02. Juni 2006 Deutschlands Schüler müssen sich künftig bundesweit einem nationalen Schulleistungstest nach Art der internationalen Pisa-Studie stellen. Nach dem Beschluß der Kultusministerkonferenz (KMK) vom Freitag in Plön soll damit in Stichproben und länderübergreifend überprüft werden, wie weit die Schulen die neuen nationalen Bildungsstandards erfüllen.
In diesen Standards wird beschrieben, was ein Schüler im jeweiligen Fach zum Ende einer Jahrgangsstufe können muß. Betroffen seien Schüler der Klassen drei, acht und neun, sagte KMK-Präsidentin Ute Erdsiek-Rave (SPD). Der nationale Bildungstest für Drittkläßler soll künftig alle fünf Jahre, für die anderen Stufen alle sechs Jahre stattfinden, so Erdsiek-Rave. Zwischen dem Test und der Veröffentlichung des Ergebnisses soll höchstens ein Jahr vergehen. Deutschland werde daneben auch weiterhin an internationalen Tests im Rahmen der Pisa-Studie teilnehmen.
Schulzeit wird nicht generell verkürzt
Die eigenen deutschen Schulleistungstests, die künftig von einem Institut der Berliner Humboldt-Universität ausgewertet werden, sind Bestandteil einer Gesamtstrategie nach dem zweimaligen schlechten Abschneiden Deutschlands in der Pisa-Studie. Zu den repräsentativen Stichproben sollen zugleich landesweit einheitliche Vergleichsarbeiten hinzukommen, die jeder Schüler schreiben muß.
Laut einem weiteren Beschluß der Kultusminister soll die Schulzeit bis zur Mittleren Reife an den Gymnasien nicht generell von zehn auf neun Jahre verkürzt werden. Allerdings soll es Öffnungsklauseln geben. Damit kamen die Kultusminister dem Land Hessen entgegen, das solche Möglichkeiten zur Abweichung gewünscht hatte.
Text: FAZ.NET
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