als für ein Arbeiterkind in Schweden, Frankreich oder England so liegt das bestimmt nicht an den Genen der deutschen Arbeiterkinder. Oder wollen sie behaupten Arbeiterkinder von Schweden und Engländern seien genetisch bevorzugt ? Das liegt natürlich daran wie die unterschiedlichen Gesellschaften ihr Bildungs- und Erziehungssystem organisieren. Der Anteil der Bildungs- und Erziehungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt sind verglichen mit anderen Ländern in Deutschland zu gering, auch das haben Experten längst bemängelt. Im übrigen haben sie ja selber unten geschrieben, daß die Sozialisation, also die Vermittlung von Werten wie Pünktlichkeit, Fleiss etc. einen großen Einfluß auf den Lebensweg von Kindern hat. Was aber wollen Sie tun wenn Eltern solche Werte selber nicht gelernt haben ? Soll da eine 'Unterschicht' fest etabliert werden ?

Sind die vergleichbar? In Finnland gibt es kleine Klassen. In vielen Ländern gibt zwei „Klassenlehrer“ pro Klasse. Einer fördert die Starken, einer hilft den Schwachen und das bei weniger Schüler pro Klasse als hier. Die Separierung findet in der Klasse statt. In Frankreich werden nach dem 1. Schuljahr die Kinder nach Fähigkeit, sprich Begabung, aufgeteilt. Die Separierung zeigt sich in den Klassen der selben Jahrgangsstufe. In anderen Ländern (England, USA, Japan) sind es vorrangig Privatschulen, die die begabten Schüler aufnehmen, in Japan nur nach einem Eignungstest. Das setzt sich fort bis zur Uni. In der Regel erreicht nur jemand eine Eliteuniversität, wenn er alle Eignungsprüfungen für Kindergarten, Grundschule, Sekundarstufe I, Sekundatstufe II, staatliche Aufnahmeprüfung zur Uni und letztlich die spezielle Aufnahmeprüfung an der angestrebten Uni besteht. In anderen Ländern gibt es massive, zielgerichtete Selektion, unser System bietet wesentlich mehr Offenheit und Chancen auch für durchschnittlich Begabte. Apropo Gene: Wissenschaftler streiten nur noch, ob der Einfluß der Gene näher bei 50% oder bei 90% liegt.

Sie glauben also wirklich, daß Kinderkrippen helfen Chancengleichkeit herzustellen? Freiwillige Kinderkrippen, wie von vdL geplant, haben nur ein Ziel: junge Akademikerinnen zum Kinderkriegen zu bewegen. Die dann stattfindende Sozialisation wird vielleicht dem Staatsziel (was auch immer das ist) gerecht, aber nicht dem Kind. Die Entwicklung von Kindern ist zumindest mehr als 50% genetisch bestimmt, die optimale Entwicklung kann deshalb nur unter Berücksichtigung dieser Ausgangslage erfolgen. Damit sind die Eltern in der Pflicht. Der Staat kann vereinheitlichen, kann mit Ganztagskrippen, Ganztagsschulen, mit Gesamtschulen alle Kinder nivellieren, allerdings nur auf niedrigem Niveau. Welcher Staat, der die Aufzucht und Erziehung der Kinder verstaatlicht hat, war erfolgreich? Randbemerkung: in Kinderkrippen werden die Mehrheiten des Prekariats und der Migrantenfamilien, die sich der Integration verweigern, nicht schicken.

Der wichtige Unterschied bei der OECD Studie liegt nicht zwischen den Generationen sondern zwischen den EU Staaten. Deutschland ist dabei klar schlechter was die Durchlässigkeit des Bildungssystems angeht mit anderen Worten: Es ist in Deutschland wesentlich unwahrscheinlicher, daß ein Arbeiterkind mal Ingenieur wird als z.B. in Skandinavien. Das wollen sie jetzt wohl nicht an der genetischen Ausstattung deutscher Arbeiterkinder festmachen, oder ?

