Hält nichts von einem Markt für Krippen: Ursula von der Leyen

Ursula von der Leyen im Interview

„Kinder sind nicht nur eine Privatangelegenheit“

Ursula von der Leyen sagt im Interview, warum bei Kinderkrippen der Markt nicht funktioniert, Kinder nicht nur eine private Angelegenheit sind und Konservative und Sozialdemokraten letztlich das Gleiche wollen.

Lesermeinungen zum Beitrag

02. Mai 2007 12:48

vom Tellerwäscher zum Millionär (dank Umlage)

Franz Altmann (elviejo_136)

Wer Kinder nur "kriegt", um ihnen willkürliche
Schulden zu vererben und sich dadurch einen
nicht erarbeiteten Lebensstandard auf Kosten
seiner Kinder zu verschaffen, sollte besser
keine haben.

Das zukünftige erwartete Einkommen seiner Kinder
für eigenen Konsum zu verfrühstücken, ist nämlich
nicht gerade ein Zeichen von Kinderliebe.

Abgesehen davon, dass man Schulden nicht
vererben kann und dass, wenn die Kinder sie nicht bezahlen, letztlich doch der Staat darauf sitzen bleibt, kann sich mit solchen Taschenspielertricks jeder
Sozialhilfeempfänger zum theoretischen Millionär hochrechnen: einfach genug Kinder in die Welt setzen
(der Staat muss sie sowieso ernähren, weil sie
nichts für ihre Eltern können) und Vorauskasse
auf deren zukünftiges Einkommen fordern.

Die müssen dann eben noch mehr Schulden
an noch mehr Kinder vererben, um die Lawine
am laufen zu halten.

In der Privatwirtschaft kommen Erfinder
derartiger Schneeballsysteme verdientermaßen
hinter Gitter, in der deutschen Politik gewinnt
man damit Wahlen

Und wenn's den Kinder angesichts der geerbten
Schuldenlawine zu bunt wird und sie
die Koffer packen und auswandern, bauen wir
eine neue Mauer, nicht wahr ? Hier kommt
keiner raus !

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02. Mai 2007 12:41

Herr Müller

Franz Altmann (elviejo_136)

Die Antwort auf ihre Frage finden Sie im Beitrag
von Herrn Braun:

"Übrigens macht es im Ergebnis sehr wohl einen
Unterschied, ob zwei Leute arbeiten und davon
50% Steuern ans Finanzamt abliefern müssen,
oder stattdessen nur einer arbeitet und dank
Splitting brutto = netto kassiert.

Die nicht erwirtschafteten Steuern muss sich
der Staat dann woanders holen."

Auch wenn die Gleichung brutto = netto übertrieben
sein mag, ist dieser Erklärung im Prinzip nichts hin-
zuzufügen.

Aus gutem Grund kennt kaum ein anderes Land der
Welt das Steuerprivileg des "Ehegattensplittings" und
wenn ich z.B. mich mit meinem Bruder darauf einige,
dass wir beide nur noch abwechselnd ein halbes Jahr
arbeiten und dafür - da wir ja den jeweils anderen
versorgen müssen - während dieser Zeit keine
(oder fast keine) Steuern zahlen, dann wette ich mit
Ihnen, dass uns das Finanzamt einen Strich durch die
Rechnung macht: wir sollen schön beide das ganze
Jahr arbeiten und davon jeder die Hälfte abliefern.

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30. April 2007 16:56

Ehegattensplitting ...

Herrmann Mueller (Herbie_2005)

Zitat:

"Des weiteren stellt das Ehegattensplitting nicht Steuerfreiheit her, sondern sorgt dafür, daß zwei Familien mit gleichem Einkommen unabhängig von der Höhe der Einzeleinkommen die gleiche Steuerlast tragen müssen. Das finde ich gerecht."

Genau so ist es. Warum um alles in der Welt soll eine Familie mehr Steuern zahlen müssen, nur weil nicht beide Ehepartner gleich viel zum Gesamteinkommen beitragen?

Wenn z.B. der Mann 70 % und die Frau 30 % des Gesamteinkommens verdient (aus welchen Gründen auch immer), warum soll dieses Paar dann schlechter dastehen als ein anderes, bei dem beide Partner je 50 % zum Gesamteinkommen beitragen?

Genau diese Situation würde sich nämlich aufgrund der Steuerprogression ergeben.

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30. April 2007 16:07

Herr Braun,

Peter Huber (huberpeter)

Sie blenden in Ihrer Argumentation eine Hälfte einfach weg, die beispielsweise Herr Seidl ausgeführt hat. Mit der Eheschließung geht man eben eine Wirtschaftsgemeinschaft mit Verpflichtungen gegenüber dem anderen Partner ein. Die Eigentumsverhältnisse am eigenen Gehalt ändern sich damit.

Familiensplitting geht von der Annahme aus, daß die Eltern eine Unterhaltspflicht gegenüber ihren Kindern haben und somit ein Teil des Einkommens der Eltern faktisch den Kindern gehöhrt. So drückt es beispielsweise der ehm. Verfassungsrichter P. Kirchhoff aus. Erkennen Sie den feinen Unterschied zu Ihrer Interpretation?

Desweiteren stellt das Ehegattensplitting nicht Steuerfreiheit her, sondern sorgt dafür, daß zwei Familien mit gleichem Einkommen unabhängig von der Höhe der Einzeleinkommen die gleiche Steuerlast tragen müssen. Das finde ich gerecht.

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30. April 2007 14:20

@@Gleichbehandlung

Christian Braun (christianbraun)

Wenn das Ehegattensplitting keine Subvention
der Hausfrauenehe (denn der Ehrlichkeit halber
muss schon erwähnt werden, dass es praktisch
in 99% der Fälle dafür genutzt wird) ist,
warum wird es dann so verbissen verteidigt ?

Familiensplitting geht von der Annahme aus,
dass Kinder sich nicht selbst ernähren können
und daher ihr Unterhalt eine unvermeidbare
Verminderung des Familieneinkommens ist.

Dem dürfte kaum jemand widersprechen.

Dass sich dagegen eine volljährige Ehefrau
keine Arbeit suchen kann, ist eine deutsche
Besonderheit. Kinder erziehen ist natürlich
auch Arbeit, eigenartigerweise schaffen das
aber ein paar Milliarden Frauen im Rest der
Welt auch ohne staatliche Verbeamtung.

