Video in voller Größe

Freiliegende Stromleitungen auf Kopfhöhe, Schimmel und Fäkalien: Der Wehrbeauftragte Robbe kritisiert in seinem Jahresbericht untragbare Zustände bei der Bundeswehr. Noch nie habe es so viele Beschwerden gegeben.

Lesermeinungen zum Beitrag

20. März 2007 22:32
Mangelnde Hygiene...?  
wolf haupricht (emilgilels)

Wenn es tatsächlich so ist wie geschildert, stimmt vieles nicht.
Sauberkeit muss oberstes Gebot sein gerade dann, wenn viele Menschen auf engem Raum wohnen.
Und für Sauberkeit sowie Hygiene soll kein Geld da sein?
Unmöglich, denn das kostet nur Arbeit und wenig Geld für Reinigungsmittel. Ist da etwas faul im Staate Dänemark?
Die Ursachen kommen oft schleichend daher.
Wo bleibt die Aufsicht, die Verantwortung aller, die Fürsorge und, und ............
Werden die rd. 26 Milliarden Euro falsch ausgegeben?
Wahrscheinlich ist die Bw so mit sich beschäftigt, dass der generelle Überblick verloren geht ?.
Vielleicht gibt es zu viele Vorschriften, die jede Eigeninitiative ausmerzen und die Haltung : Ohne mich fördert?
Vielleicht ist die Bw auch nur ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Das wird es sein, oder?

Bewerten: schlecht gut
20. März 2007 19:42
Gäb’ es nur eine Krone, wohlan ich schenkte sie …  
Sönke Peters (soenkepeters)

Klar wird durch diesen Bericht, dass die ewigen Kürzungen des Wehretats bei gleichzeitiger steter Vergrößerung des Aufgabenbereichs der BW katastrophale Auswirkungen haben und haben mussten. Warum aber z. B. manch sanitäre Räume nur noch mit Gummistiefeln betreten werden könnten, ist mir unverständlich, weil solches vor Allem eine Folge mangelnden Stuben- und Revierreinigens wäre. Hier wird also ganz unmittelbar klar, dass die BW als Spiegelbild unserer Gesellschaft zumindest in Teilen an den gleichen Krankheiten wie z. B. das Schulsystem leidet: Seit die sog. 68iger mit ihrem ideologischem Kampf gegen „nazistische Autorität“ immer mehr die Schlüsselpositionen des Staates besetzt und z. B. mit Slogans wie: „Schule muss Spaß machen“ jede Pisa-Studie in eine Katastrophenmeldung umgemünzt haben, genauso muss ich jetzt also befürchten, dass wenn ich mal wieder in Deutschland bin und meine alte Kaserne besuchen will, dass ich mich wohl nur auf einem Klo mit Fäkalien auf dem Fußboden werde erleichtern können. Dass bei der Infanterie nach wie vor gesoffen wird, scheint ja wenigstens noch immer der Fall zu sein.

Sönke Peters, 2./Jägerbataillon 67

Bewerten: schlecht gut
20. März 2007 18:05
Auslandseinsätze stoppen!  
Wilhelm Friedrich (WillyF)

Wer diesen Artikel liest, erfährt, wie es um die Innere Führung der Bundeswehr bestellt ist, die seit einigen Jahren nach einer Verteidigung am Hindukusch verlangt. Schimmel an den Wänden, schindende Vorgesetzte (siehe den Prozess vor dem LG Münster), zu wenig Munition etc. pp. Und selbst auf ein richtiges Scheißhaus - pardon - müssen die Soldatinnen und Soldaten zuweilen offenbar auch verzichten. Wer das liest, reibt sich erstaunt die Augen und fragt sich, was eine so desolat ausgestattete Armee in Auslandseinsätzen eigentlich soll.

Hofft man, dass der Feind Erbarmen mit einer solchen "Truppe" hat und sich freiwillig ergibt oder will man durch solch unhaltbare Zustände eine neue Wunderwaffe kreieren, die den Feind unweigerlich dazu bringt, sich über das vom Wehrbeauftragten geschilderte Elend totzulachen?

Liebe Politiker, besonders die von der SPD: Statt sich über ein Raketenabwehrsystem mit sechs mickrigen Abwehr-Raketen aufzuregen und ein neues Wettrüsten zwischen Ost und West aus durchsichtigen Überlegungen herbeizureden, für das weit und breit nichts ersichtlich ist, sollten Sie sich lieber gegen die unwürdige Behandlung unserer Soldatinnen und Soldaten wenden.

Deshalb: Sofort alle Auslandseinsätze stoppen!

Bewerten: schlecht gut
20. März 2007 17:25
renovierte Kasernen geschlossen  
A. Hamann (alex352)

So unschön dieser Bericht über die Zustände vieler westdeutscher Kasernen auch ist, so wenig überrascht er doch. Maßnahmen zur verbesserung des Zustandes der Gebäude wurden allerdings schon vor einigen Jahren durchgeführt, die neuen Stuben und sonstigen Einrichtungen wußten durchaus zu gefallen - doch dann kamen Kasernenschließungen im Zuge der Bundeswehrreform. Plastisches Beispiel ist die Hainbergkaserne Mellrichstadt: erst Anfang des Jahrzehnts Gebäude für Gebäude aufwendig renoviert und vergangenes Jahr geschlossen.

