Am Tag danach

Farbenspiele um die Macht

Nur mit ihm will die SPD regieren

Nur mit ihm will die SPD regieren

19. September 2005 Die Spitzengremien der im neuen Bundestag vertretenen Parteien haben am Montag in Berlin über den Ausgang der Bundestagswahl beraten. Da weder Rot-Grün noch Schwarz-Gelb im neuen Parlament über eine eigene Mehrheit verfügen, werden sich die Koalitionsverhandlungen extrem schwierig gestalten. Gleichwohl will Gerhard Schröder Kanzler bleiben, Angela Merkel will es werden - offenbar zunächst auch ohne eine tragende Koalition.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich zuversichtlich geäußert, daß eine neue Regierung unter seiner Führung zustandekommt. „Unsere Aufgabe ist es, diesen erklärten Willen unserer gesamten Partei umzusetzen“, sagte er am Montag nach einer SPD-Präsidiumssitzung in Berlin im Willy-Brandt-Haus. „Und das werden wir tun.“ Das Ergebnis der Wahl zeige eindeutig, daß „diese großartige Partei gebraucht wird“.

SPD lädt zu Gesprächen ein, FDP winkt ab

Von der SPD bekam Schröder Rückendeckung. Die Partei werde nur dann eine große Koalition mit der Union eingehen, wenn Kanzler Schröder im Amt bleibt, stellte der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering am Montag nach Sitzungen der Führungsgremien in Berlin klar. Er habe CDU, FDP, CSU und Grüne in Briefen offiziell zu Sondierungsgesprächen über eine Regierungsbildung eingeladen. Merkels Büro habe schon angerufen und die Einladung angenommen. Müntefering sagte, er gehe davon aus, daß in den nächsten Tagen ein Termin zustande komme. Laut Festlegung im SPD-Präsidium bleibt die Linkspartei von dem Gesprächsangebot ausgenommen.

Die Vorgespräche für solche Verhandlungen sollen vom Präsidium und den Stellvertretern Münteferings übernommen werden. Dazu gehört auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, der in Mainz zusammen mit der FDP regiert. Allerdings hat die FDP Gespräche mit der SPD schon abgelehnt. Das beschlossen das Parteipräsidium und der Vorstand der Bundestagsfraktion am Montag morgen in Berlin. (Siehe: FDP: Westerwelle schließt Schwarz-Gelb-Grün nicht aus)

Müller: Schröder leidet am „Simonis-Syndrom“

Demonstrativ gutgelaunt: Schröder und Müntefering vor der Präsidiumssitzung der SPD

Demonstrativ gutgelaunt: Schröder und Müntefering vor der Präsidiumssitzung der SPD

Das CDU-Präsidiumsmitglied Hildegard Müller warf dem Bundeskanzler Realitätsverweigerung vor: „Herr Schröder leidet offenbar am Simonis-Syndrom“, sagte Müller. Den Auftrag zur Regierungsbildung habe die Union erhalten.

Das bekräftigte auch Kanzlerkandidatin Angela Merkel am Montag. Nach Beratungen im Präsidium und Vorstand der CDU kündigte Merkel an, gemeinsam mit dem CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber noch diese Woche erste Sondierungsgespräche mit allen Parteien außer der Linkspartei zu führen. Begonnen werde mit der FDP. Die Unterstützung für diesen Weg sei einmütig und klar gewesen. CDU-Generalsekretär Volker Kauder sagte: „Wir wollen sehr schnell dem Land eine Regierung stellen.“

Danke für die Blumen: Merkel nach einem Empfang von Parteifreunden

Danke für die Blumen: Merkel nach einem Empfang von Parteifreunden

Am Montag wurde auch spekuliert, Union und SPD könnten ihre jeweiligen Kanzlerkandidaten im Bundestag bis zum dritten Wahlgang ins Rennen schicken. Dann genügt die einfache Mehrheit, um einen Kanzler zu wählen. Enthielte sich die Linkspartei wie angekündigt ihrer Stimmen, könnte Frau Merkel mit Unterstützung von Union und FDP als erste Bundeskanzlerin in die Geschichte eingehen.

Kauder: Wollen schnell eine Regierung stellen

Nach den Stimmverlusten für die Union bei der Wahl will sich Frau Merkel an diesem Dienstag zunächst als Fraktionsvorsitzende wiederwählen lassen. Offenbar erhofft sie sich davon Rückendeckung für mögliche Koalitionsgespräche. Ursprünglich war in der konstituierenden Sitzung am Dienstag noch keine Wahl der Fraktionsvorsitzenden vorgesehen.