Und wie hier schon erwähnt wurde: wo ist die
Grenze ? Einen Haushalt hat schließlich jeder.
Steht mir auch ein Gehalt vom Staat dafür zu,
dass ich mein Essen koche und Geschirr spüle ?
Oder ist das keine tägliche Arbeit ?

Übrigens macht es im Ergebnis sehr wohl einen
Unterschied, ob zwei Leute arbeiten und davon
50% Steuern ans Finanzamt abliefern müssen,
oder stattdessen nur einer arbeitet und dank
Splitting brutto = netto kassiert.

Die nicht erwirtschafteten Steuern muss sich
der Staat dann woanders holen.

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29. April 2007 00:14

@Richard Herden: Gleichbehandlung

Peter Szettele (pszettele)

>Arbeiten gehen und zuhause bleiben sollen also
>keinerlei Unterschied machen?

Kinder pflegen, betreuen und erziehen ist also Ihrer
Meinung nach keine Arbeit?

>... Viele Leute setzen als selbstverständlich voraus, dass, >wenn die Frau den Beruf aufgibt, um ihrem Mann den >Haushalt zu führen, das dadurch ... entfallende .. Gehalt >lebenslang vom Staat ersetzt wird. Darauf laufen
>Ehegattensplitting und von .. Beitragszahlern
>mitfinanzierte Sozialversicherungen der ..
>Hausfrauenehe in der Praxis hinaus, ..."

Es geht nicht um Haushaltsführung, sondern die Versorgung von Kindern. Abgesehen davon sind Ihre Behauptungen falsch. Das Ehegattensplitting
verschafft Einverdienerfamilien im Vergleich zu
Doppelverdienerfamilien keinen finanziellen Vorteil.
Es stellt lediglich sicher, dass bei gleichem Einkommen
Ehepaare im Vergleich zu anderen Ehepaaren gleich
hohe Steuern zu bezahlen haben. Und was die gesetzliche Sozialversicherung betrifft, vergessen Sie, dass sowohl die Renten-, Kranken-, Pflege- als auch die Arbeitslosenversicherung im Umlageverfahren funktionieren. Sie brauchen ständig Nachwuchs, um auf Dauer zu funktionieren. Kinder sind daher genau so wichtig wie gezahlte Beiträge.

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27. April 2007 02:17

@Herr Szettele: Gleichbehandlung

W.P. Bayerl (Dr.Bayerl)

wir reden hier von 3 Jahren, nicht "ein Leben lang",
wäre ja schön, wenn die Frauen etwas mehr arbeiten würden, nach der inzwischen erreichten Top-Ausbildung.
Es bleibt aber immer noch die steuerliche Mehrbelastung der kinderreichen Familie, die Ministerin scheint das langsam zu verstehen, würde mich trotzdem wundern, wenn da was passiert.

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26. April 2007 22:02

Herr Herden,

Andreas Seidl (ASeidl)

Beim Ehegattensplitting verhält es sich anders als Sie denken:
Mit der Eheschließung gehen beide Partner eine Schicksaalgemeinschaft ein, mit gegenseitigen Unterhaltsverpflichtungen. Die Ehe ist als Zugewinngemeinschaft gesetzlich definiert. Damit gehört automatisch die Hälfte des Gehaltes eines Partners dem anderen und umgekehrt. Damit ist das Ehegattensplitting kein Privileg, es steckt keine Steuerungsabsicht dahinter wie fälschlicherweise hinter vielen anderen Steuergesetzen, sondern ist aus der Natur der Sache geboten.

Wenn Sie auf andere Länder schauen müßen Sie den kompletten rechtichen Rahmen einer Ehe vergleichen und nicht einen Aspekt herauspicken. Desweitern stimmt ihre Aussage nicht, denn in Frankreich beispielsweise gibt es ein Familiensplitting.

Bzgl. der Mitversicherung in der GKV haben sie Recht, die Kosten sind in den Beiträgen eingerechnet. Hier ist eine Änderung jedoch nur im Zuge eines Familiensplittings bei der Steuer für die Durchschnittsfamilie finanzierbar.

Nun möge der Kinderlose noch überlegen, wer die andere Seite des Generationenvertrags einlösen soll, wenn er mal alt ist. Vielleicht erscheint dann die Mitversicherung von Kindern und Müttern als hochrentabel.

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26. April 2007 20:59

Das ist eben die Krux bei den Umverteilungsdebatten

Torsten Klier (TorstenKlier)

Herr Szettle und Herr Herden.
Es ist immer zuwenig Umverteilung und die pseudowissenschaftlichen Stichwortgeber finden immer (ganz wissenschaftlich, versteht sich) neue Gründe, warum noch mehr umverteilt werden muss.
Tatsächlich wirkt Umverteilung wie Rauschgift. Der Abhängige erlebt einen kurzen Rauch und danach den Katzenjammer, dem nur mit noch mehr Stoff/Umverteilung beizukommen ist.
Die langfristigen Folgen von Rauschgift-/Umverteilungssucht sind selbstzerstörerisch. Der Junkie geht vor die Hunde und das Staat genauso.

Ist, um beim Thema zu bleiben, schon mal jemand aufgefallen, dass umso weniger Kinder geboren werden, je mehr der Staat dafür tut „dass sich mehr Frauen fürs Kind entscheiden“?
Ich schon mal jemand aufgefallen, dass umso weniger Familien gegründet werden und umso mehr Familien kaputt gehen, je mehr sich der Staat in Familienangelegenheit einmischt?

So gut wie jede Umverteilung und staatliches Regulieren haben das Gegenteil der deklarierten Ziele bewirkt.
Unbegreiflich, wie nach dieser katastrophalen Umverteilungsbilanz immer mehr Umverteilungsprojekte aufgelegt werden.

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26. April 2007 16:25

Herr Szettele: Gleichbehandlung

Richard Herden (richardherdenqwert)

Arbeiten gehen und zuhause bleiben sollen also keinerlei
Unterschied machen ? Prima, dann bleiben wir ab sofort
doch alle daheim: ein Haus hat schließlich jeder.

Ich nehme an, für unser Gehalt soll die Regierung eben
einfach das Geld drucken. Oder wie stellen Sie sich das
vor ? Irgendjemand müsste vielleicht noch arbeiten ...

