Demoskopie

Union sinkt in der Wählergunst

Angela Merkel hat derzeit nichts zu lachen

Angela Merkel hat derzeit nichts zu lachen

29. September 2006 Der anhaltende Koalitionsstreit über die Gesundheitsreform haben die CDU und CSU in der Wählergunst so tief sinken lassen wie seit der deutschen Einheit nicht mehr. Nach dem am Freitag in Mainz veröffentlichten ZDF-Politbarometer käme die Union zurzeit bei Bundestagswahlen nur noch auf 33 Prozent, was einem Minus von drei Punkten seit der letzten Befragung Ende August gleichkäme. Dagegen würden SPD und FDP mit 31 Prozent (plus eins) beziehungsweise 13 Prozent (plus zwei) zulegen. Die Grünen blieben unverändert auf neun Prozent, und die Linkspartei.PDS verlöre einen Punkt auf sieben Prozent.

Unverändert gering sind nach der Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen unter 1.288 Wahlberechtigten die Erwartungen, daß die große Koalition die Probleme des Gesundheitswesens für einen längeren Zeitraum lösen wird. Daran glauben lediglich 16 Prozent, wohingegen 83 Prozent nicht mit einer dauerhaften Lösung rechnen. Gleichzeitig sind 48 Prozent aller Befragten der Meinung, daß keine Partei in der Lage ist, der Probleme im Gesundheitswesen Herr zu werden.

Schwindendes Vertrauen in die Politik

Auch ganz allgemein ist das Vertrauen in die große Koalition zurückgegangen. Auf die Frage, welche der rechnerisch möglichen Koalitionen am ehesten die anstehenden Probleme in Deutschland richten kann, nannten vor fast einem Jahr noch 52 Prozent die große Koalition, jetzt sind das lediglich noch 33 Prozent. Auf Platz zwei folgt mit 21 Prozent eine Koalition aus Union, FDP und Grünen. Die klassische Ampel aus SPD, FDP und Grünen halten 17 Prozent für am geeignetsten und 12 Prozent eine Koalition aus SPD, Linke.PDS und Grünen.

Das schwindende Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der großen Koalition hat laut Politbarometer seine Ursache auch in dem als zerstritten wahrgenommenen Verhältnis zwischen den Koalitionspartnern. So meinen 65 Prozent, daß das Verhältnis zwischen CDU/CSU und SPD in der Koalition eher schlecht ist, Ende August waren dies nur 51 Prozent. Auch wenn immer noch 64 Prozent meinen, daß Angela Merkel ihre Sache als Bundeskanzlerin eher gut macht, so glauben inzwischen nur noch 52 Prozent, daß sie sich in wichtigen politischen Fragen durchsetzen wird. Immerhin 41 Prozent gehen davon aus, daß sie sich nicht behauptet. Im Juli 2006 meinten noch 64 Prozent, daß Merkel sich eher durchsetzen werde.

Stoiber und Schmidt am Ende der Beliebtheitsskala

Die Liste der zehn wichtigsten Politiker führt Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) an. Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck liegt dahinter auf Platz zwei. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff schob sich auf Rang drei vor Innenminister Wolfgang Schäuble (beide CDU). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fiel um zwei Plätze auf Rang fünf zurück. Dahinter liegen Finanzminister Peer Steinbrück, Arbeitsminister Franz Müntefering (beide SPD), FDP-Vorsitzender Guido Westerwelle, Edmund Stoiber (CSU) und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD).

Text: FAZ.NET mit AP, DPA
Bildmaterial: dpa

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