Beinahe ausdruckslos: Die Augen der Kandidatin

Beinahe ausdruckslos: Die Augen der Kandidatin

Mehrere führende Unions-Politiker sprachen sich unterdessen gegen eine große Koalition mit der SPD aus oder verlangten zumindest, offene Gespräche zu führen. Zugleich mehren sich in der Union die Stimmen für ein schwarz-gelb-grünes Bündnis, das auch unter den Begriffen „Schwarze Ampel“, „Schwampel“ oder sogar „Jamaika-Koalition“ firmiert - wegen der Nationalfarben der Karibik-Insel.

Wulff: „Jetzt keine Tür zuschlagen“

Kauder sagte: „Wenn es möglich ist, daß wir eine Koalition bilden können, die keine große Koalition ist, dann würde ich dafür auch viel Sympathie empfinden.“ Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus warnte die Union davor, sich auf ein bestimmtes Regierungsbündnis festzulegen: „Wir müssen die Gespräche offen führen. Es gibt schon zu viele Festlegungen, zum Teil auch bei uns.“

Vorsichtiger Blick über den Horizont

Vorsichtiger Blick über den Horizont

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff äußerte sich skeptisch zu einem Bündnis mit FDP und Grünen, schloß es aber nicht aus. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers warnte davor, sich auf eine solche Koalition zu konzentrieren. „Man kann jetzt keine Tür zuschlagen.“

Ähnlich äußerte sich der hessische Ministerpräsident Roland Koch: „Ich will nicht, daß wir uns auf die große Koalition festlegen, die halte ich für schlecht.“ Man müsse auch über alle anderen Optionen sprechen und für sie offen sein. „Alle, die glauben, es gebe dort nur eine oder anderthalb Lösungen, die werden sich irren.“

Söder: Natürlich denkbar

Der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Fraktion Ronald Pofalla nannte eine „Schwarze Ampel“ eine Option für die Union, „weil wir vor allem - glaube ich - in wirtschaftspolitischen Fragen gar nicht so weit auseinander sind, wie das vielleicht auf den ersten Blick scheint“.

Auch CSU-Generalsekretär Markus Söder schließt eine „Jamaika-Koalition“ nicht aus. „Wir müssen die Gespräche führen, natürlich wäre eine solche Konstellation denkbar“, sagte Söder am Montag in der ARD. „Die Menschen haben den Wechsel in Deutschland gewählt.“ (Siehe auch: Koalitions-Optionen: Wer könnte mit wem regieren?)

Gysi: Linkspartei wird Schröder nicht zum Kanzler wählen

Für die Linkspartei stellte ihr Spitzenkandidat und designierter Fraktionsvorsitzender Gregor Gysi klar, daß sie Schröder im Bundestag nicht zum Kanzler wählen würde. Schröders politischer Kurs sei abgewählt worden, sagte Gysi am Montag. Deshalb werde kein Linkspartei-Abgeordneter Schröder heimlich wählen. Gysi und Spitzenkandidat Oskar Lafontaine lehnten es auch ab, eine rot-grüne Minderheitsregierung zu tolerieren.

Als erster Spitzenpolitiker hat unterdessen das FDP-Präsidiumsmitglied Hermann Otto Solms am Montag eine Neuwahl ins Gespräch gebracht. „Man darf sich dem Thema Neuwahlen nicht völlig verschließen“, sagte Solms der Zeitung „Tagesspiegel“.

Fischer will nicht unter Merkel dienen

Außenminister Joschka Fischer (Grüne) hat es indes ausgeschlossen, unter einer Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Minister zu bleiben. Er könne es sich nicht vorstellen, dann weiter im Kabinett zu sein, sagte Fischer am Montag in Berlin.

„Ich kann den Menschen nicht erzählen, daß ich darum kämpfe, daß wir unsere Politik verteidigen, daß wir eine Politik der sozialen Kälte und des ökologischen Rückschritts nicht wollen und hinterher dann etwas völlig anderes machen.“ (Siehe: Nach der Wahl: Koalitionsspekulationen)

Gabriel: FDP soll Ampelkoalition erwägen

Führende SPD-Politiker verlangten indes, daß Bundeskanzler Schröder in seinem Amt bleibe. Auch SPD-Vorstand Sigmar Gabriel nannte das als Voraussetzung für eine mögliche Koalitionsbildung.