In Deutschland setzen viele Leute als selbst-
verständlich voraus, dass, wenn die Frau den
Beruf aufgibt, um ihrem Mann den Haushalt zu
führen, das dadurch logischerweise entfallende
zweite Gehalt lebenslang (!) vom Staat ersetzt wird.

Darauf laufen Ehegattensplitting und von arbeitenden
Beitragszahlern mitfinanzierte Sozialversicherungen
der deutschen Hausfrauenehe in der Praxis hinaus,
und aus gutem Grund kennt kein anderes Land der
Welt derartige Privilegien, geschweige denn bizarre
Grundsatzforderungen von "Wahlfreiheit zwischen
arbeiten und daheimbleiben bei vollem Lohnausgleich".

Wer selbst für seinen Lebensunterhalt arbeitet anstatt
einfach zuhause nach Schecks vom Staat zu schreien,
dem platzt angesichts dieser Mischung aus Gier, Undank
und Futterneid allmählich der Kragen.
(oder er wandert zunehmend aus)

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25. April 2007 09:26

Interview Ursula von der Leyen

Stefan Sedlaczek (sedlaczek1)

Irgendwo da in Berlin - wahrscheinlich direkt im Regierungsviertel - muß ein gefährlicher Virus grassieren. Anders ist vieles nicht mehr zu erklären. Ursula von der Leyen hat es offensichtlich auch erwischt. Die Feststellung, daß ein staatlich finanziertes, staatlich organisiertes und staatlich beaufsichtigtes Kinderkrippenwesen Planwirtschaft ist, als "absurd" abzutun, ist ein erstes deutliches Indiz. Was, bitteschön, ist dann Planwirtschaft? Wenn der russische Präsident eine Kneipe aufmacht?
Von der Leyens Forderung Terminierungen ihr und einem anderen Ministeriellem zu überlassen ist ja nur die übliche Arroganz der herrschsüchtigen Sozialklempnerklasse an die Adresse des gemeinen Volkes. Und nein, wir lassen Euch nicht mehr machen! Die Krönung des Interviews ist aber der letzte Satz: Den spricht gewöhnlich der oder einer der Interviewer. Bei soviel vdL-Selbstbewußtsein traue ich mich ja kaum noch ihr eklatantes marktwirtschaftlichen Unverständnis zu kritisieren. Nur soviel: Markt heißt nicht Versuch und Irrtum (das trifft vielmehr auf das staatliche Schulwesen zu!); auch Marktanbieter planen, dabei allerdings antizipieren sie Nachfrage, verantworten Ihre Entscheidungen selbst und lassen ihre Kunden tatsächlich frei wählen.

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25. April 2007 02:33

wann können Eltern wählen?

Andreas Westerbarkei (westerbarkei)

Es geht nicht um "Gießkannenprinzip" sondern darum dass Eltern ihre primäre Erziehungsverantwortung wahrnehmen können...
Wir fühlen uns als Eltern nicht ernstgenommen, wenn wir entscheiden, unsere beiden Kinder (unter 3 Jahre) zuhause zu begleiten.
Als Vater (Heilpädagoge, Erzieher) muss ich an mehreren Arbeitsplätzen arbeiten, um meiner Frau den Rücken zu stärken.
Die "Erziehungsleistung" meiner Frau ist nicht anerkannt, obwohl sie Kontakte zu Familien knüpft und beide Kinder stillt. Mehrwertsteuererhöhung (höhere Lebensmittel-, Strom- , Müll-, Wasserkosten) und Kürzung der Pendlerpauschale treffen uns als Familie besonders hart.

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25. April 2007 01:12

Eltern mit in die Verantwortung nehmen

Andreas Westerbarkei (westerbarkei)

Wenn es um die kleinsten Kinder unter drei Jahren geht: wir wünschen uns, dass den Eltern zunehmend ermöglicht wird, dass sie ihre Kinder auch, wenn sie es möchten, zuhause erziehen und begleiten. Die Kleinsten brauchen zuallererst feste Bezugspersonen...
Man könnte doch auch dafür sorgen, dass Mütter oder Väter Fortbildungsmöglichkeiten bekommen, man könnte unterstützen, dass Mütter oder Väter eigenständig "Netzwerke" für Erziehung entdecken und finden, der Staat muss nicht alles durch Krippen regeln.
Was ist mit unseren "Erzieherinnen"? Ich erlebe da so manches, was mich nachdenklich macht. Feste Bezugspersonen sind sie nur selten - für die Kleinsten...

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24. April 2007 10:08

Sie haben Recht Frau Kaminski,

Andreas Seidl (ASeidl)

den eigentlichen Arbeitspunkt hat die Ministerin nicht gefunden. Ich habe mal zynisch behauptet, daß es jedem Minister letztendlich nur darum gehe, sich durch die Schaffung einer neuen Behörde zu verewigen.

Man redet viel von Qualitätssicherung, sagt aber nicht konkret wie man das erreichen will. In die deutschen Schulen geblickt, erkennen wir, daß der Staat die Qualität in der Ausbildung der Kinder in den letzten Jahrzehnten vernachlässigt hat.

Auf der anderen Seite beklagt man verhaltensauffällige Kinder. Hier sollte man statt nach staatlicher Betreuung zu rufen, nach den Ursachen forschen. Einige liegen auf der Hand: Eine ist Trägheit der Eltern, staatlich gefördert in Sozialhilfekarrieren. Eine weitere trifft eher die Akademiker, nämlich der fehlende Bezug zu Kindern. Viele, die aus kinderarmen Familien stammen und mit 35 bis 45 Jahren ihr erstes Kind bekommen sind völlig überfordert, mangels Erfahrung. Die Hilfestellung beschränkt sich heute auf Säuglingswickelkurse. Hier sollte man an längere Elternkurse, Workshops u.ä. denken, um individuell oder in der Gruppe die Defizite zu mildern.

Auch die Verkürzung der Ausbildungszeiten, Stufenmodelle die Unterbrechungen zulassen, kosten wenig und bringen viel.

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24. April 2007 08:51

Was bedeutet Qualitätssicherung der Kleinkindbetreung?

