Schloß Bellevue

Der unbequeme Amtssitz soll komfortabel werden

Von Mechthild Küpper

Hier baut der Bund

Hier baut der Bund

21. Mai 2004 Den Amtssitz Schloß Bellevue kann der neue Bundespräsident oder die neue Bundespräsidentin erst im September 2005 beziehen und muß derweil im benachbarten Neubau für die Verwaltung des Bundespräsidialamts von 1998 arbeiten.

Selbst Johannes Rau wird für die wenigen Wochen seiner restlichen Amtszeit umziehen müssen, während das 1786 fertiggestellte Schloß Bellevue im Tiergarten saniert wird. Große Staatsempfänge sollen während der Arbeiten im Schloß Charlottenburg, kleinere im Gästehaus des Auswärtigen Amts in Dahlem stattfinden.

Reparaturarbeiten

Das an der Spree gelegene Schloß Bellevue braucht eine neue Haustechnik, es bekommt neue elektrische Anlagen, eine bessere Wärmedämmung, neue Sanitär- und Heizungsanlagen, die Fenster werden repariert, die Rolläden, der störanfällige Aufzug und die Fassade werden erneuert.

Die knapp sieben Millionen Euro teure Renovierung des Nordflügels ist schon abgeschlossen, seit Mittwoch werden der Mitteltrakt und der Südflügel saniert. Es werde keine luxuriösen Umbauten geben, sagte der Präsident des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Florian Mausbach. Die Kosten belaufen sich auf zwölf Millionen Euro. Ganz wegfallen wird die Dienstwohnung des Bundespräsidenten im Schloß Bellevue. Sie hat sich als zu klein erwiesen. Sie wird zu einem Speisesaal umgebaut.

Nur Herzog war Dauermieter

Dauerhaft bewohnt hat die unbequeme Herberge nur Bundespräsident Roman Herzog, der 1994, fünf Jahre vor dem Bundestag und der Bundesregierung, nach Berlin zog. Weizsäcker nutzte noch den Bonner Amtssitz, die Villa Hammerschmidt, die heute zweiter Amtssitz des Bundespräsidenten ist, Rau wohnt mit seiner Familie in der eigentlich für den Bundestagspräsidenten vorgesehenen Wohnung in Dahlem.

Amtssitz des Bundespräsidenten ist Schloß Bellevue seit 1959. Der Bau, der im Auftrag des jüngsten Bruders von Friedrich II., Prinz Ferdinand von Preußen, nach Plänen von Philipp Daniel Boumann errichtet wurde, diente im Ersten Weltkrieg als Besprechungsort der Obersten Heeresleitung und der Regierung mit den Alliierten. Von 1929 an wurde das Schloß als Bürogebäude, Ausstellungshalle und Museum genutzt, von 1938 an war es Gästehaus der Reichsregierung. Im April 1941 zerstörte eine Bombe den vom Architekten Langhans 1791 entworfenen Saal. Schloß Bellevue wurde zwischen 1955 und 1959 wieder aufgebaut.

Bildmaterial: dpa/dpaweb

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