Gabriel forderte die FDP auf, von ihrem Nein zu einer Ampelkoalition abzurücken. „Man kann doch bei dem Ergebnis, das die FDP bekommen hat - das ja überraschend gut ist - da kann doch die FDP nicht erklären, wir beteiligen uns nicht an der Suche nach einer stabilen Regierung“, sagte Gabriel im Deutschlandfunk.

Zur Frage, ob nicht die Union als stärkste Bundestagsfraktion den Auftrag zur Regierungsbildung habe, verwiesen Generalsekretär Benneter und Gabriel darauf, daß die SPD als stärkste Partei bei der Bundestagswahl abgeschnitten habe. Das ist korrekt, sofern man CDU und CSU getrennt betrachtet, die aber beide nicht - wie die SPD - bundesweit angetreten sind.

Union stärkste Fraktion im Bundestag

Im neuen Bundestag können CDU und CSU nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis mit 225 Sitzen rechnen, die SPD mit 222 Sitzen. Drittstärkste Kraft werden die Liberalen mit 61 Abgeordneten vor der Linkspartei mit 54 und den Grünen mit 51 Abgeordneten. Auch die Nachwahl in einem Dresdener Wahlkreis am 2. Oktober wird die Rangfolge von Union und SPD im Bundestag nicht mehr verändern können.

Wie der Bundeswahlleiter bekanntgab, kamen CDU und CSU auf zusammen 35,2 Prozent, die SPD auf 34,3 Prozent, die FDP auf 9,8 Prozent, die Grünen auf 8,1 Prozent und die neue Linkspartei.PDS auf 8,7 Prozent der Stimmen.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb, FAZ.NET, REUTERS

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Sie möchten Zuschuss zur Ihrer neuen Brille? Vergleichen Sie jetzt online einfach und bequem verschiedene Krankenzusatzversicherungen und sparen Sie bares Geld!

Koalitions-Optionen

Wer könnte mit wem regieren?

Daß diese beiden nicht zusammenkommen, scheint klar

Nach der Bundestagswahl ist die Machtfrage offen. Große Koalition ohne Merkel oder Schröder? „Jamaika“-Bündnis? Rot-Rot-Grün? Theoretisch sind mehrere Koalitionen möglich, praktisch umsetzbar erscheinen aber nur wenige: Die denkbaren Konstellationen.

Wahlforscher

„Vorbehalte gegen Merkel“ sorgen für Einbruch der Union

Bedrückte Wahlsiegerin: Angela Merkel

In ihren Analysen machen Wahlforscher vor allem die mangelnde Zustimmung zur Kanzlerkandidatin verantwortlich für das schlechte Abschneiden der Union. Angesichts der „personalen Dominanz“ Schröders bei der Aussicht auf eine große Koalition hätten CDU und CSU ihre Wähler nicht mobilisieren können.

Bundestagswahl

Noch ist alles offen

Nach der Bundestagswahl beschäftigen vor allem zwei Fragen das Land: Wer wird Bundeskanzler und welche Koalition wird Deutschland führen? Eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

Regierungsbildung

Schlägt jetzt „Köhlers Stunde“?

Bundespräsident Horst Köhler

Soll sich der Bundespräsident bei der schwierigen Aufgabe der Regierungsbildung einmischen oder nicht? Staatsrechtler sind sich in dieser Frage uneinig. Köhler selbst wolle sich zunächst zurückhalten, hieß es aus dem Bundespräsidialamt.

FDP

Westerwelle schließt Schwarz-Gelb-Grün nicht aus

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat ein Zusammengehen von Union, FDP und Grünen in einer Regierungskoalition als möglich bezeichnet. Seine Partei werde „jede Chance wahrnehmen, damit es eine schwarz-gelbe Regierung geben kann“.

Bundestagswahl

Entscheidung in Dresden?

Bei der Nachwahl in Dresden gehen rund 219.000 Stimmberechtigte mit dem Wissen um das vorläufige Endergebnis der Bundestagswahl an die Wahlurnen. Die Mehrheitsverhältnisse werden jedoch auch sie nicht entscheidend verändern können, sagt ein Meinungsforscher.

Schwarz-Gelb-Grün?