Barbara Kaminski (BarbaraKaminski)

Frau von der Leyen spricht sich für die Qualitätssicherung der Kleinkindbetreuung aus, erwähnt in diesem Zusammenhang aber nur die Aus- und Fortbildung der Erzieherinnen und Tagesmütter. Eine erhebliche Rolle für die Qualität der Kleinkindbetreuung spielt aber auch, wie viele Erzieherinnen den Kleinkindern zur Verfügung stehen. Als guter Standard gilt eine Erzieherin für drei bis vier Kleinkinder. Die Verwirklichung dieses Standards würde aber erheblich mehr finanzielle Mittel erfordern als bisher für den Ausbau der Kleinkindbetreuung veranschlagt werden.
Unerwähnt bleibt auch, dass eine qualifizierte Kleinkindbetreuung nicht weltanschaulich neutral sein kann. Die Erfahrung der Geborgenheit im Glauben durch den Vollzug traditioneller religiöser Rituale ist für eine gesunde emotionale Entwicklung des Kindes unerlässlich.

Unverständlich bleibt, warum Frau von der Leyen bei der Berechnung des Bedarfs von Fremdbetreuung auch diejenigen Mütter berücksichtigt, die nur deshalb arbeiten wollen, weil sie das zweite Einkommen benötigen. Diese Mütter müßten nicht arbeiten, wenn sie das Geld bekämen, das für die Einrichtung eines entsprechenden Krippenplatzes benötigt wird.

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24. April 2007 00:13

Herr Spengler - ja, so wird man fehlinterpretiert !

Klaus P. Lücke (microplan2002)

Aber das war zu erwarten, da heute von (fast) allen nur noch im bestehenden System gedacht wird.
Ich jedenfalls bin weit davon entfernt, mit meinem (bescheidenen) Beitrag zur demographischen Entwicklung (3 Kinder) DIESE Regierung (oder eine mit ihr austauschbare) in irgendeiner Form zu unterstützen. Im Gegenteil: Mir geht es darum zu verhindern, dass dieser Staat zu einem beliebigen Multikulti-Objekt oder einer Söldner-Institution nach dem Vorbild 'unserer' Bundesliga-Vereine wird, von 'unseren' Unternehmen, die an der Leine global agierender Investoren zappeln, mal ganz zu schweigen!
Also nochmals: die von Ihnen aufgezeigten Alternativ-Szenarien möchte ich (mit meinem demographischen Betrag) keinesfalls verhindern! Ich hoffe, Sie haben den Unterschied zum rein privaten Kinderwunsch verstanden. Die gewaltigen Risiken, Kinder in die 'real existierende', individualistische bundesdeutsche Welt zu setzen, in der sie auf sich selbst gestellt sein werden, sind mir mehr als schmerzlich bewusst.

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23. April 2007 23:25

Autorenschaft ungeeignet

Rupert Reinhardt (Rureinhardt)

Was prädestiniert eigentlich die beiden F.-A.S.-Schreiber Hank und Germis - beide kinderlos - zu diesem Artikel/Interview?
Wovon ich nichts verstehe, darüber sollte ich auch nicht schreiben/Fragen stellen!
Ist da nich etwas im Argen mit der Kinderfreundlichkeit in Deutschland, wenn selbst die FAS nicht wenigstens zwei Schreiberlinge aufbietet, die selbst Eltern sind?

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23. April 2007 17:06

Rosarot

Karsten Cascais (karstencascais)

Tja, da hat sich Frau von der Leynen in ihrem forschen Interview wohl zweimal selbst von hinten ins Knie geschossen. Einmal zu den Schulen, hier gewährt die Privatschulfreiheit in der Tat jedem das Recht, private Schule zu bilden und der Staat muss vergleichbare Zuschüsse wie bei den öffentlichen Schulen leisten. Währe das nicht auch ein Modell für Kindergärten und Kindertagesstätten? Zum anderen zur Qualitätssicherung durch den Staat: das Wort kindergarten hat zwar als Fremdwort Eingang in so manche andere Sprache gefunden, bei der Qualität der Ausbildung der Kindergärtnerinnen liegt Deutschland aber weit abgeschlagen im hinteren Mittelfeld. Meint Frau von der Leyden diese Qualität? Da kommt ja manches so zum Vorschein: wehret der Privatheit der Familien, ruft den Staat zur qualitativen Leistungsverbesserung und von der sozialistischen Vorstellung von der Allmächtigkeit des Staates trenne die Konservativen in der Familienpolitik doch nur wenig. Wer hätte es das gedacht, Albrechts Tochter geht in rosa-rot.

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23. April 2007 15:42

Ergänzung zu „vdL-Interview“ (Frau Kirsch 23.03. 11:53)

Hermann Trouvain (liwiz)

Auch in Frankreich berücksichtigt die Familienförderung unterschiedliche Lebensentwürfe.
VdL wirft uns schwarz-weis Denken vor, polarisiert aber selbst, da sie nur eine Minderheit, Familien die die staatliche Betreuung ihrer Kinder fordern, fördern will.
Das ist weder zielführend (relevante Erhöhung der Geburtenrate!) noch sozial, sondern allein ideologisch motiviert.

Zur Qualität:
Wenn sie dann noch unsere Schulen, also auch die Grundschulen, als Beispiel für funktionierendes staatliches Qualitätsmanagement anführt, muß man sich ernstlich Sorgen um die Kinder in staatlichen Krippen machen.

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23. April 2007 15:24

Warum der Markt nicht funktioniert

Andreas Schmidt (Andreas_Schmidt)

Die eigentliche Fehleinschätzung von Frau v.d. Leyen ist doch die, dass es sich um ein Marktversagen handele:

Nehmen wir mal an, es läge nicht an der Regulierung und diese sei sogar für eine Qualitätssicherung nötig (streitbar).

Dann ist dennoch offensichtlich: Wenn ich ein Angebot mit Vollkosten von 800-1200€ (je nach Ort/Konzept) auf 50-300€ Elternbetrag hinunter subventioniere, aber aus Haushaltsgründen nur für einen Bruchteil Plätze anbiete, welcher Private soll da zu Vollkosten konkurrieren? Ein solches Angebot fragt im Vergleich (!) keiner mehr nach!

Also können nur Tagesmütter (günstiger und besser i.d.R. Betreuungsrelationen) und Luxuskindergärten (anderes Marktseqment) konkurrieren.

