Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote sinkt unter die Zehn-Prozent-Marke

02. November 2006 Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober um 153.000 auf 4.085.000 gesunken. Das waren 471.000 weniger als vor einem Jahr, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg. Die Arbeitslosenquote ging um 0,3 Punkte auf 9,8 Prozent zurück.

Experten hatten mit einer Abnahme der Erwerbslosenzahl gegenüber September um bis zu 100.000 Menschen auf dann rund 4,15 Millionen gerechnet.

Stabiler Trend wohl auch 2007

Weniger Arbeitslose erwartet

Weniger Arbeitslose erwartet

Als Ursachen hierfür hatten wurden die Herbstbelebung und das anhaltend gute Wetter im vergangenen Monat unterstellt. Im September war die Zahl der Menschen ohne Job um 134.000 auf 4,238 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote hatte sich um 0,4 Punkte auf 10,1 Prozent verringert.

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, rechnet für das Jahr 2007 entgegen früherer zurückhaltenderer Prognosen mit einem stabilen Trend auf dem Arbeitsmarkt. Die Bundesagentur gehe davon aus, daß die Zahl der Erwerbslosen im Jahresdurchschnitt um 170.000 auf 4,37 Millionen sinken werde, sagte Weise. Für das laufende Jahr erwartet die Behörde einen Jahresschnitt von 4,54 Millionen Arbeitslosen.

Müntefering: „Auf einem guten Weg“

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) wertet den Rückgang der Erwerbslosigkeit im Oktober als „wichtigen Etappensieg“. Auch „notorische Nörgler und Miesmacher“ könnten nicht mehr ignorieren, daß der Durchbruch am Arbeitsmarkt da sei, sagte Müntefering am Donnerstag in Berlin.

Der Minister begründete seine Position damit, daß die Arbeitslosigkeit erstmals seit Jahren wieder die Marke von zehn Prozent unterschritten hat. Zudem habe es seit der Wiedervereinigung nicht mehr einen solch starken Rückgang der Arbeitslosigkeit in einem Oktober gegeben. Als „besonders erfreulich“ wertete Müntefering, daß die Jugendarbeitslosigkeit überproportional gesunken sei. Auch bei den Langzeitarbeitslosen zeige sich mehr Bewegung.

Angesichts der bundesweit sinkenden Arbeitslosenzahlen hat Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) seine Forderung nach einer stärkeren Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung erneuert. Für die Betriebe und die Arbeitnehmer werde immer sichtbarer, daß der Regierungswechsel nach einem Jahr Früchte trage. „Das sollte sich auch auszahlen durch eine stärkere Entlastung der Betriebe und Arbeitnehmer bei der Arbeitslosenversicherung“, erklärte der CSU-Chef am Donnerstag in München. Dies sei auch ein entscheidender Schritt, um den Aufschwung am Arbeitsmarkt weiter zu verstärken.

Text: FAZ.NET mit Material der Agenturen
Bildmaterial: dpa, FAZ.NET

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