es erfahren hat, dann kann man wohl davon ausgehen, das Köhler
beim Springer-Verlag hat anfragen lassen, ob man gedenkt, seine zweite
Kandidatur zu unterstützen. Die Antwort wird positiv gewesen sein.
Schließlich liegt man politisch ja auf einer Linie. Köhler ist ein Symbol für
neoliberale Politik, für die auch der Springer-Verlag mit seinen Zeitungen steht.
Ich könnte mir vorstellen, das dem Durchschnitts-Bürger zu Köhler nicht viel
einfällt. Warum auch? Er hat ja nichts besonderes gemacht, ausser ein bißchen präsentieren.
Nun kann der Bundespräsident auch nicht viel Einfluss nehmen - außer
das er ein paar außergewöhnliche Reden hält. Das hat Köhler aber nicht
zustande gebracht. Im Vergleich mit den Persönlichkeiten seiner Vorgänger
ist er eine graue Maus geblieben.
Warum also noch eine zweite Amtszeit? Vielleicht weiß die Parteizentrale
der CDU die Antwort.
Man sollte auf keinen Fall die "Macht" des BPräs überschätzen. Er ist (allein) zu Repräsentativem berufen, wie soll er da Politik machen.
Auch kann er allein die Bereitschaft für eine zweite Amtszeit signalisieren, sich aufstellen kann er nicht.
Zwischenzeitlich hat Herr Köhler mit seiner durchaus unbequemen Art, das Amt zu bekleiden, wenig Freunde gemacht - zumindest unter den Politikern.
Wenn er wieder offensiv Politik macht und auch unbequeme Gedanken äußert, wird er sicherlich dem Bürger positiv in Erinnerung bleiben.
Meine Stimme in der Bundesversammlung hätte er ...
Womit bitte möchte Herr Köhler weitermachen?
Oder anders gefragt: Wann fängt er an, sich mit den Herausforderungen und Chancen der Gegenwart für unser Gemeinwesen zu beschäftigen? Z.B. der galoppierenden Inflation, der Krise unseres Finanzsystems, den Bildungs- und Innovationsbarrieren, den ethischen Defiziten gewisser Eliten in unserem Land, den sündhaft teuren Folgen seiner Fehlentscheidungen als Finanzpolitiker?