Bei Gleichhandlung z.B. durch Betreuungsgutscheine gäbe es vermutlich auch ein Angebot!

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23. April 2007 14:42

Unaufrichtig

Peter Huber (huberpeter)

Die Familienministerin hat wieder gezeigt, daß sie in vielen Punkten unaufrichtig ist:

- Fehlendes Gesamtkonzept
Es wird immerwährend die wünschenswerte Forderung nach mehr staatl. Betreuungsplätzen wiederholt, mit dem Gesamtkonzept aber zurückgehalten: Was will ich, was kostet es, wer soll es bezahlen. Erst mit dem Gesamtkonzept ist eine verantwortungsvolle Beurteilung möglich, zuvor reiner Populismus.

- falsch oder unvollständige Beispiele
wie Skandinavien, Frankreich etc. Hier wird die Hälfte der Wahrheit verschwiegen, andere funktionierende Lösungen wie in Spanien werden gar ganz ignoriert. Um zu einer vernünftigen Lösung zu kommen muß man sich aber ein möglichst vollständiges Bild machen.

- unseriöse Vergleiche
wie der mit dem Schulsystem. Hier sind die Verhältnisse komplett anders, die Kinder sind größer, selbständiger und unabhängiger vom Elternhaus, als Säuglinge und Kleinkinder.

Wir sollten von unseren Politikern seriöse Arbeitweisen und weniger Populismus fordern, es geht nicht um Effekthascherrei sondern um wichtige Zukunftsthemen.

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23. April 2007 13:39

Woher nehmen eigentlich die Interviewer...

Andreas Spengler (a.spengler)

...den Irrglauben, Konservative würden auf "mehr Markt" und die "Wahlfreiheit der Eltern" setzen?

Die sind ebenso "staatsgläubig" wie Ihre Pendants auf der linken Seite.

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23. April 2007 13:24

Natürlich, Herr Lücke

Andreas Spengler (a.spengler)

...sind Kinder aus der Sicht unserer "Staats-Amme" keine Privatangelegenheit.

Sie werden ja bspw. benötigt, um das marode staatliche Zwangsrentensystem "abzusichern" bzw. den Zusammenbruch noch etwas hinauszuzögern.

Außerdem werden die Eltern als Steuerzahler benötigt - wo kommen wir denn da hin, wenn eine Mutter mal die ersten drei Erziehungsjahre zu Hause bleibt. Was da für (Staats-)Resourcen verschwendet werden, von denen eine ganze Horde Bürokraten, Planer und Gutmenschen bezahlt werden könnte...

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23. April 2007 13:14

Die alte Leier einer Staats-Alimentierten Umverteilerin

Andreas Spengler (a.spengler)

Erst den Markt mit Vorschriften und Regelungen kaputt machen - man frage mal eine Tagesmutter, die Ihrem Job offiziell nachgeht und nicht schwarz arbeitet, was man da alles so berücksichtigen muss - und dann meinen, nur der Staat könne das alles allumfassend regeln...

Was, Frau von der Leyen, wäre eigentlich an den Bildungsgutscheinen so schlecht? Es würde sich diejenige Insitution durchsetzen, wo die Kinder am meisten lernen. Ach so, könnte ja sein, dass da nicht "Staatsbürgerkunde" unterrichtet wird, sondern eher eine Stunde Mathematik mehr in der Woche...

Meine zwei Kinder sind jedenfalls ausschließlich die Angelegenheit meiner Familie - und ganz bestimmt nicht Ihre...

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23. April 2007 11:53

vdLeyen-Interview

mareile kirsch (HeimchenamHerd)

Ohne ihr Fernsehdauerlächeln erscheint Familienministerin plötzlich gar nicht mehr liebenswürdig. Ihre Antworte sind nicht nur harsch, sondern - absichtlich oder unabsichtlich - leider oft falsch: In ihren Lieblingsvorbildsländern in Skandinavien traut man Frauen z.B. tatsächlich zu, selbst zu entscheiden, was sie wollen!!! In Finnland und Norwegen gibt es ein Erziehungsgeld für Kinder bis drei Jahre. Frauen haben dort eine echte Wahlfreiheit: Sie können frei wählen, ob sie das Geld für ihre eigene Erziehungsleistung oder für eine Betreuung ihrer Kinder durch Dritte, z.B. in der Krippe, einsetzen. In Schweden wird dies auf mehrheitlichen Wunsch der Bevölkerung jetzt auch eingeführt. Frau vdLeyen hängt der Entwicklung in Skandinavien 25 Jahre hinterher.

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23. April 2007 11:46

@thorstenklier

martin randau-rudolf (nitramf1000)

danke für das zahlenmaterial.ich hab mir deinen beitrag ausgedruckt.

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23. April 2007 10:22

Es ist noch schlimmer

Andreas Seidl (ASeidl)

Herr Szettele,
die 700 € pro Monat und Krippenkind sollen wohl die Eltern, die ihre Verantwortung selbst wahrnehmen, aufbringen. Zwischen den Zeilen kann man vom Einfrieren oder kürzen des Kindergelds oder Änderung beim Ehegattensplitting lesen.

Warum hält die Dame mit der Finanzierung konstant zurück? Ist sie besorgt, daß bei Veröffentlichung die Mogelpackung ans Licht kommt und die Stimmung ins Gegenteil umschwingt, da die älterliche Verantwortung länger währt als bis zum Schuleintritt? Was liegt näher, als diese Maßnahmen klammheimlich in einem größeren Steueränderungsgesetz zu vertecken. - Übrigens auch nichts neues.