Bewerten: schlecht gut
20. März 2007 17:15
Der Preis muß gezahlt werden.  
Klaus Steffen (krs)

Ein Land, dessen Bürger die Soldaten des eigenen Volkes -also die eigenen Söhne (und Töchter) - nach richterlicher Auffasung als (potentielle) Mörder beschimpfen dürfen, ist es nicht wert, verteidigt zu werden.

Eine Armee, in welcher jedermann nach richterlicher Auffassung individuell über einen Einsatz befinden kann, ist es nicht wert, Armee eines demokratischen Staates genannt zu werden. Sowas ist eher ein disziplinloser Haufen Bewaffneter.

Eine Regierung, welche ihre Soldaten mit ungenügender Ausrüstung, Ausbildung und Versorgung in's Feuer schickt, handelt verantwortungslos, wenn nicht verbrecherisch.

Mit anderen Worten: Deutschland braucht sowas nicht. Dann ist es ehrenhafter und klüger, sich sofort und ohne Umstände zu ergeben.

Bewerten: schlecht gut
20. März 2007 16:35
Und weg damit!  
Martin Brauner (Braubundmadin)

Am besten gleich ganz das Heer auflösen! Ein Viertel der Ersparniss ins THW ein Viertel ins DRK den Rest dafür ausgeben unsere Kinder zu nicht-Terroristen zu erziehen!
Mit humanitärer Hilfe hat das ja eh nichts mehr zu tun was die BW macht, dabei sollte doch da der Schwerpunkt liegen.

Bewerten: schlecht gut
20. März 2007 15:46
Nichts geändert  
Arndt Ludwig (Lorddersith)

In meiner Wehrdienstzeit 90/91 habe ich mir - wie fast alle Dienstgrade - zahlreiche Ausrüstungsgegenstände privat beschafft, da die offiziell ausgehändigten schlichtweg unbrauchbar waren.

Insbesondere die persönliche Ausrüstung (Wetterschutzkleidung, Schuhe, Rucksack, Schlafsack etc.) war auf dem Stand des zweiten Weltkrieges !

Dass unsere Waffen älter waren als wir und konstruktiv ebenfalls aus dem zweiten Weltkrieg, konnten wir nicht ändern. Und dass unser einziger Panzerschutz die Erkennungsmarke war, stimmte auch nicht heiter.

Auf Übungen im internationalen Rahmen wurden wir Deutschen daher immer belächelt. Selbst das arme Belgien konnte seine Kräfte besser ausrüsten.

Dabei waren wir noch ein Vorzeigeverband - in der Masse sah es noch gravierender aus.

Und die Aufgabe lautete nur: Effektiv kämpfen.

Heute soll die Bundeswehr daneben noch die Aufgaben von Polizei, THW, Entwicklungshilfe, Seelsorge etc. erfüllen. In jeweils höchster Qualität, weltweit und jederzeit abrufbar zu geringen Kosten, versteht sich.

Die Bundeswehr ist seit 20 Jahren unterfinanziert und schlachtet sich aktuell matreiell und personell selbst aus.

Unser Beitrag zur internationalen Abrüstung ?

Bewerten: schlecht gut
20. März 2007 13:38
Vergessen  
Hugo Remer (aragornschlumpf)

Die Stellungnahme des Bundestagspräsident Norbert Lammert, bedeutet wahrscheinlich soviel wie " Gut das wir darüber gesprochen haben ", aber nun mal weiter wie bisher.

Der Alkoholismus war bei der Bundeswehr aber schon immer ein Problem, ich war mitte der achtziger Jahre beim Bund, Vorgesetzte die während der Dienstzeit stets oder zumindest oft völlig betrunken waren eher die Regel als eine Ausnahme.

Bewerten: schlecht gut
20. März 2007 13:26
Verraten sie mal was  
Thomas Wenzel (Coloneltw)

Wie sollen Junge Menschen mit 40Mrd. € (Etat der BW) zu besseren Benehmen erzogen werden? Ich muss ganz ehrlich sagen, die BW sorgt dafür schon teilweise. Sie bereitet einen jungen menschen indirekt und passiv auf die Wirklichkeit vor, nämlich von jüngeren, inkompetenten Persönlichkeiten Befehle entgegenzunehmen und auszuführen ohne große Beschwerden. Auch andere durchaus Wichtige Verhalten werden geschult. Seid seiner BW Zeit kommt ein Kumpel nicht mehr regelmäßig 1h zu spät. Er ist 5 Minuten ehr da als vereinbart. Ordnung halten, Sauberkeit, Pünktilichkeit, ganz geschweige das oft vernachlässigen der Hausarbeit für Männer (betten beziehen, Räume auswischen) wird geschult. Für den Krieg wird man freilich nicht gerüstet bzw. nur schlecht vorbereitet, da Quoten mehr zählen als die Wahrheit. Aber auch das ist ein Ausschnitt aus dem wahren Leben wo Aktionkurse mehr zählen als 10.000 Angestellte. In diesem Land stimmt so einiges nicht aber für die erziehung sind immer noch die Eltern verantworlich und kein anderer. Nicht die BW nicht die Schule nicht der Arbeitgeber - nur die Eltern!!!

