Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf einem undatierten Foto

Stauffenberg

In Gewissensnöten dem Gewissen folgen

Von Familie und Kindheit bis zur Verwundung in Afrika und dem 20. Juli 1944: Die Bundeswehr widmet Graf Stauffenberg, der zentralen Figur ihrer Traditionspflege, in Sigmaringen eine Ausstellung zu seinem 100. Geburtstag. Von Stephan Löwenstein.

Lesermeinungen zum Beitrag

16. November 2007 17:05

Des Teufels General

Harry LeRoy (Cimon)

Zwangsläufig fühlt man sich bei der kultischen Verehrung Stauffenbergs an Carl Zuckmayers „Des Teufels General“ erinnert, wenn der Fliegergeneral das Angebot seines Obersten, in den Widerstand zu gehen, mit den Worten zurückweist: „Wer dem Teufel auf Erden die Bahn gebombt habe, der müsse ihm auch in der Hölle Quartier machen.“ In der Tat erscheint Stauffenbergs Widerstand reichlich spät zu kommen, ganz wie der General in Zuckmayers Stück, hatte auch er lange und eifrig Hitler gedient und dessen Maßnahmen überwiegend gebilligt, bis Ende 1941 zumindest, als er die Übernahme des Oberbefehls durch Hitler billigte. Erst im Angesicht der Niederlage trennte er sich von seinen Herren und versuchte einen der wohl am kläglichsten gescheiterten Putschversuche überhaupt. Wenn die zweite deutsche Republik unbedingt ihren Tyrannenmörderkult braucht, so sollte sie sich an Georg Elsner und die Weiße Rose halten. Weniger Stauffenbergs konservative Ansichten stehen dem im Wege, als dessen langes williges Mitmachen.

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