Zwangsläufig fühlt man sich bei der kultischen Verehrung Stauffenbergs an Carl Zuckmayers „Des Teufels General“ erinnert, wenn der Fliegergeneral das Angebot seines Obersten, in den Widerstand zu gehen, mit den Worten zurückweist: „Wer dem Teufel auf Erden die Bahn gebombt habe, der müsse ihm auch in der Hölle Quartier machen.“ In der Tat erscheint Stauffenbergs Widerstand reichlich spät zu kommen, ganz wie der General in Zuckmayers Stück, hatte auch er lange und eifrig Hitler gedient und dessen Maßnahmen überwiegend gebilligt, bis Ende 1941 zumindest, als er die Übernahme des Oberbefehls durch Hitler billigte. Erst im Angesicht der Niederlage trennte er sich von seinen Herren und versuchte einen der wohl am kläglichsten gescheiterten Putschversuche überhaupt. Wenn die zweite deutsche Republik unbedingt ihren Tyrannenmörderkult braucht, so sollte sie sich an Georg Elsner und die Weiße Rose halten. Weniger Stauffenbergs konservative Ansichten stehen dem im Wege, als dessen langes williges Mitmachen.
