
Bei einem Wahlsieg will die Union im neuen Bundestag einen Untersuchungsausschuß einsetzen, um zu prüfen, welche Streichlisten wirklich im Finanzministerium geplant wurden. Kann man das überhaupt nachträglich noch feststellen? Vermutlich wird Eichel ein sauberes Ministerium übergeben und alle überflüssigen Akten entsorgen. Oder denke ich falsch?

Angesichts der Auflagen der EU und Eurostat ist es nur zu klar, dass auch Herr Eichel sich Gedanken über Einsparungen machen muss und mit Sicherheit den Auftrag zur Erstellung von Einsparungslisten für die einzelnen Ressorts gegeben hat. Im Herbst wird es sowieso heiß, wenn Eurostat Deutschland rügen wird und wahrscheinlich dann auch in Regreß für das zu hohe Defizit nimmt. Man wundert sich, daß Herr Eichel in den letzten Tagen auch von der "Bildfläche" verschwunden ist und nicht persönlich Stellung bezieht. Das alles deutet auf die Richtigkeit der existierenden Sparlisten hin.

Das Niveau des Wahlkampfs hat die Grenze des Erträglichen längst überschritten. Es ist erstaunlich für wie dumm die Wahlkämpfer aus allen Lagern die Wähler offenbar halten.
Das beharrliche Bestreiten einer Streichliste durch die Regierung ist eine ebenso unerhörte Dreistigkeit wie das Verhalten der Union, die suggeriert, sie käme um drastische Sparmaßnahmen herum, um die öffentlichen Haushalte wieder in Ordnung zu bringen.
Den Wählern ist längst klar: den reinen (leider wohl schwer verdaulichen) Wein wird uns - wer immer künftig regiert - erst mit einigem zeitlichen Abstand zum Wahltag einschenken.
Hermann Brandt

Wir leben in einer verrückten, demagogischen Welt. Wer besser lügt, der gewinnt. Der Wähler vergnügt sich sado- masochistisch. Von Disskussionskultur kann keine Rede sein. Merkel beklaut Reagan, nennt dies "Inspiration". Sie hat einiges von Bush gelernt. Mit "Präventivschlägen" wendet sie potentielle Angriffe ab, nach dem Motto "Der Dieb ruft: "Haltet den Dieb!"
Das Volk amüsiert sich prächtig - es ahnt, ab Montag ist es "Schluss mit lustig".
D.Malakov

warum die Wortwahl 'GIFTLISTE' ?
jede seriöse Regierung muss in Anbetracht eines
drohenden Finanzkollapses Ausgaben zusammen-
streichen, um einen drohenden Staatsbankrott zu
vermeiden.
Eichel LÜGT, wenn er eine Streichliste dementiert,
sonst wäre er ja ein unverantwortlicher Finanz-
minister.
Die CDU mit der Wortwahl 'Giftliste' suggeriert,
dass es eine Streichliste so bei ihr nicht gäbe.
Eichel lügt, die CDU suggeriert KEINE Streichliste.
Vielleicht geht es nicht anders, wenn der Ehrliche nicht
der Dumme sein soll; denn was sich der Bundeskanzler
und der Aussenminister an ekelerregender Polemik und
an gezielter Desinformation leisten, sucht seines-
gleichen und ist nichts anderes als versuchter Wähler-
betrug und Volksverdummung