Herr Rabe, Ihre Verordnung von Chancen funktioniert nicht. Der "öffentliche" Erziehungsauftrag führt allenfalls zu einer Nivellierung auf ein wesentlich schlechteres Niveau. Wollen Sie tatsächlich hunderttausende von "Staatserziehern" einstellen? Schlimmer: alle Eltern, denen es irgend möglich ist, werden ihr Kind auf Privatschulen (wenn Sie die verbieten wollen: dann eben im Ausland) schicken und die "Ungleichheit" wird noch weiter zunehmen. Ihr Sozialismus funktioniert nicht. Wieso glauben Sie eigentlich, einem Arbeiterkind "Chancen eröffnen" zu müssen. Sie erinnern mich etwas an die jammernden Feministinnen, die sich über zuwenig ChefInnen echauffieren. Ihr System bedeutet Zwang, nicht Freiheit! Wer etwas erreichen will, der kann etwas erreichen. Bei Stars und Sternchen in Sport und Musik klappt es doch auch mit der Vorbildfunktion im Prekariat. Bei schulischen Leistungen ganz zufällig aber nicht. Hier fehlt es an einer Arbeitsethik. Die vermitteln Sie nicht in der Schule, da ist das Elternhaus gefragt. Das gerade die die Linke heute so über die fehlenden Perspektiven jammert ist ein Witz. 68er jammern über das Ergebnis der eigenen "Revolution".

sehr richtig, nicht nur Geld der Eltern (das aber auch!) sondern auch eine adäquate Sozialisation und Erziehung sind der Schlüssel für Erfolg. Ein Kind kann aber nichts für seine Eltern und es kann auch nichts dafür wenn diese bei den Themen Sozialisation und Erziehung wenig geeignet sind bzw. ganz versagen. Chancengleichheit und damit Freiheit bedeutet, daß der Staat jenen Kindern welche das Pech haben nicht in den Genuss einer geeigneten Sozialisation zu kommen diesen per staatlichem Erziehungsauftrag ihre Chancen und damit auch ihre 'Freiheit' beschafft. Und damit kommen wir auch zurück zum eigentlichen Thema. Das nämlich die FDP, welche sich ja eigentlich auf die Fahnen geschrieben hat die Freiheit der Bürger zu erhöhen, die Freiheit jener Kinder beschneidet wenn sie dem Staat die Mittel kürzen will. Der Staat benötigt wesentlich mehr Mittel für eine chancengerechte Sozialisation, Erziehung und Bildung und nicht etwa weniger Mittel.

Schaffen wir eine neue HJ und einen neuen BDM, neue Jungpioniere und Leninpioniere. Worauf will ihr staatlicher Erziehungsauftrag sonst raus. Sie übersehen nach wie vor, dass nicht Geld der Schlüssel zur akademischen Karriere ist, sondern die Sozialisation. Wer aus einer Akademikerfamilie kommt, der wird auch in aller Regel wieder Akademiker. In aller Regel haben Akademiker auch ein recht vernünftiges Einkommen. Geld ist damit nicht Hauptursache, sondern lediglich ein Nebeneffekt der guten Ausbildung der Eltern! Der Sohn reicher Bauern wird auch nicht zum Starakademiker.

(1) Die OECD stellt auch klar, daß in Deutschland die Nachkriegsgeneration besser ausgebildet ist als die heutigen Schüler. Was hat sich geändert? Inzwischen gibt es Gesamtschulen, aber die Leistungsbereitschaft ist gesunken trotz oder wegen wachsendem Wohlstand aller Schichten! (2) Ihre statistischen Schlußfolgerungen (übertragen der Pseudokorrelationen der Pisa-Ergebnisse auf Zwillinge), wird durch die Minnesota-Studie konterkariert. (3) Zur Frage nach Einsparungen: die Unkündbarkeit von Beamten ist kein Grund, grundsätzliche Änderungen anzugehen. Werden dadurch Behörden überflüssig bzw. heute schon überflüssige entdeckt, ist es billiger, die dort beschäftigten Beamten heimzuschicken und die Alimentierung weiterzuzahlen, als die Geldvernichtung endlos weiter zu betreiben.