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23. April 2007 09:50

Von der Leyen = Vernunft

Tom Rubrisch (ElSid)

Also Interviewer und einige Kommentare sind doch sehr erschreckend!
Der Verweis der Ministerin auf das Schulsystem sagt doch alles: Privatisierung würde zu extrem ungerechter Verteilung von Bildung und damit von Chancen führen. Das ist aber genau das Gegenteil einer sozialen Marktwirtschaft! Ein Blick nach Nord- oder Südamerika genügt doch völlig, um das zu Erkennen.
Auch ein Blick in die eigene Vergangenheit hilft möglicherweise den Ideologie-Blendern: Im 3000-Seelendorf hier im Südwesten gab es in Ende der 50er Jahre eine Kinderkrippe. Meine Schwester und ich "besuchten" diese bereits im Alter von 8 Wochen und es hat nichts geschadet! Warum gab es diese Krippe? Weil meistens ein Verdienst nicht ausreichte, um 2 Kinder großzuziehen, weil nur im fernen Stuttgart und auf Montage genügend zu verdienen war (und somit ein Elternteil nur am Wochenende da war!), weil es vielen Familien so ging und alle für ein bischen Wohlstand hart arbeiten mussten, usw.
Heute, nach Jahren sinkender Reallöhne ist es doch mehr als verständlich, dass zur Erziehung von 2-3 Kindern viele Familien 2 Gehälter benötigen. Hinzu kommt, dass in der globalisierten Wirtschaft Eltern und Großeltern oft weit enfernt voneinander wohnen. Plätze für 1/3 = Vernunft!

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23. April 2007 08:39

War wirklich lesenswert!

Jens Decker (dej05093)

Die Antworten von Ursula von der Leyen waren eine
sehr gute und sachliche Antwort auf die doch peinlich
plumpen Fragen neoliberaler Praegung. Schoen, dass das Interview trotzdem in der FAZ erschienen ist.
An Thorsten Klier et.al.:
Die monokausalen neg. Korrelationen zwischen Angebot an
Kitaplaetzen und Geburtenraten die Sie auffuehren sind
wie Sie vermutlich wissen Unsinn, da die Frage fuer oder
gegen Kinder halt mal nicht monokausal ist. Wer in
Ostdeutschland um seinen Job bangen muss, wird sich
weniger leicht fuer ein Kind entscheiden, siehe Geburtenknick nach der Wende. Um den
Effekt zu klaeren muesste man sich schon die Muehe machen,
potentielle Eltern in aehnlicher sonstiger Situation
(Arbeitplatz, Einkommen, Naehe von Grosseltern, etc.)
zu vergleichen bzw. bzgl. dieser Faktoren zu korrigieren.
Fuer eine platte Diskussion ist das natuerlich zu viel
verlangt und ich koennte jetzt auch nicht sagen, wo
man wissenschaftlich solide Daten herbekommt.

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23. April 2007 08:32

Aggressive Gesprächsführung im Interview mit Frau von der Leyen

Annette Stannat (Tripleaplus)

Das Interview der Herren Carsten Germis und Rainer Hank mit Frau von der Leyen war von großer intellektueller Schlichtheit, teilweise sogar von Aggressivität geprägt. Obwohl die Frage nach der Wahlfreiheit der Eltern ausreichend und freundlich beantwortet war, wurde Frau von der Leyen mit dieser ständig wiederholten Wahlfreiheit regelrecht erschlagen. Vielleicht sollten Sie das Personal, das Sie zu solchen Interviews schicken, demnächst etwas sorgfältiger auswählen. Ich war beim Lesen von der Art der Gesprächsführung durch Ihre Redakteure mehr als unangenehm berührt.

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23. April 2007 08:17

Qualität?

René Kaiser (forsthauskaiser)

So, auch die Qualität der staatlich organisierten Fremdbetreuung ist UvdL ein Anliegen?! Na, da hat doch das Interview wenigstens EINEN neuen Aspekt gebracht, denn bislang habe ich immer nur was von Quantität gelesen.

Der Betreuungsschlüssel und die bisherigen qualitativen Standards der deutschen Krippenbetreuung sind im europäischen Maßstab furchterregend - besonders im Vergleich mit den skandinavischen Vorzeigeländern. Aber das, so erweckt die Politik den Eindruck, ist noch immer besser als die Betreuung durch die eigenen Eltern. Für eine qualifizierte Erwerbstätigkeit scheinen Eltern allemal gut zu taugen, für die Betreuung ihrer eigenen kleinen Kinder hingegen nicht.

Seit ich mitbekommen habe, welche Sicht auf mich als vierfachen Vater vermittelt wird (Kindergeld versaufendes Alphatierchen) und dass meine Kinder in der Krippe besser aufgehoben sind als bei meiner Frau (= gelangweiltes Dummchen - vorher war sie Beststudentin...), vergeht auch mir die Lust nach weiteren Kindern.

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23. April 2007 00:35

Na , endlich , kapiert's auch die Regierung !

Klaus P. Lücke (microplan2002)

Auf die Tatsache, dass Kinder KEINE Privatangelegeneit sind, hatte ich - hier auf FAZ.NET in einem Leserkommentar ('Privatisierungsideologie mitursächlich') - schon am 9.9.2005 ausführlich hingewiesen. Will heißen: so neu ist die Erkenntnis, die Frau von der Leyen nun verbreitet, nicht (und auch ich selbst habe diese Erkenntnis nicht 'erfunden'). Aber bei unseren Regierungen dauert die Verinnerlichung wichtiger Lösungsansätze immer ein wenig länger. Erstmal wird versucht, alles auszusitzen. Irgendwann dann, wenn es fast zu spät ist, Aktionismus. Jahrzehnte hat es z.B. gedauert, bis die sich anbahnende , aber eigentlich nicht zu übersehende demographische Katastrophe überhaupt zur Kenntnis genommen worden ist.

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23. April 2007 00:08

Modernisierung in kleinen Schritten

A. Malliki (a.malliki)


Das war der Leitsatz unserer Kanzlerin. Nur leider hat sie es bis heute versäumt, das Ziel zu benennen.

Wie Lemminge folgen wir ihr blind in die Modernisierung:

Die Familienministerin deklariert Kinder zur Staatssache. Anti-Terror-Gesetze berauben uns unserer Freiheit. Die Bundeswehr wird bald im Inneren eingesetzt. Jeder Bundesbürger muß sich biometrisch erfassen lassen und die Bundeswehr wird zur Söldnerarmee amerikanischer Ziele.

Das sind doch gute Aussichten, aber wir sind bestimmt noch lange nicht am Ziel!

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22. April 2007 23:46

Kinder sind Staatssache

A. Malliki (a.malliki)


Das muß UvdL wohl mit Ihrem verdrehten Satz gemeint haben.

Denn wenn Kinder keine Privatsache sind, sind sie Allgemeingut - also Staatssache und der Staat sind die beiden großen Parteien.

