Wer die familiären Gründe nicht glaubt, hat kein Gespür dafür, wie es Menschen geht, die ein Krebsschicksal in der Familie zu tragen haben.
Außerdem: Es macht politisch überhaupt keinen Sinn zurückzutreten, weil man in einer Koalitionsrunde den SPD-Standpunkt nicht gegen die CDU/CSU durchsetzen konnte. Das ist keine persönliche Niederlage für Müntefering (anders als ALG I). Es ist geradezu absurd zu glauben, Müntefering wäre zurückzutreten, weil der Postmindestlohn am Widerstand des Koalitionspartners scheitert.
Natürlich hat Herr Münterfering sich letztlich aus persönlichen Gründen zu seinem Abgang entschieden.
Vorangegangen war aber ein politischer Abgang auf Raten,zu dem ihn "seine" SPD geradeweg gezwungen hat ;welcher die Abwägung zugunsten des Privatlebens geradezu erzwungen hat.
Denn die SPD war ,ist und bleibt aufgrund der ihr eigenen
Denkstruktur und Handlungsweise eine reine Oppositions-
partei:
Diese Partei befindet sich seit jeher in steter Opposition zu ihren Spitzenpolitikern,zum von ihr gestellten Kanzler,und auch in steter Opposition zum Land selbst.
Das war nie anders und auch nie anders sein.
Ein so profilierter Politiker wie Müntefering, entschließt sich also geradezu über Nacht dazu, zurückzutreten? Und das aus familiären Gründen? Warum dann die Geheimnistuerei über zwei Tage?
Glaubt wirklich irgendjemand, daß er nicht hätte abschätzen können, was auf dem Treffen passiert und daher vorher schon seine Demission im kleinen Kreis bekanntgegeben? Vor allem nachdem Beck ihn auf dem Parteitag schon abgebügelt hatte.
Und selbstverständlich hat Merkel jede Chance genutzt, politische Zwietracht zu säen, schließlich hat sie bei Kohl gelernt...
Wer die familiären Gründe glaubt, hat kein politisches Gespür.
SJ
einer meiner Vorredner schreibt vom Wiedererstarken der SPD. Der einzige SPD Sympathisant hier bei den Kommentaren.
Ich mag weder die CDU/CSU noch die SPD. Schon gar nicht Ex-Kanzler Schröder. Auch vergesse ich nicht die unwürdigeRolle des "Münte" bei den letzten Wahlen und seine Wandlung vom Saulus zum Paulus
Aber hätte Schröder das sogenannte Blair Papier mit Unterstützung seiner eigenen Genossen durchgebracht, die SPD stände heute besser.da.
Es geht nämlich nicht um Parteiprogramm es geht um das Volk zu dessen Nutzen sie alle den Eid schwören müssen.
Dummschwätzer Beck und linkes Gedankengut vom Rest der verbliebenen SPD passen nicht mehr in die heutige, globalisierte Welt. Die Fabrikarbeiter sterben aus, die jungen, sich im Internet gut informierte Jugend wird nun endgültig die SPD in die Wüste schicken.
Dort wird sie versanden auch wenn sie aus reiner Machtgeilheit schon bei den nächsten Wahlen mit den ewig gestrigen Linken zusammengehen werden. Für dieses volksfeindliche Verhalten ist kein Platz mehr vorhanden
Wie ist es möglich, dass Frau Merkel Herrn Müntefering im Kabinett vorführt?
Ein Gesetz braucht eine Mehrheit im Parlament, nicht im Kabinett. Es würde sich problemlos eine Mehrheit für ein entsprechendes Gesetz finden. Wahrscheinlich sogar bei den CDU-Abgeordneten und fast sicher bei der CSU.
Aber auch die linken Parteien im Bundestag verfügen über ein satte Mehrheit.
Also Herr Müntefering warum sind Sie zurück getreten, einmal richtig zu getreten ( natürlich nur im übertragenen Sinne) und die Sache wäre schneller und besser erledigt gewesen.
P.S. Der Abgeordnete ist nur seinem Gewissen unterworfen und dem Deutschen Volk verpflichtet. Dem Volk nicht dem Kabinett.
Wenn in Deutschland ein unliebsamer Politiker abtritt, dann hört man immer die Selbe fadenscheinige Begründung:
"Aus gesundheitlichen Gründen"
Mag es sein, daß es sich wirklich um die Sorge seiner Frau gegenüber handelt. Er verlässt das sinkende Schiff SPD und beschleunigt damit den Untergang.
Der Kapitän verlässt als einer der letzten das Schiff aber nicht als der Letzte. Das sollte zu denken geben.
Da geht er hin. Der xte- "große alte Mann der SPD" den diese Partei mittlerweile verschlissen hat. Müntes Abgang passt genau in die Demontage-Schiene auf die ihn sein Genosse Beck vor langer Zeit geschoben hat. Nun legt er alles nieder und geht. Hungern wird er nicht denn -die neuen Diäten als MdB die nimmt man noch mit solange es geht.
Da wirds bei mir anders laufen. Ich kann nicht einfach weglaufen wenn mir der Job zum Halse raushängt. Danke Müntes Super-Arbeitsminister-Idee werde ich (wenn ich Glück habe) noch mit fast 70 einen Arbeitsplatz besetzen den ein junger Mensch nötig braucht weil er eine Familie gründen will, ich brauch ihn aber auch weil der Münte mir die Rente bei einem "Münte-Abgang" vor 67 nur mit Riesenabzügen gönnt. Apropos - wieviel kriegt der jetzt eigentlich abgezogen wenn er vorzeitig in Ruhestand geht ?
Aber hier geht eben auch der einzige Politiker der sich ehrlich und vor allem öffentlich empört hat, als das Wahlvolk seinen Berufsstand am Grad der Einhaltung von Wahlversprechen messen wollte.
Denn anders als das einfache Volk begreifen Politiker ein Wahlversprechen nicht als Zielvereinbarung zwischen Wähler und Volksvertreter, sondern als Ausrutscher, unglücklich ausgedrückt, quasi - Versprecher.
Auch wenn private Gründe vorgeschoben werden und die sind sicherlich ehrenhaft, so wissen wir doch alle, was wirklich dahinter steckt. Es ist doch viel weniger das Verhältnis zu Frau Merkel, als die ewigen Quängeleien eines Herrn Beck, die für diesen Schritt verantwortlich sind. Anders ist es doch gar nicht zu erklären, warum Herr Müntefering schon vor der Sitzung seinen Parteivorsitzenden informiert hat und nicht zumindest noch die Beratungen über den für ihn so wichtigen Mindestlohn abgewartet hat.
Nun haben Beck und Konsorten es also geschafft, endlich haben sie freie Bahn. Der unbequeme Verfechter der Agenda 2010 ist endlich aus dem Weg geräumt, nun können sie anfangen noch weiter zurückzurudern. Die Verlängerung von ALG I war nur der Anfang. Um die Regierung zu übernehmen, würde Beck doch alles tun. Dazu gehört, falls nötig, auch ein Bündnis mit der Linken, auch wenn das immer wieder dementiert wird. Aber wer soll es denn sonst sein? Die FDP will nicht, mit den Grünen alleine reicht es nicht mehr. Man kann nur hoffen, dass sich das Wahlvolk zu gegebener Zeit durch derartige Heucheleien nicht blenden lässt.
Die SPD steht vor ihrem Wiedererstarken und formiert sich neu.
Es ist genau der richtige Zeitpunkt.
Jetzt kann's los gehen.
Hochachtung vor Franz Müntefering. Was hat die SPD alles schon gegen ihn unternommen, um ihn zu demontieren. Jetzt hat Frau Merkel ihm einen Anlass gegeben. Aber er zahlt beiden nicht mit gleicher Münze zurück, sondern tritt aus reinen persönlichen Gründen zurück.
Hut ab, Herr Müntefering!
Auf weniger Wiedersehen, SPD.
Deutschland wird's verkraften!
Diese herzzerreissenden "Nachrufe" die man nun allenthalben hört klingen eher nach Selbstbeweihräucherung und Pfeifen im Wald. Rund heraus gesagt, ziemlich unglaubwürdig.
Erstens ist Müntefering nicht verstorben, was selbstverständlich jegliche Kritik hätte verbieten müssen und zweitens der Grund seines Abschieds mag auch andere Gründe als die, in der Tat, zutiefst bedauerlichen Erkrankung seiner Frau.
Also das möge man doch bei den ausufernden Lobeshymnen bedenken und die Kirche im Dorf lassen.
Sicher wird man die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland nicht in die Ära vor und nach Müntefering einteilen. Dazu standen zu schnell die Nachfolger schon längst erkungelt und festgelegt bereit.
Das Gejammere wird bereits spätestens nächste Woche vergessen sein.
Franz Müntefering hat mehrfach betont, dass die Entscheidung des Rücktritts mit der schweren Erkrankung seiner Frau zu tun hat. Wer öffentlich spekuliert, dass es sich um eine politische Entscheidung statt dessen handelt übersieht nicht nur, dass Müntefering in der Vergangenheit eigentlich nie einen Hehl aus seiner Meinung gemacht hat und es dementsprechend es auch jetzt so sagen würde (wenn es so wäre). Er missbraucht ein persönliches Schicksal zu seinen eigenen Argumentationszwecken. Besonders niederträchtig in diesem Zusammenhang dann wie Westerwelle vom Niedergang der Regierung zu sprechen. Es wird einem wirklich übel, wenn man solche Kommentare liest. Leider auch in den Kommentaren dieses Forums, so dass man sich fragen muss, wie niedrig die Anstandsschwelle schon gesunken ist. Ich bete darum, dass die doch sehr konservative Kommentatorenriege der FAZ morgen nicht auch in diese Richtung argumentiert. Es disqualifiziert nur den Kommentator.
Da hat die SPD wirklich ein Meisterstück hingelegt, das ihr so schnell keiner nachmachen kann.
Der von Merkel gemobbte Arbeitsminister kann seinen Rücktritt aus rein privaten Gründen erklären, statt in Sack und Asche davonzuschleichen, weil ihn die Kanzlerin nicht mehr lieb hat.
Jedes Wort von Müntefering sitzt.
Niemand kann schreiben, das Opfer sei zu gross angesichts der nur geringen Geländegewinne der SPD nach ihrem Parteitag. Im Gegenteil, durch die Beck-Offensive wurde sogar noch mehr Gelände gewonnen, als bisher gedacht, denn ein Vizekanzler, der der Kanzlerin bei der Verlängerung des ALG I schön gehorcht und dennoch beim Mindestlohn gemobbt wird, der wäre als absoluter Looser rübergekommen.
Merkel wird die Erfahrung machen, dass ein Wahlsieg nicht automatisch ausreicht, um vier Jahre lang Kanzlerin sein zu dürfen.
Was bitteschön, soll daran geil sein? Das seine Frau Krebs hat? Das man das letzte bißchen Kompetenz, das die SPD vorzuweisen hatte, rausgeekelt hat (so wird es nämlich gewesen sein)? Jetzt kommen echte Nervensägen (Nahles, Beck) und das ist geil? Ich bin kein Fan der SPD und werde sie wohl nie wählen, aber was jetzt kommt ist schlimmer als es zehn Schröders sein können.