Leider wird bei dem Thema Steuern und Staatshaushalt viel zu oft auf Einzelfälle abgehoben und die Mathematik vergessen. Da werden dann Posten im Bundeshaushalt aufgeführt welche oft nur im Promillebereich liegen (Abgeordnetendiäten, Entwicklungshilfe für China etc.) und die eigentlichen Kostentreiber ignoriert. Natürlich kritisiert der Steuerzahlerbund zu Recht Verschwendungen, aber die Summen die der Steuerzahlerbund rechnet liegen bzgl. des Gesamthaushaltes irgendwo bei 1 %. Ich arbeite schon recht lange in der privaten Wirtschaft und Teil meines Berufes ist es auch Verschwendungen zu beseitigen. Glauben sie ernsthaft das wäre dort anders ? Jede größere Organisation in der Menschen arbeiten hat einen bestimmten Anteil an Verschwendung, egal ob Staat oder private Unternehmen. Wer staatliche Ausgaben in Deutschland nicht nur für den Stammtisch homöopathisch sondern wirklich reduzieren will der müsste an die großen Blöcke ran: Aber wo soll da was gehen ? Bei den Rentnern ? (werden immer mehr); Schuldentilgung? (Staatsbankrott...) Der Verteidigung ? (internationale Verpflichtungen) Den Beamten ? (unkündbar..) Gute und ehrliche Politik weist auf die echten Kostenblöcke hin und argumentiert nicht daran vorbei.

Man benötigt kein Zwillingsexperiment um zu beweisen, daß mein Beispiel mit den Zwillingen, welche in unterschiedlichen Schichten in Deutschland mit sehr unterschiedlichen Chancen aufwachsen sehr richtig ist. Die OECD hat mehrfach statistisch nachgewiesen (bitte auf deren Webseite gucken), daß die Selektivität der deutschen Gesellschaft bzgl. Bildungserfolg wesentlich stärker ist als die der europäischen Nachbarn. Da aber wohl niemand auf den abenteuerlichen Gedanken kommt zu behaupten, daß es daran läge, daß nur in der deutschen Geselllschaft die genetische Ausstattung der Oberschicht (im Gegensatz zum Rest der Welt) besonders bevorzugt sei, zeigt dies, daß es soziale Faktoren sind welche den einen Zwilling stark benachteiligen würden. Natürlich werden auch persönliche Eigenschaften wie z.B. Fleiß, Durchsetzungsstärke, Willensstärke etc. im Elternhaus mitgegeben. Der Zwilling in der Oberschicht hat also auch deswegen einen Vorteil. Aber das macht die Sache eben nicht besser, denn niemand kann sich seine Eltern aussuchen. Auch bei der Vermittlung von diesen Werten muss der Staat allen Kindern Chancengleichheit (durch staatlichen Erziehungsauftrag) gewähren, solange dies nicht geschieht ist Deutschland keine freie Gesellschaft

So schön die Diskussion der Herren Rabe und Lutzmann ist, sie lenkt etwas vom Kernthema ab: die FDP hat jetzt nach den allgemeinen Angriffen auf die CSU-Führung auch einen kleinen Vorstoss in Richtung dessen gemacht, was inzwischen selbst auf der Strasse klar ist: Steuern müssen runter und die kalte Progression führt heute zu einer unglaublichen Umverteilung der Gelder selbst relativ gering verdienender Personen in die Taschen von teilweise unerwünscht beschäftigten Staatsdienern und in die Taschen jeweils wechselnder Teile der Bevölkerung. Das das inzwischen von allen als untragbar empfunden wird, dämmert inzwischen sogar fast allen Politikern. Leider hat die FDP allerdings die "kalte Progression" wohl noch nicht erkannt und der Vorschlag ist zwar recht einfach, aber auch nicht ernsthaft haltbar. Jede Lösung einer Steuer-Reform muss sowohl eine "Dynamisierung" der Steuerprogression entsprechend der Inflation als auch eine Sofort-Steuersenkung enthalten. Die Gegenfinanzierung kann nur über Einsparungen bei direkt gezahlten Subventionen sowie beim Abbau von bürokratischen und zum Teil freiheitseinschränkenden Organisationen erfolgen. Und dort gibt es noch vieles (siehe Rechnungshöfe, Bund der Steuerzahler etc.)

Nach dem 2. Weltkrieg ging es allen Deutschen, aber auch allen Japanern, schlecht. Ein Einkommen mit der Kaufkraft von heutigen ALG-II Empfängern war Ziel von Millionen. Ein wichtigeres Ziel aber war die Zukunft der Kinder. Dafür hat man alles getan. Mit einem guten Hauptschulabschluß hatte man sofort eine Arbeit. Viele haben sich dann, mit Unterstützung des Staates und der Familie, weitergebildet und wurden Techniker, Ingenieure und und und. Es war keine Frage des Geldes, es war eine Frage der Einstellung der Familie, der Veranlagung, der Lernbereitschaft und der Disziplin. Heute geht diese Generation in die Rente. Die Erziehung der Kinder zu Leistungsbereitschaft und zur Disziplin beginnt mit dem Tag der Geburt, wenn nicht früher. Werden Lernbereitschaft und Disziplin nicht im Elternhaus vermittelt, nützen weder Kinderkrippen, Kindergärten, 6-jährige Grundschule noch Millionen. P.S.: die Referenz zur Arbeit, die die Erfolgsaussichten von Zwillingen, aufgewachsen in unterschiedlichen Millieus, gesichert nachweist, würde mich brennend interessieren.