Gehen wir davon aus, dass die Geburtenquote nur vorgeschoben ist, wie die Mautgebühr für die Autobahnüberwachung - so muß man sich doch fragen, warum will der Staat unsere Kinder erziehen?

Was steht noch alles im Konzeptplan dieser großen Parteien bis die Modernisierung unseres Deutschlands abgeschlossen ist?

Diese Modernisierung erweckt den Eindruck, dass es ein Aufbruch in vergangene Zeiten ist.

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22. April 2007 23:40

Willkommen im Pokémon(TM)-Kindergarten!

Christof Schaffelder (Schaffelder)

In unserer Einrichtung lernt Ihr Kind spielerisch den Umgang mit neuen Medien! Es wird ein Computer-ASS! Zusätzlich lernt es die Power-Rangers-Welt, die Digimons und natürlich auch Barbie kennen! Und das Beste: die Eltern erhalten einen 50-Euro-Gutschein von Aldi - jeden Monat! Vertrauten Sie uns Ihr Kind an. Und auch unser Essen ist nur das Leckerste: Mc Donalds!


Wollen Sie so was im Ernst? Es gibt auch eine gesellschaftliche Realität jenseits der Villenviertel.

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22. April 2007 22:26

Wer glaubte, die Absurdität

Torsten Klier (TorstenKlier)

der Krippenpropaganda wäre nicht mehr zu toppen, der wird hier durch Leserin Christiane Edelmann eines besseren belehrt.
Endlich wissen wir´s, wir brauchen Kinderkrippen, damit die Kinder nicht „vor dem Fernseher oder am PC verblöden“.
So sind sie eben, unsere 2-jährigen Computerfreaks. Danke Frau Edelmann.

Und wie sieht´s aus.
Will jemand Frau Edelmann übertrumpfen?

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22. April 2007 22:24

Wo bleibt die Gleichbehandlung?

Peter Szettele (pszettele)

Nach den Plänen von Frau von der Leyen sollen Eltern, die für ihr Kleinkind einen staatlichen Krippenplatz in Anspruch nehmen wollen, dafür vom Staat monatlich ungefähr 700,- Euro geschenkt bekommen. Mütter und Väter dagegen, die ihr Kind selber pflegen und betreuen, oder dies mit Hilfe von Verwandten, Freunden und Nachbarn privat organisieren, sollen dagegen leer ausgehen. Krasser kann ein Verstoß gegen das Gebot der Gleichbehandlung eigentlich kaum sein. Ist das Betreuungsurteil der Bundesverfassungsgerichts schon vergessen? (BVerfG, 2 BvR 1057/91 vom 10.11.1998)

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22. April 2007 20:14

Weil v.d. Leyen

Torsten Klier (TorstenKlier)

zum x-ten mal das Märchen erzählt, die Menschen wollten wegen Mangel an Krippenplätzen keine Kinder haben („Wenn das aber schwer zu verwirklichen ist, weil es für junge Frauen bedeutet, den Beruf aufzugeben, zögern sie oder verzichten auf Kinder.“), auch hier zum x-ten Mal die statistische Evidenz:

1.
Neue/alte Bundesländer
100.000/50.000 Krippenplätze
72%/62% Frauenbeschäftigungsquote
1,2/1,4 Geburtenrate
D.h. in Deutschland hat die Geburtenraten mit der Krippendichte absolut nichts zu tun!
Die Zahlen sind stammen der Broschüre des BfFSFJ, „Frauen in Deutschland“, herausgegeben 2004, d.h. sollten v.d. Leyen bekannt sein.

2.
Zu den angeblichen französischen Erfolgen:
Die autochthonen Französinnen gebären, wie die deutschen Frauen, 1,1 Kind; nordafrikanische Frauen 3,25, schwarzafrikanische 4,07, Türkinnen 3,35 und Asiatinnen 2,83.
Kann mir mal jemand den Zusammenhang mit Kinderkrippen aufzeigen?

3.
16% der Frauen im in Frage kommenden Alter wollen keine Kinder haben ... und 25% der Männer.

Das habe ich in den Leserbriefseiten der FAZ bestimmt schon 10 mal gepostet.

Und wenn wieder gelogen wird (was bei den Krippenbefürwortern unvermeidbar ist), werde ich die Zahlen wieder posten.
Bis zum nächsten Mal.

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22. April 2007 19:54

Leyen und Realität

Andreas Seidl (ASeidl)

1. Es gibt Untersuchungen, die belegen, daß eigene Kindheitserfahrungen die Entscheidung selbst einmal eine Familie mit Kindern zu gründen direkt beeinflußen. Eltern, die selbst mit Geschwistern, Vettern und Basen aufgewachsen sind, haben tendentiell selbst mehr Kinder. Die Tatsache, daß sich viele junge Erwachsene die Entscheidung so schwer machen ist eine direkte Folge des Pillenknicks.

2. Eltern haben schon Kinder erfolgreich erzogen bevor es staatliche Ausbildung und Einrichtungen gab. Die Fähigkeit Kinder großzuziehen lernt der Mensch ebenfalls in seiner Familie automatisch. Man soll blos nicht den Eltern diese Fähigkeiten aberkennen, das führt mit Punkt 1 zu sammen nur zu noch weniger Kindern.

3. Wenn der private Markt nicht funktioniert, angesichts der Nachfrage, sollte man das nicht als Tatsache zur Kenntnis nehmen, sondern nach den Ursachen fragen. Die liegen z.B. in hunderten von Verodrnungen, die die Kita ohne öffentliche Trägerschaft unrentabel machen. Entrümplen statt Geld ausgeben wäre angesagt.

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22. April 2007 19:25

Merkwürdiges Interview

Christiane Edelmann (Edelm)

Was wollten die beiden Herren mit diesem Interview erreichen? Anstatt die Haltung der Familienmisterin zu Kleinkindbetreuung heraus zu arbeiten und vielleicht auf Schwachpunkte hinzuweisen haben sie eigene Meinung in etwas merkwürdige Fragen verpackt. Glauben die beiden Herren wirklich, daß es reicht, Kinderbetreuung privaten Investoren zu überlassen, den Eltern viel Geld in die Hand zu geben in der Hoffnung, daß die das Geld schon richtig ausgeben werden. Reichlich naiv. Wer verhindern will, daß ein immer größerer Teil unserer Jugend vor dem Fernseher oder am PC verblödet, tut gut daran, dafür zu sorgen, daß die Kinder gut erzogen und gebildet werden. Dafür braucht es gute Kinderbetreuungsstätten, die Qualität liefern und es braucht Eltern, die bereit sind, sich mit den Kindern zu beschäftigen, sich mit ihnen auseinander zu setzen und ihnen Beständigkeit zu geben. Wir brauchen beides - gute Eltern, berufstätig oder nicht berufstätig und gute Betreuungseinrichtungen, die vom Staat finanziert und kontrolliert werden.