Fischer lehnt Beteiligung an Merkel-Regierung ab

Fischer will Deutschland nicht unter Merkel dienen

Unter einer Kanzlerin Angela Merkel will Außenminister Fischer keinen Kabinettsposten bekleiden. Die Grünen beäugen die Idee einer „Jamaika“-Koalition mit Union und FDP mit Skepsis - aber wie lange noch?

Pressestimmen aus dem Ausland

„Deutschland scheint unregierbar zu sein“

Versteh' einer die Deutschen: Wahlbeobachtung

Die deutsche Furcht vor „Angela Thatcher“: Mit Verblüffung, mitunter gar mit Bedauern blickt das Ausland nach der Wahl auf Deutschland. Wir haben Kommentare ausländischer Zeitungen zusammengestellt.

Reaktionen im 'O-Ton'

Schröder: Keine große Koalition unter Merkel

Spezial Das Spitzenpersonal der Parteien zeigt sich nach der Bundestagswahl heftig zerstritten. Gegenseitige Angriffe beherrschten die „Elefantenrunde“ bei ARD und ZDF. Die wichtigsten O-Töne in einem Audio-Spezial von FAZ.NET.

Schröder und die Medien

Das Ende des Kuschelfernsehens

Doris Schröder-Köpf fand den Kanzler “zu krawallig“

Ein aggressiver, arroganter Kanzler, streitlustige Journalisten - die Elefantenrunde war für die vom Christiansen-Kuschelfunk eingelullten Fernsehzuschauer eine Überraschung. Nur Doris Schröder-Köpf hat es nicht gefallen.

Bildergalerie

Ein Debakel - Was für ein Sieg

Bedrückte Sieger

Dieses Wahlergebnis ist ein Debakel für die Union und ihre Kanzlerkandidatin Merkel. Doch die Chuzpe, mit der Schröder nun abermals seinen Führungsanspruch als Kanzler vorbringt, läßt die Lage nach der Wahl noch schlimmer aussehen als die rot-grüne Bilanz, die vor dem 18. September zu ziehen war. Kommentar mit Bildergalerie.

Abschied aus dem Kompetenzteam

Kirchhof zieht sich zurück

Paul Kirchhof: Nur ein Ausflug in die Politik?

Der Finanzexperte in Merkels „Kompetenzteam“ beendet sein Intermezzo in der aktiven Politik und wird sich wieder wissenschaftlich mit Staatsrecht und Steuerrecht beschäftigen. Angela Merkel war das bis zum Mittag „nicht zu Ohren gekommen“.

Wahlkreis-Ergebnisse

Merkels Heimsieg, Eichels Coup, Schilys Niederlage

Die Ergebnisse der Wahlkreise

Zumindest im hohen Norden, in ihrem eigenen Wahlkreis, hat Kanzlerkandidatin Angela Merkel eindeutig gewonnen. Das gelang auch Finanzminister Eichel, der sich in Kassel zur Wahl stellte. Einige prominente Politiker scheiterten als Direktkandidaten. Wahlkreis-Ergebnisse im Überblick.

Nach der Wahl

Die Grünen besichtigen ein Soufflé

Fischer: “Keine Mehrheit mehr“

Ampel, Schwampel, Opposition? Die Grünen mögen sich noch nicht festlegen, welche Rolle sie in der kommenden Legislaturperiode spielen wollen. Aber das Gefühl, doch noch ein Türchen zur Macht zu sehen, tut ihnen offenkundig gut.

CSU

Grenzenlos enttäuscht

Stoiber: Alles andere als ein Traum-Ergebnis

Ungläubige Gesichter am Wahlabend der CSU in München. Die Partei rutschte unter die magische Grenze von 50 Prozent. Da konnten die Bayern nur das Mantra ihres Nationalheros Franz Beckenbauer beschwören: Schau'n mer mal!

Patt im Bundestag

Beide Lager ohne Mehrheit

Betretene Gesichter: Anhänger der FDP  verfolgen die “Berliner Runde“

Rot-Grün hat bei der Bundestagswahl die Mehrheit verloren, Schwarz-Gelb keine bekommen. Dennoch sehen sich sowohl Schröder als auch Merkel vom Wähler beauftragt, das Land zu regieren. Die Union kommt auf 225 Sitze im Bundestag, die SPD auf 222. FDP und Linkspartei/PDS haben deutlich hinzugewonnen. Die Grünen sind stabil geblieben.