... ist natuerlich ein Dorn im Auge derer, die sich einbilden, immer nur durch eigenen Antrieb nach oben gekommen zu sein. Dass einem der Weg dorthin durch die von den Eltern bezahlten Nachhilfe-, Klavier- oder Tennisstunden, oder auch einfach nur durch ein genuegend aufstiegs- und leistungsorientiertes Umfeld, deutlich leichter gemacht wurde als einem Arbeitslosenkind, das den ganzen Tag nur vorm Fernseher sitzt, wird gern vergessen ... und im Zweifel fluechtet man sich in realitaetsfremde Konstrukte und glaubt, dass BaFoeG-Empfaenger immer nur Party machen. Hauptsache, das Selbstbild bleibt rein.

Meine lieben Mitkommentatoren. Aus der Diskussion über das neue Steuersystem ist eine lebhafte Diskussion in alle akademischen Bereiche wie Soziologie (Soziale Ungleichheit), Betriebswirtschaftslehre (Steuermodelle), etc. entstanden. Dazu würde ich gerne zwei Punkte zum Nachdenken beitragen. 1. Deutschland hat auf der ganzen Welt die meisten Steuergesetze, d.h. es bietet dem Wissenden die Möglichkeit diese zu umgehen, wie wir es in Lichtenstein gesehen haben. Der Unwissende hingegen hat diese Möglichkeit nicht. Folglich muß ein vereinfachtes System her, daß nicht viele Lücken hat, und einfacher anwendbar ist. 2. Sollten wir uns von unserem Vorbild Amerika lösen, welches den Kapitalismus am stärksten praktiziert und wo die soziale Ungleichheit am schlimmsten ist (unter den westlichen Ländern). Warum fangen wir nicht an uns die skandinavischen Länder als Vorbild zu nehmen, wo das Bildungssystem besser, das Sozialsystem noch ausgeprägter ist und die Menschen den höchsten Lebensstandart haben!? Die FDP will mit ihrem neuen Steuersystem nicht die Menschen entlasten, sondern sich aus der sozialen Verantwortung ziehen. Denn die Kosten dieses Systems sind die sozialen Sicherungssysteme nicht zu halten.

Zitat Paul Rabe: "Wenn in Deutschland zwei Zwillinge bei der Geburt getrennt werden, der eine Zwilling in einem Millionärshaushalt aufwächst und der andere bei Arbeitern so ist die Wahrscheinlichkeit des Kindes welches das Glück hatte bei den Millionären aufzuwachsen um ein vielfaches(!) größer später erfolgreich ein Studium abzuschließen. Das sind die statistischen Fakten." Ich weiß nicht, wo Sie diese "Fakten" her haben. Da ist wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens. Ganz einfache Frage: wieviele (bekannte) Fälle gibt es , bei denen ein Zwilling (es müssten übrigens eineiige Zwillinge sein!) in Deutschland bei einem Millionär, der andere in einfachen Verhältnissen auswächst - und wie viele Fälle benötigt man für eine auch nur halbwegs aussagekräftige Statistik?

Die Aussage von Herrn Paul (kann den Namen gerade leider nicht überprüfen) ist leider so nicht richtig. Es wurde definitiv noch keine Statistik erstellt, die so etwas beweisen würde. Zwar gestehe ich zu, dass eine solche Vermutung naheliegend und auch wahrscheinlich ist, allerdings bei sämtlichen Untersuchungen die gemacht wurden, ließen sich auch andere Faktoren als ausschlaggebend vorgeben, insbesondere auch einfach die genetischen Voraussetzungen. Dazu kommt aber auch - was zumindest nichts mit Geld zu tun hat - dass das die Vorbilder, das Freizeitverhalten auch der Eltern und Freunde, die Vorstellungen über zu erreichende Ziele, damit auch Förderung durch die Eltern eine Rolle spielen. Um es anschaulicher zu machen, der Vater (oder die Mutter) der mit dem Verkauf von Gebrauchtwagen aus eigener Kraft Millionär geworden ist, wird andere Dinge von seinem Kind erwarten als der Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei von seinem Kind erwartet. Welche Parameter den Ausschlag wirklich geben, hat die Statistik (auch die Pisa-Studie) noch nicht belegen können. Beste Grüße

Na Herr Rabe auf welche "Statistik" beziehen Sie sich denn wieder?Kam die im Tv in "Welt der Wunder"?Aber mal abgesehen davon:Es mag ja sein und ist in einem bestimmten Masse wohl auch so,dass der "arme" Zwilling" es schwerer hat,aber ist das ein Grund nach dem Motto"wir machen alle gleich",dafür zu sorgen,dass der"reiche"Zwilling es in Zukunft genauso schwer hat wie der "arme"?Das kommt nämlich dabei raus,wenn die"Gutmenschen"wieder losschlagen,denen Sie immer das Wort reden !Wo sie recht haben ist,dass es in Deutschland u. auch Frankreich für einen "armen" Zwilling am schwersten ist im Vergleich zum "reichen" Zwilling. Ganz im Gegensatz z.b. zu den USA wo der arme "Zwilling" gefördert und GEFORDERT von seinen ELTERN und auch ELITENFÖRDERUNGEN UND STIPENDIEN von bösen bösen reichen Leuten und Firmen auch mal auf eine (womöglich sogar Elite-)Uni geht u. mit 30 Jahren Softwaremillionär oder ähnliches wurde u. hunderte von Arbeitsplätzen schafft.Warum nicht in Deutschland u. Frankreich?Wozu anstrengen?Wir haben ja eine Harz-VI Schule,dürfen Abitur mit Laubsägearbeiten machen(rote Bundesl. wie Bremen,NRW,Saarland,HH)Dafür dürfen wir uns auf grosse sozialistische Traditionen berufen UND wir haben dafür Kurt Beck u. eine Andrea Nahles

Wenn in Deutschland zwei Zwillinge bei der Geburt getrennt werden, der eine Zwilling in einem Millionärshaushalt aufwächst und der andere bei Arbeitern so ist die Wahrscheinlichkeit des Kindes welches das Glück hatte bei den Millionären aufzuwachsen um ein vielfaches(!) größer später erfolgreich ein Studium abzuschließen. Das sind die statistischen Fakten. Leider zeichnet sich Deutschland hier im europäischen Vergleich durch eine besonders scharfe Selektion aus. Das ist vereinzelt doch dem einen oder anderen Kind aus der Unterschicht, trotz widriger Umstände, gelingt aufzusteigen ist dabei kein Beweis für die Richtigkeit des Systems, denn erst wenn echte(!) Chancengleichheit besteht kann man auch von Freiheit sprechen.

Kollege Rabe, wer will, der konnte schon immer. Es ist furchtbar leicht, sich immer über die "Ungerechtigkeiten des Systems" zu beschweren, indem man mit dem Finger auf die Reichen zeigt, die sich "angeblich alles leisten können". Das zeigt Ihre weltfremde Haltung. Einen guten Schulabschluss kann ich mir auch mit noch soviel Geld nicht kaufen, ebenso erspart mit Geld nicht den Lernprozess. Geld macht viele Dinge vielleicht einfacher. Die Anstrengung um etwas zu erreichen, erspart mir Geld hingegen nicht. "Können" ist zunächst einmal eine Frage des "wollens". Dann findet man auch einen Weg. Aber freilich: es ist wesentlich einfacher, ständig zu jammern und mit dem Finger auf die bösen, bösen Reichen zu zeigen, die angeblich verhindern, als einen eigenen Weg zu suchen. Es gibt genügend Kinder aus armen Hause, die es weit nach oben geschafft haben. Auch ohne Geld, nur mit Anstrengung. Sie verwechseln einmal Mehr Chancen- und Ergebnisgleichheit. Als ich in meiner Studi-WG (Wohnheim) in Tübingen lebte, waren die Bafög-Empfänger die, die immer am Party machen waren. Praktika, Nebenjob, alles Fremdwörter für diese Leute.

Herr Lutzmann sie haben Recht, daß gute Politik ein Maximum an 'Freiheit' für den Bürger zum Ziel haben muss. Aber worin besteht denn Freiheit ? Eben nicht nur darin frei sein zu 'dürfen' sondern auch zu 'können'. Wenn ihnen jemand Fesseln anlegt und dann sagt es sei ihnen erlaubt diese zu lösen dann nutzt es ihnen gar nichts wenn sie das zwar 'dürfen' aber nicht können'. Übertragen auf einen Staat bedeutet das, daß der Staat nicht nur das 'dürfen' sondern auch das ökonomische 'können' seiner Bürger fördern muss. Also z.B. nicht nur die Erlaubnis für jeden zu konsumieren, zu reisen oder sich zu bilden sondern eben auch die nötigen Mittel dazu bereitstellen. Bzgl. des 'Dürfen' sind wir in Deutschland sehr weit, es gibt kaum ein Land der Erde wo die individuelle Freiheit so groß wäre. Aber bzgl. des 'Können' ist Deutschland hinter vielen anderen Ländern zurück. In Deutschland 'dürfen' ärmere Menschen zwar sehr viel, aber im Vergleich zu Reichen Menschen 'können' sie auf Grund wirtschaftlicher Zwänge mit dieser 'Dürfen-Freiheit ' oft nichts anfangen. Und darin liegt eine große Gefahr ! Denn wer aufgrund wirtschaftlicher Not z.B. nicht reisen 'kann' wird diese Freiheit kaum verteidigen, warum sollte er auch ?

Mit lautem Geheule. Weil in Dtl. niemand mehr mündig ist. Immer wird nach Papa Staat, der allmächtige Staat, gerufen. Für alles und jeden verantwortlich. Wissen Sie, welcher volkswirtschaftliche Schaden durch diese Subventionen entsteht, was durch den Schutz von einigen Berufsgruppen an innovativen Ideen verhindert wird? Eine Unmenge. Im übrigen sollte es in einem Staat nicht um die "Machtbalance" gehen. Staatliche Aufgabe ist ganz allein die Sicherung der individuellen Freiheit der Bürger. Macht bedeutet immer die Einschränkung der Freiheit eines anderen. Von daher sollte sich jeder Menschenfreund von politischer Macht freiwillig verabschieden. Worum es aber geht: Machterhalt: nicht der Menschen wegen, sondern zur Sicherung des eigenen Jobs. Die grössten Verlierer eines radikalen Wechsels wären unsere sozial gerechten Politiker. Oftmals völlig unfähige Wesen oder jede Erfahrung in irgendeinem Beruf.

Eigentlich erzählt uns die FDP nicht viel Neues. Und das ist auch das Bemerkenserte. Seit Jahren predigen sie Bürgergeld und Vereinfachung des Steuerrechts. Jetzt scheint die Zeit gereift zu sein, Gehör zu finden. Ich wünsche viel Glück. Interessant zu wissen wäre noch die Ausgestaltung des Hebesatzes auf Einkommensteuer durch Kommunen. Das hört sich sehr nach nationalem Steuerwettbewerb an. Darin sehe ich auch eine Chance für unterentwicklete Regionen in Nord/Ostdeutschland. Schlimm wird jetzt nur das Gezehter aller anderen Parteien, die bei dieser einfachen Sachlage nichts mehr zu verteilen hätten, ergo sich um neue Themen bemühen müssten.

Herr Rabe, die CSU konnte immerhin schon mal einen Subventionsabbau dahin gehend verkünden, dass nur noch Geld "verteilt" wird, dass auch in der "Kasse" vorhanden ist!! Sprich es werden immerhin keine neuen Schulden mehr gemacht!! Bayern ist sogar sehr erfolgreich dabei (dank Edmund Stoiber) den Schuldenberg abzubauen. Das sind alles sehr unpopuläre Massnahmen (gewesen) !! Ich weiss was sie sagen werden, die CSU hat ja die Schulden auch gemacht--- Richtig, aber glauben Sie ernsthaft die Sozen hätten weniger gemacht? Und vor allem, dass die Umverteiler angefangen hätten die Schulden zurückzubezahlen? Nein, die lassen sich dann schon abwählen und andere sollen es richten !!(Kennen sie irgend ein Land auf der Welt (egal ob Bundesland, bundesstaat oder sonstige) dem es durch eine Regierung (Länger als 15 Jahre!!)durch eine Partei mit dem Bestandteil "Sozial..." im Namen besser geht als anderen "Ländern"? Ach ja und Bayern und CSU gelten nicht!!!

Das sieht alles ein wenig nach Kirchoff aus. Das galt damals schon als böse und wird es heute wieder tun. Obwohl der Ansatz genau der richtige ist. Vereinfachung darf nicht sein. Die bösen Besserverdiener sollen ruhig zahlen. Ne, ne. Das ist ein ganz gefährlicher Weg. Wo zahlen den bitte Besserverdiener weniger Steuern, wenn man den Steuersatz senkt und alle Abschreibungsmöglichkeiten abschafft? @ Hr. Raabe: Sie scheinen sich ja mit der Gebührenordnung der RA bestens auszukennen. Was ist an dieser Gebührenordnung bitte halbstaatliche Subvention? Wie soll denn bitte der Wettbewerb aussehen? Zwei Scheidungen zum Preis von einer? Mandate nur noch übernehmen, wenn es gute Aussichten gibt zu gewinnen und damit auch Geld zu bekommen? Haben Sie mal versucht, mit den Gebühren kostendeckend einen Asylrechtsfall zu beackern? Ich denke nicht.

Herr Lutzmann, natürlich wäre es aus rein ökonomischer Sicht oft richtig Subventionen zu streichen. Aber Politik ist eben nicht in erster Linie eine Frage der Ökonomie sondern eine Frage der gesellschaftlichen Machtbalance. Was machen Sie denn mit den Verlierern solcher Umschichtungen ? Würde sich z.B. die CSU einen Gefallen tun wenn sie in Bayern solche Subventionsstreichungen verkünden würde ? Würde die FDP sich einen Gefallen tun, wenn sie ihr halbstaatlich subventioniertes Klientel (Rechtsanwälte mit staatlicher Gebührenordnung, Apotheker mit staatlichem Gebietsschutz, Schornsteinfeger etc. etc.) dem Wettbewerb aussetzen würde ? Natürlich nicht und deswegen passiert das auch nicht. Im übrigen passen die beliebten Sprechblasen auch rein rechnerisch gar nicht zu den angekündigten Steuergeschenken. Die Subventionen betragen eben keine 25 Milliarden, mann muss also, wem auch immer, noch viel mehr streichen. Die spannende Frage bleibt: Wem denn ?? bzw. Wie werden diejenigen reagieren ??

Lieber Rabe, es wäre durchaus wünschenswert, wenn endlich die "Bauernhöfe" oder "Unternehmen" geschlossen werden würden die nur durch Subventionen funktionieren. Es reicht aber in Zukunft ganz einfach aus, den "Shoppingwahn" einiger Minister (v.d.L. etc.) mal etwas einzuschränken und nicht immer neue Betätigungsfelder zu finden. Das Steueraufkommen wächst überproportional zum BIP. Friert man die Ausgaben also mal ein Jahr lang ein, dann hat man im nächsten Jahr durchaus Kohle für die Entlastung seiner Bürger. Aber, auch zusätzlich wäre ein Verzicht angebracht. Dieser Staat gibt Geld für Blödsinn aus, das glaubt man gar nicht. Wacht die FDP unter Clown Westerwelle endlich auf? Eigentlich ist es die "Aufgabe" der FDP die individuelle Freiheit der Bürger zu sichern. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Partei selbst zum Mehrheitsbeschaffer degradiert. Bravo FDP, genau dieser Weg ist einzuschlagen. Das es dazu aber des Weckrufes der CSU bedarf ust traurig.

Momentan scheint grade ein Wettrennen darin zu bestehen wer die größten Steuer-Wahlgeschenke macht... (was ja einen Politiker erstmal gar nichts kostet) Aber auf die einfache Frage 'Wer bezahlt' ? bekommt man natürlich keine Antwort, von der neoliberalen FDP schon gar nicht. Da kommen dann nur die üblichen Luftbuchungen wie 'Subventionsabbau', 'Entbürokratisierung' , 'mehr Effizients' etc. etc. Aber da der Staat jeden(!) Euro den er einnimmt auch sofort an irgendeinen Bürger zurück gibt bringen diese Sprechblasen selbst dann nichts, wenn sie den war wären. Wer also muss verzichten liebe FDP ??? Bürokratieabbau ? OK, wieviel Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst werden entlassen ? Wie wird deren Gehalt gekürzt ? Subventionsabbau ? Ok, wo genau ? Wessen Unternehmen oder Bauernhof wird also geschlossen weil er nur durch Subventionen funktioniert. Wieviel Menschen werden dann zusätzlich arbeitslos und was wird das dann den Staat kosten ? WER MUSS VERZICHTEN ???? Darauf erhält man nie eine Antwort........