Bewerten: schlecht gut
20. März 2007 12:32
Misshandlung von Rekruten Einzelfall  
Rinco Albert (rincoalbert)

Ich erinnere mich im Zusammenhang mit den derzeitigen Vorwürfen immer wieder an meine eigene Wehrdienstzeit 1998-1999. Die für die Ausbildung eingesetzten und offensichtlich nicht besonders gut ausgebildeten Unteroffiziersdienstgrade zeigten oftmals ein Verhalten, das primitiv und teilweise schon rechtswidrig war. Körperliche Attacken seitens der Ausbilder gab es nicht, die psychischen waren dagegen umso größer. Vergleiche mit nationalsozialistischem Verhalten und dazu passendem Getöne der Ausbilder wurden des öfteren von den Rekruten herangezogen. Zu ertragen war dieser Druck von Vielen oft nur - und das ist traurige Realität - mit Mengen von Alkohol, der widerum die Rekruten aggressiv machte und entsprechendes Verhalten auslöste.

Die Bundeswehr von heute steckt leider immer noch in den Träumen von einer modernen und motivierten Armee.

Die Realität sieht anders aus. Ich durfte es an mehreren Standorten erfahren.

Letztendlich können wir das Geld, das in solch sinnlose Ausbildungen wie die der Wehrpflicht fließt, in Deutschland an viel wichtigeren Projekten investieren. Ich denke da zum Beispiel an die wertorientierte Erziehung junger Menschen.

Sagen Sie aber das mal einem Wehrbeauftragten...

Bewerten: schlecht gut
20. März 2007 12:12
Politk gefordert  
Rüdiger Kimpel (rkimpel)

Auch das ist wieder eine der besonderen Eigenschaften deutscher Politik- frei übersetztzt - wasch mich - aber mach mir den Pelz nicht nass.

Auf die Situation der Bundeswehr bezogen heisst dass, dass zwar die Bundesregierung Gott sei Dank seit einigen Jahren erkannt hat, dass sich unser Land um internationale Verpflichtungen in Sicherung volatiler Krisengebiete und in der Bekämpfung von Terrororganisationen engagieren muss, andererseits aber nicht bereit ist, dieses deutlich höhere Engagement auch rahmenpolitisch und finanziell abzusichern.

Wie kann es denn sein, dass einer Wehrpflicht ein in 12 Monaten ausgebilderter - eigentlich vollig unzulänglich ausgebildeter Soldat - in Afghanistan oder sonst wo gegen feindliche Terrororganisationen gegen seinen Willen eingesetzt wird.

Einziger Ausweg ist die Berufsarmee und eine deutliche Aufstockung des Wehretats. Wer glaubt, dass die Bedrohung abnimmt, irrt - angesichts der Krisenherde im Mittleren Osten und der nunmehr auch direkten Terrordrohungen gegen Deutschland. Hier ist die Politik dringend gefragt, endlich einmal zu handeln - und zwar adäquat.

Bewerten: schlecht gut
20. März 2007 11:56
Innere Kündigung  
Thomas Minnich (tmin260872)

Bei solchen Mißständen ist es wenig verwunderlich das bei der Truppe schon vor ca. 10 Jahren immer öfter der Begriff "innere Kündigung" verwendung fand.

Wer heutzutage freiwillig die Uniform anzieht, also in Zeiten, wo der Ruf der Natopartner, nach stärkerer Einbindung Deutschlands in internationale Missionen immer lauter wird, sollte für das Risiko, das er oder sie eingeht, auch anständig entlohnt werden!
Von anständiger Ausrüstung ganz zu schweigen!

Bewerten: schlecht gut
20. März 2007 11:32
Also das Geld ist die Lösung?  
wolf haupricht (emilgilels)

Es ist doch, durch Scharping initiiert, soviel Geld in Programme zur Effizienzsteigerung der Bw gesteckt worden, daß doch die Frage erlaubt ist, wo denn diese Rendite bleibt?
Stattdessen wird noch mehr Geld gefordert, oft für organisatorische Vorhaben, die zu groß, zu teuer oder gar schnell im Papierkorb verschwinden.
Setzt mal Prioritäten, wie das allgemein üblich sein sollte und das Problem lässt sich lösen.

Bewerten: schlecht gut
20. März 2007 11:02
eine bundeswehr ist unverzichtbar...  
Alex Kohl (alexkohl)

aber leider, leider ist es nicht anders, als im sonstigen oeffentlichen dienst...

...der oeffentliche arbeitgeber ist (fast) 'pleite'. zusaetzliche ausgaben der oeffentlichen hand (z. B. fuer personalkosten) fuehren zu einer erhoehung der staatsverschuldung.

Bewerten: schlecht gut
1 - 14 von 14 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche