SPD-Kanzlerkandidatur

Beck: Steinmeier ist ein „sehr erfahrener Mann“

04. April 2008 Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck hält Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier für einen Mann, der in der Lage ist, Wahlen zu gewinnen. „Ich halte ihn für einen sehr erfahrenen Mann“, sagte Beck in Wiesbaden. Er sei sich „ganz sicher“, dass Steinmeier, der bislang nie für die SPD in einen Wahlkampf gezogen ist, dennoch Wahlen gewinnen könne.

„Die Tatsache, dass man es noch nicht gemacht hat, ist nicht gleichzusetzen damit, dass man es nicht kann“, sagte der SPD-Chef. Er kenne den Außenminister bereits aus der Zeit, als dieser noch Chef der niedersächsischen Staatskanzlei in Hannover war. Beck machte aber deutlich, dass er sich in der Frage der Kanzlerkandidatur derzeit noch nicht festlegen will: „Ich weiß, wann und ich weiß, wie ich vorgehen werde“, sagte er.

Beck verwies auf das Schicksal von Johannes Rau. Dieser sei von der SPD vor der Bundestagswahl 1987 sehr früh zum Kanzlerkandidaten ausgerufen worden und habe dann eine sehr schwere Zeit erlebt. Als die eigentliche Wahlauseinandersetzung anstand, sei Rau dann chancenlos gewesen.

„Politbarometer“: Steinmeier am beliebtesten

Nach einer aktuellen Umfrage hat Außenminister Steinmeier auf der Liste der beliebtesten Politiker erstmals in diesem Jahr Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von der Spitze verdrängt. Im ZDF- „Politbarometer“, das am Freitag veröffentlicht wurde, kommt der SPD- Vize auf einen Wert von 1,7. Im Vergleich zum Vormonat bedeutet dies zwar ein Minus von 0,1 Punkten. Die CDU-Vorsitzende verlor jedoch 0,6 Punkte und liegt jetzt nur noch bei einem Wert von 1,6.

Beck verlor abermals an Sympathiewerten. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident liegt nun mit minus 0,5 (März: -0,2) klar im Negativ-Bereich. Auch der Anteil der Befragten, die sich für Beck als Kanzlerkandidaten aussprachen, ging noch einmal zurück. Derzeit sind nur 19 Prozent dafür. Im März waren es noch 26 Prozent. Beck will sich erst in einigen Monaten dazu äußern, ob er als Kanzlerkandidat antreten wird oder einem anderen Politiker den Platz überlässt.

Die Umfragen zum „Politbarometer“ wurden von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen gemacht. Befragt wurden in der Zeit vom 1. bis 3. April mehr als 1200 wahlberechtigte Bundesbürger. Die Fehlertoleranz liegt zwischen 1,4 und 2,7 Prozentpunkten.



Text: FAZ.NET mit AP, dpa
Bildmaterial: dpa

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