CDU/CSU

Merkels geraubter Sieg

Entsetzen bei Merkel-Anhängern über das Wahlergebnis

Die CDU und ihre Kanzlerkandidatin trifft der Schock der Niederlage ohne Vorbereitung. Noch fällt den Enttäuschten keine Erklärung ein, jedenfalls keine eindeutige, zu viele Begründungen werden für möglich gehalten.

Wahlabend

Wahl ohne klaren Sieger

Deutschland hat gewählt, doch wie die neue Regierung aussehen wird, wußte am Wahlabend niemand zu sagen. Klar ist nur: Weder Rot-Grün noch Schwarz-Gelb hat eine Mehrheit.

SPD

Schröders gewünschter Erfolg

Mit vollem Ernst: Schröder will Kanzler bleiben

„Meine Zukunft ist, deutscher Bundeskanzler zu bleiben“, hatte Gerhard Schröder bis zuletzt gerufen. Siegesgewißheit, Selbstbewußtsein hatten das Unmögliche wahrmachen sollen. Gerhard Schröder will weiter daran glauben, auch künftig die Regierung zu führen.

Linkspartei

Lafontaine zitiert Willy Brandt

“Mehrheit links von der Mitte“ - Lafontaine zitiert Willy Brandt

Die Linkspartei feiert den Einzug in den Bundestag. Oskar Lafontaine suchte die SPD mit einem Brandt-Zitat zu ärgern. Gregor Gysi träumt schon von einer „Mehrheit links von der Mitte“ - in ein paar Jahren.

FDP

Bitter-süße Stunden

Griff nach den Zweitstimmen glückte: Westerwelle als Schattenmann

Ein ungeheurer Erfolg, aber zugleich eine furchtbare Niederlage. Die FDP ist so stark wie seit fünfzehn Jahren nicht mehr und dennoch abermals weit entfernt von einer Koalition mit dem Wunschpartner. Was also tun mit der neuen Kraft?

Nachwahl

Union bleibt auch nach Dresden stärkste Fraktion

Dresden I wählt später

Die Union wird stärkste Fraktion im neuen Bundestag. Daran wird auch die Nachwahl am 2. Oktober in dem vor drei Jahren hart umkämpften Wahlkreis Dresden I. nichts mehr ändern, die zu einem weiteren Überhangmandat führen könnte.

Angela Merkel

„Klarer Auftrag, eine Regierung zu bilden“

Auch die Kanzlerkandidatin hat für die Union den Auftrag zur Regierungsbildung reklamiert. „CDU und CSU sind die stärkste Kraft, die Union hat damit einen klaren Auftrag, eine Regierung zu bilden.“ Der CSU-Vorsitzende Stoiber sagte Merkel bei diesem Vorhaben seine weitere Unterstützung zu.

Gerhard Schröder

„Stabile Regierung unter meiner Führung“

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat für sich beansprucht, weiterhin die Regierung zu bilden. Die Union sei „grandios gescheitert“. Joschka Fischer hat unterdessen, anders als andere Grünen-Politiker, eine Regierungsbeteiligung nicht ausgeschlossen.

Stimmen zur Wahl

„Rot-Grün ist beendet“

Von „Sie hat den Auftrag zur Regierungsauftrag erhalten“ bis „Das Land will Gerhard Schröder als Bundeskanzler haben“: FAZ.NET dokumentiert Zitate von Spitzenpolitikern nach der Bundestagswahl.

Wirtschaftspolitik

Was jetzt Vorrang hat

Ökonomen fordern eine neue Wirtschaftspolitik für Deutschland

Was nach der Wahl zu tun ist: Arbeitsmarkt deregulieren, Sozialsysteme sanieren, Abgabensystem reformieren. Sechs Ökonomen des Kronberger Kreises fordern von der künftigen Bundesregierung eine neue Wirtschaftspolitik.

Finanzmarkt

Politische Hängepartie kann Aktienmärkte nicht beflügeln

Wahlausgang gibt zu denken

Enttäuscht reagieren die Finanzmärkte auf den unentschiedenen Wahlausgang in Deutschland. Der Euro steht unter Druck und die Börse tendiert leichter. Die Hoffnung auf eine entschiedene Wirtschaftspolitik schwindet.

Rentenmarkt

Unsicherheit über künftige Regierung dürfte Anleihen eher nützen

Der Ausgang der Bundestagswahl gilt als Belastung für den Aktienmarkt. Für Anleihen sehen Strategen dagegen die Unsicherheit über die künftige Bundesregierung als tendenziell günstig an. Viel bewegen dürfte sich aber nicht, heißt es.