Wie ich heute in der Netzzeitung las, hat sich der der Literat Günther Grass erboten, zwischen Köhler und Klar zu "vermitteln". Man fasst es nicht, aber es ist tatsächlich so, wenn man der Netzzeitung glauben darf.
Ob Grass sich aufgrund seiner früheren Mitgliedschaft in der Waffen-SS für besonders sachkundig hält, zwischen dem Herrn Bundespräsidenten und einem rechtskräftig verurteilten Häftling (genauer möchte ich nicht werden) zu "vermitteln", kann ich nicht beurteilen. Aber nach meinem Sprachempfinden setzte die "Vermittlung" zwischen zwei Personen immer eine gewisse gleiche Augenhöhe dieser Personen (hier Köhler/Klar?) voraus ...
Entweder hat die Netzzeitung also das Angebot des Literaten Grass nicht richtig wiedergegeben oder aber er, Grass, hat sich in diesem Zusammenhang entweder (wieder einmal) mächtig im Ton vergriffen (was ja nicht neu wäre) oder ihn verlässt mit zunehmendem Alter das sensible Sprachgefühl, das nicht nur Literaten haben sollten.
Es mag aber auch sein, dass ich den Begriff der Grass´schen "Vermittlung" zwischen Köhler und Klar nur nicht richtig zu deuten vermag.
Daran wird´s liegen.
Eins steht jedenfalls fest:
durch das Grass´sche Angebot artet diese Diskussion langsam zur Posse aus.
Herrn Brüderles Einlaß wurde wohl deswegen von Ihm gemacht, um das Wort 'Tarifverhandlungen' im Zusammenhang mit Terrorismus unterzubringen.
Sonst wüßte ich nicht was dieser Vergleich für eine Erklärung bringen soll. Die Einstellung von Herr Brüderle zu corporatistischen Modellen sind ja bekannt. Alles schlecht!
Es kann doch wohl nicht wahr sein, was da spekuliert wird.
Nicht nur, dass die Diskussion um die Begnadigung schon eine Ohrfeige an die Opfern und die Allgemeinheit ist, nein, da äussert sich Herr Klar auch noch eindeutig zu den extremen Taten und nichts passiert.
Ich hoffe, dass der Bundespräsident, den ich sehr schätzte, gesunden Menschenverstand walten lässt und der Sache Klar einfach überhaupt keine Bedeutung bemisst. Gnadengesuch ablehnen und Herr Klar muss einfach wie alle anderen Straftäter bis zum Ende seines Urteils - also 2009 im Gefängnis bleiben.
Es wäre ein Schlag ins Gesicht aller rechtschaffenden Bürger, wenn sich der Repräsentant der deutschen Volkes mit einem schwer kriminellen Straftäter trifft. Wazu? Was will er erfahren?
Herr Bundespräsident - lassen Sie diesen Unsinn - wobei ich davon ausgehe, dass Sie das sowieso nicht vorhatten und es eine wüste Spekulation der Medien ist.
Ich finde das Engagement der Union und der FDP um die Gesundheit unseres Bundespräsidenten rührend, das sie selbst in der Zelle von Klaar noch eine Gefahr für das Leben unseres hochgeschätzten Horst Köhlers vermuten. Denn als nichts anderes ließe sich die Warnung aufnehmen, wäre doch eine mahnende Warnung gegen den Präsidenten eine lächerliche verkennung der demokratischen Struktur.
