Rüttgers gegen Merkel

Union streitet über Rente

Im CDU-Präsidium geht der Streit um die Rente heute in eine neue Runde: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Rüttgers muss seine Vorschläge gegen die Kanzlerin verteidigen. Der Kern von Rüttgers' Forderung: Wer lange gearbeitet hat, muss mehr Rente bekommen als Hartz IV-Empfänger.

Lesermeinungen zum Beitrag

01. Mai 2008 11:00

Die Renten-Debatte und der Mythos der Demografie

Bernd Kriebel (berndkriebel)

Sinn, Rürup, Riester und ihre gut bezahlten Expertenkollegen, die ständig die „demografische Krise“ beschwören, müssen ihren Lebensabend nicht mit einer Rente zwischen 400 und 800 Euro bestreiten. Sie müssen auch nicht sinkende Löhne, weniger Sozialleistungen und Rentenkürzungen in Kauf nehmen. Beschäftigte mit niedrigeren Einkommen können sich eine zusätzliche private Vorsorge nicht leisten. Für viele ist dadurch die Altersarmut vorprogrammiert. Die Lüge von der demografischen Zeitbombe wird eingängig illustriert und durch die Politik und ihre von der Versicherungswirtschaft bezahlten Lobbyisten wie die Herren Sinn, Rürup und Riester verbreitet. Dass der demografische Wandel überhaupt nichts Neues ist, merkt scheinbar niemand. Vor 100 Jahren etwa kamen auf einen Rentner zwölf Erwerbsfähige, 1950 war dann das Verhältnis nur noch eins zu sieben. Wir haben bereits einen dramatischen demografischen Wandel hinter uns. Dass dieser unbemerkt blieb, resultiert im Wesentlichen daraus, dass die Beschäftigten in der gleichen Arbeitszeit immer mehr produziert haben und die Löhne gestiegen sind. So konnte bis zum Jahr 2000 den demografischen Veränderungen Rechnung getragen werden.Dann sind wir neben Export- und Dumpinglohnweltmeister, auch bald Armutsweltmeister.

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28. April 2008 15:47

@A. Malliki (a.malliki)

Marcel Meier (MarcelMeier)

Die DRV ist insolvent, sie verschleppt sie jedoch.
Für Bürger ist Insolvenzverschleppung strafbar....
Drohende Zahlungsunfähigkeit herrscht vor, aber wozu sich sorgen, es werden einfach noch mehr "ungedeckte Schecks" für Alle ausgestellt. Das ist unsere Solidargemeinschaft, nur keiner will sie bezahlen. Ergo will auch niemand anderer Leute Rente zahlen. Jetzt auch noch für angebliche Geringverdiener.
Das hat natürlich Sytem, höhere Rentenbeiträge für die leistende Mittelschicht und gleichbleibende Steuern. Somit hat man wie bei der Krankenreform die Transferempfänger in die Versichertengemeinschaft eingeschleust und kann mehr steuerfinanzierte Wohltaten an noch mehr Transferempfänger leisten, oder besser deren Stimmen erbitten.
Licht aus.


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28. April 2008 13:59

Merkel: Die infolvenzfähige Rente kommt

A. Malliki (a.malliki)

Rüttgers Vorschläge sind kein Systembruch, sondern stürzen die Renten noch mehr in Krise. Systembruch wär: Die Zweiklassengesellschaft in der Rentenversicherung abzuschaffen, denn gemeinschaftlich ist ein System erst, wenn alle einzahlen - was bei der Rente nicht so ist.

Die Besserverdienenden und Selbständigen flüchten sich in die privaten Vers. Der Beamtenwasserkopf ernährt sich ohne Beitragszahlungn fürstlich aus dem Rententopf.

Arbeitslose Ältere werden frühverrentet und auch sonst muß der schwer gebeutelte pflichtversicherte Arbeitnehmer, alle diejenigen mitfinanzieren, die aus Kapitalgründen einfach entlassen werden.

Dafür wird auch noch die Unternehmersteuer gesenkt und die MwSt. erhöht, damit sich das System finanziert. Ob das ein gerechtes soziales System ist, ist fraglich.

