Pandemiegefahr

Eichel stellt 20 Millionen Euro für Impfstoff-Forschung bereit

Hans Eichel: Nach schneller Prüfung zugestimmt

Hans Eichel: Nach schneller Prüfung zugestimmt

19. August 2005 Nach eindringlichen Warnungen des Bundesgesundheitsministeriums und des Robert-Koch-Instituts vor einer drohenden gefährlichen Grippewelle hat Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) nun kurzfristig befürwortet, bis 2010 insgesamt zwanzig Millionen Euro zusätzlich für die Impfforschung zur Verfügung zu stellen.

Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung soll in diesem Jahr eine Summe von zwei Millionen Euro bereitgestellt werden. Ein Sprecher Eichels widersprach Darstellungen aus der Regierung, denen zufolge das Finanzministerium sich gegen die Investitionen gewehrt habe. Das Ministerium habe nach einer sehr schnellen Prüfung dem Haushaltsausschuß des Bundestags am Freitag sein Ja zu den Sonderausgaben übermittelt.

Mutation könnte das Virus gefährlicher machen

Ein russischer Bauer hat bis auf ein Huhn alle seine Tiere durch die Vogelgrippe verloren

Ein russischer Bauer hat bis auf ein Huhn alle seine Tiere durch die Vogelgrippe verloren

Das Geld stehe zur Verfügung, sobald der Ausschuß das Vorhaben zur Kenntnis genommen habe. Mit den Fördermitteln sollen Prototypen von Impfstoffen entwickelt werden, die bei einer weltweiten Grippe-Epidemie zum Einsatz kommen könnten.

Unter Fachleuten besteht derzeit die Sorge, daß sich die Vogelgrippe auch bis nach Deutschland ausbreiten könnte. Noch ist die Vogelgrippe nur für Menschen gefährlich, die engen Kontakt mit infizierten Vögeln haben. Doch das Erbgut des Virus könnte so mutieren, daß es auch unmittelbar von Mensch zu Mensch übertragen wird. Damit stünde eine gefährliche Pandemie bevor.

Niederlande wollen vorbeugen

In den Niederlanden müssen alle Geflügelhalter zum Schutz vor der sich ausbreitenden Vogelgrippe von Montag an ihre Tiere einsperren. So solle der Kontakt zu möglicherweise infizierten Zugvögeln verhindert werden, teilte das niederländische Landwirtschaftsministerium am Freitag in Amsterdam mit. Alternativ könnten die Geflügelhalter auch Gehege bauen, die einen Kontakt mit Wildvögeln unmöglich machten. Die Niederlande gehören zu den größten Fleischexporteuren der Welt.

In Deutschland will Verbraucherschutzministerin Renate Künast per Eilverordnung die Geflügelhalter zu ähnlichen Maßnahmen noch vor dem Eintreffen des Großteils der Zugvögel verpflichten. Als Frist für das Inkrafttreten der Aufstallungspflicht hätten Experten den 15. September empfohlen, sagte die Grünen-Politikerin am Freitag im Deutschlandfunk. „Wir diskutieren jetzt dieses Datum mit den Bundesländern.“

In Asien sind an der Vogelgrippe bislang mehr als 50 Menschen gestorben. Die Krankheit war Mitte Juli in Sibirien ausgebrochen und hat sich in den vergangenen Tagen weiter nach Westen ausgebreitet.

(Siehe auch: Vogelgrippe: Wer zahlt für den Influenza-Impfstoff?)

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa, dpa/dpaweb, picture-alliance/ dpa/dpaweb

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