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22. April 2007 19:24

Entlarvend

Dorothea Böhm (DoroBoehm)

Die zunehmende Gereiztheit, mit der Frau von der Leyen selbst nächstliegende und berechtigste Frage gleichsam vom Tisch wischte, sie als "zynisch und "kleinkrämerisch" diffamierte, zeigt auf bestürzende Art und Weise, wie wenig ihre Position einer sachgerechten Diskussion standhält. Den Interviewern danke ich für das davon nicht beeindruckte Nachhaken. Dass sie trotz dieser Beharrlichkeit keine Antworten erzeugen konnten, liegt allein in der Verantwortung der Bundesfamilienministerin. Am Schluss setzte sie der Sache mit einem heuchlerischen Dank entnervt ein Ende. Sehr entlarvend!

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22. April 2007 18:43

Endlich wird mit hartnäckiger Fragetechnik

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)


ein Politiker mal in die Ecke gedrängt, aus der er/sie nicht mehr herauskommt ohne zu zetern!

Der zur Verteidigung der vermeintlichen Notwendigkeit staatlicher Regelung ironisierte Vorschlag von der Leyens, Eltern in Form von geldwerten Gutscheinen für den Schulbesuch die Wahl zwischen privaten, staatlichen und vielleicht sogar ausländischen Schulen ( mit eventueller entsprechender Zuzahlungspflicht ) im Rahmen beibehaltener allgemeiner Schulpflicht selbst zu überlassen, ist längst zu einer ernst zu nehmenden Forderung vieler Eltern geworden. Abgesehen davon ist dieser Vorschlag bereits von Popper und anderen liberalen Denkern in die öffentliche Diskussion eingeführt und jedenfalls anti-planwirtschaftlich und freiheitlich.

Heftiges Bemühen verstellt leicht die Sicht auf ungewollte (?) Weiterungen. Wobei sich - nicht allein - bei von der Leyen die Frage aufdrängt, weshalb wichtige Grundsätze der CDU für weitere planwirtschaftliche Elemente über Bord gehen sollen.

Überzeugen konnte sie in diesem Interview eben so wenig wie bislang in der politischen Diskussion.

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22. April 2007 18:25

Eine wichtige Frage fehlt noch...

Susanne von Puttkamer (linevp)

...ein tolles Interview, aber ich würde zu gerne wissen, was Ursula von der Leyen auf d i e s e Frage antwortet:

Warum sollte der Staat gerade d i e s e Form der Kinderbetreuung (in Krippen) durch Übernahme der hohen Kosten fördern? Was rechtfertigt die Bevorzugung vor anderen Formen der Betreuung kleiner Kinder, insbesondere die, in der Familie?

Mir fällt einfach absolut kein plausibler Grund ein.

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22. April 2007 17:56

Nennt man so etwas nicht Sozialismus?

Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)

Immer wieder werden andere Länder als Beispiel aufgeführt. Natürlich nur solche, wo auch der Staat die Kinderbetreuung übernommen hat. Die Konsequenz dieser staatlichen Einflußnahme ist aber, daß die Kosten sofort ins unermeßliche steigen. Übrigens auch dann, wenn Kindergärten von den Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden betrieben werden. Dort hat man schon lange gelernt, daß man diese Finanzquelle nur anzuzapfen braucht und daß eine Kostenkontrolle dann natürlich unmoralisch ist. Wenn aber Löhne und Gehälter für Erzieherinnen oder Kindergärtnerinnen in der richtigen Größenordnung (= deutlich niedriger) gezahlt würden, dann wäre Kinderbetreuung auch bezahlbar. Hier in Spanien ist Kinderbetreuung gut bezahlbar und offenbar trotzdem ein gutes Geschäft, sonst gäbe es nicht so viele Betreuungsplätze, ohne daß der Staat eingreifen muß. Aber dieses Beispiel gefällt Frau von der Leyen natürlich nicht. Lieber wirft man mit Steuergeldern um sich. Bleibt nur zu hoffen, daß man wenigsten die richtige Zielgruppe mit diesen Wohltaten erreicht. Aber auch da darf man Zweifel anmelden.

Rolf-Dirk Maehler

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22. April 2007 17:00

Vernünftige Antworten...

Herbert Frohnhofen (Theophil23)

auf zum Teil etwas eindimensionale Fragen.

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22. April 2007 16:52

Besten Dank...

Maximilian Schaaf (Monuschaaf)

...an die Redakteure, die das Interview geführt haben. Harte Fragen, auf die die Ministerin eher ungeschickt reagiert hat.

Zu dumm, dass die Mehrheit der Deutschen die staatsgläubigen Nanny-State-Ansätze der Ministerin teilt.
Der Satz von Franz Müntefering, nach dem "Schwarz auch nur sehr dunkles Rot" ist, bewahrheitet sich bei dieser Regierung zwar täglich, jedoch selten so offenkundig wie bei Frau von der Leyen.

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22. April 2007 16:29

Was soll diese ständige Ideologiedebatte der Interviewer?

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

Ich habe selten ein Interview mit solch wirtschaftsideologisch fixierten Interviewern gelesen. In der Realität zeigt sich, dass die gängige Phrase nach der Formel "Staatlich = Gängelei = immer schlecht " und "Privatwirtschaftlich = Freiheit = immer gut" halt nicht immer zutrifft, auch wenn das in einschlägigen Büchern der Wirtschaftswissenschaften immer so schön plausibel erscheint. Ich rechne es Ursula von der Leyen hoch an, dass sie dieser Ideologiedebatte aus dem Weg gegangen ist und sich fragt, was in der Praxis vernünftig und machbar ist. Mit Ideologiedebatten löst man keine Probleme in der Praxis.

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