Merkel muss natürlich gegen einen Systemwechsel sein, denn die Nähe zur Bertelsmann-Stiftung ist hinlänglich bekannt. Diese will den Inneren Markt für Private öffnen und eine Pflicht zu allgemeinee Privatrente wäre ein super Geschäft für die Finanzdienstleister, mit der Garantie, dass die Rente in Zukunft Insolvenz anmelden kann.

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28. April 2008 11:21

ArbeitsWERT!

Marcel Meier (MarcelMeier)

Warun spricht es keiner aus?
Manche Arbeit ist nunmal nicht mehr wert, als die Höhe mit der sie entlohnt wird.
Keiner zahlt mehr, wenn die Arbeit auch in Asien für geringere Kosten gemacht wird.
Warum soll noch mehr umverteilt werden???

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28. April 2008 11:02

CDU total zerstritten und desolat....

bernd ullrich (demokrat2)

..... wäre wohl die Überschrift gewesen, wenn es sich nicht um die CDU handeln würde. Oder: Zick-Zack-Kurs von Merkel führt zu Konfrontationen in der CDU. Oder: Kauder wirft Rüttgers Parteischädigung vor. Oder: CDU zerrissen, oder ..... Bei der CDU klingt das "Union streitet um Rente" immer noch moderat, andere Parteien fallen fast auseinander, wenn unterschiedliche Meinungen die Vielfalt in einer Partei widerspiegelt. Dabei gibt es zur Zeit in der CDU/CSU eklatante Auseinandersetzungen, die alle nur das Ziel haben, sich selbst zu nutzen und die anderen zu schädigen. Da ringt Rüttgers mit dem Rententhema bereits um die Kanzlerkandidatur, Merkel weiss nicht so recht, Wulff lauert, Koch will sogar mit Althaus jedem Bürger achthundert Euro pro Monat in die Hand geben, damit sie gewählt werden. Die CSU verspricht die alte Pendlerpauschale. Kauder und Pofalla haben alle Hände voll zu tun, um die SPD mit schlechten Nachrichten in den Medien zu halten. Ablenken! Frau Merkel nutzt nicht ihre Richtlinienkompetenz, um klar zu äussern, wohin und mit welchem Ziel die CDU unterwegs ist. Heute Hüh, morgen Hott. Weil sie nichts festmacht, provoziert sie die vielen Zwischenrufe ihrer Vasallen.

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28. April 2008 10:52

Verständnis für...

Bernd Kaiser (wunschtraum2208)

...die Menschen, die Jahrzehntelang in die Rentenkasse eingezahlt haben und danach nicht zur Bundesagentur für Arbeit stempeln gehen wollen habe ich voll und ganz. Aber, wie soll denn jemand mehr Rente als Grundsicherung bekommen, der bzw. sein Leben lang sagen wir mal auf 400 Euro Basis gearbeitet hätte und gerade mal fünf Euro zur Rentenkasse beisteuert. Im günstigsten Fall sind es dann ein wenig über zwanzig Euro durch freiwillige Beiträge. Wie soll das gehen, dass dann die Rentenkasse über 400 Euro Rente zahlt? Ich kann ja nur das hergeben, was ich vorher eingenommen habe. Wenn die Rentenkasse aber aufgrund solcher Rechenexempel zahlungsunfähig würde, wem wäre damit geholfen? Damit wäre doch weder denjenigen gedient, die dann evtl. ein paar Euro mehr Rente bekommen würden, noch denjenigen, die dann mit drastischen Einschnitten in ihre Rente rechnen müssten, da kein Geld mehr da ist. Und was steuerfinanziert ist, holt sich der Staat ohnehin eins zu eins plus x von uns wieder zurück. Das sollte man nicht vergessen.

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28. April 2008 09:24

Sehr einseitig.

Harry Hain (zx10)

Nicht nur wer lange einzahlt, sondern (vielmehr) auch mehr einzahlt.
Ergo: Abgeordnete haben keine hohen Rentenansprüche mangelnder Einzahlungen. :-)

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