Haben wir bald Polizisten aus Stahl und Chips wie in „Robocop II”?

Pläne der Bundesregierung

Roboter sollen vor Terror schützen

Die Bundesregierung will nach Informationen der F.A.Z. bis 2010 für 123 Millionen Euro neue Technologien zum Schutz der Bevölkerung vor Terrorismus entwickeln lassen - darunter Überwachungsroboter und Detektoren für auffälliges Verhalten.

Lesermeinungen zum Beitrag

18. Dezember 2006 16:45

BOS-Kommunikation statt TK-Überwachung !

Hagen Wollert (hwollert)

"Großen Wert legt die Regierung darauf, daß Einsatzkräfte aller Art künftig leicht miteinander kommunizieren [..] können [..]. Derzeit ist dies nicht möglich."

Die Zeilen erinnern sofort an die analoge Funktechnik, mit der unsere Sicherheitskräfte neben Albanien als einzige in Europa ausgestattet sind.

Leider fühlte sich keine unserer 3 Regierungen, welche seit der Entwicklung der digitalen Sprachübermittlungs-technik im Amt waren für die öffentliche Sicherheit in ausreichendem Maße verantwortlich. Anstatt eine nie dagewesene Infrastruktur zur Überwachung der Kommunikation der Bürger aufzubauen hätten sich die Verantwortlichen in Form der Innenminister besser auf eine zeitgemäße Kommunikationsinfrastruktur für die BOS-Kräfte fokussieren sollen.

So rächen sich schließlich die schon nahezu paranoiden Züge, welche allen gemein sind, die seit Gerhard Baum (*)dieses Amt auf Bundesebene bekleideten.

(*) Jürgen Schmude, der dieses Amt 1982 für 2 Wochen führte bleibe dabei unbeachtet.

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18. Dezember 2006 12:27

kritische geistes- und sozialwissenschaftliche Begleitforschung

Uwe Kosa (kosauwe)

Soso... Eine "kritische geistes- und sozialwissenschaftliche Begleitforschung" zur Perfektionierung des Ueberwachungsstaats will die Frau Schavan? Sonst noch was? Ach ja: Exporterfolge natürlich. Staaten mit niedrigem demokratischen Profil jedoch herausragendem Bedarf nach "Sicherheitstechnologie" gibt's ja mehr als genug.

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18. Dezember 2006 10:55

Polizei und moderne Technik

Jan Kückels (jan45130)

Aha, der Polizei sollen also moderne Kommunikationsmittel und bessere Technik zur Erfüllung ihrer Aufgaben bereitgestellt werden?

Ist grade nicht wieder die Einführung des Digitalfunks bei der Polizei aus Kostengründen gescheitert?

Aber über Überwachungsdrohnen denkt man nach...

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18. Dezember 2006 08:08

Wer bestimmt ...?

michael schefcik (simmics)

da kommt freude auf wir überlassen nun Maschinen zu bestimmen wer sich im Alltagsleben nicht normgerecht verhält. Abgesehen davon, dass ich nicht jedem Mitmenschen zugestehen will mein Verhalten oder das Anderer zu beurteilen, warum sollen es aufeinmal Maschinen tun dürfen...?
Schöne "neue" Informatik Welt ...
Nicht die Technik ist schlecht sonder wie sie genutzt wird ...
hm, und von wem sie genutzt wird ... also Demokratiepolitisch ein wenig bedenklich ...?

Wie wäres es an den Ursachen zu arbeiten und nicht die Symptome zu bekämpfen ...?
Es gibt sicher noch andere Wege ...?
Wer will die aber schon ...?

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18. Dezember 2006 07:57

Roboter und Terror

Herbert Böckmann (Bergbaer)

Mehrfach wurde schon durch verschiedene Experten darauf hingewiesen, wie wenig effektiv Überwachungsmethoden wie z.B. die Videoüberwachung bezüglich terroristischer Anschläge sind. Bisher konnte meines Wissens nach noch kein einziger Anschlag dadurch verhindert werden. Auch die Aufklärungsrate von Anschlägen und Anschlagsversuchen ist relativ klein.
Statt Millionen von Euro für "Roboter" u.ä. Schnickschnack auszugeben, sollte man die deutschen Sicherheitskräfte endlich aus dem elektronischen Mittelalter befreien und die Kommunikationsmittel auf den neuesten Stand bringen. Es ist doch beschämend -und die ganze Welt lacht uber unser sog. Hochtechnelogieland-, wenn die Polizei mit museumsreifen Funktelefonen auf Verbrecherjagt geht! Und die können prima mithören !
Albanien lässt grüßen.

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18. Dezember 2006 07:55

wer nichts getan hat...

David Y (icarusd)

...hat auch nichts zu befürchten sagt einer meiner vorredner.

genau in diesem punkt liegt der fehler. es gab erst vor kurzem einen fall, in dem ein mann der kinderpornographie bezichtigt wurde, nachdem er anhand "seiner" ip-adresse ausfindig gemacht wurde.

dumm nur, dass dieser mann leider überhaupt nichts damit zu tun hatte (sprich: er hatte nichts getan) und demnach auch nichts zu befürchten gehabt hätte.

man kann das jetzt natürlich als einzelfall sehen, doch egal wie man es sieht, hier wird die beweislast irgendwie umgedreht.

anstatt zunächst davon auszugehen, dass jeder erst einmal unschuldig ist, wird nun jeder erst einmal pauschal verdächtigt und muss dann seine unschuld beweisen (lassen).

und treffen kann es leider jeden, auch die, die vermeintlicherweise ja nichts getan haben.
und wenn es erst einmal passiert ist, kann man sich oft am besten auch einen neuen job und eine neue nachbarschaft suchen, denn einer fahler beigeschmack wird in der alten umgebung immer bleiben - ob schuldig oder nicht.

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18. Dezember 2006 00:44

Laßt besser die Finger davon,

James Barrante (jaba82)

denn wie es um die real-existierende Umsetzung von IT-Projekten bestellt ist, zeigt immer wieder die wahre Kompetenz des Bundes bzw. der Länder. Beispiele gefällig?

- Software für das Arbeitsamt;
- Realisierung der LKW-Maut;
- Digitaler Behördenfunk, Gruß nach Albanien
(neben D einziges europ. Land mit analoger
Funktechnik bei der Polizei, laut GdP);
- ...

Zum Glück sollen es "nur" 123 Mio. sein, die diesmal in den Sand gesetzt werden. Bruce Schneier, anerkannter Kryptologe und Internet-Experte sagte einst (frei aus dem Amerikanischen):

"Wenn du glaubst, Technik kann deine Probleme lösen, verstehst du weder die Technik, noch die Probleme."

Aber Hauptsache die Bevölkerung wird durchleuchtet. Da fragt man sich echt, warum das Ministerium für Staatssicherheit nicht ins Bundesinnenministerium eingegliedert wurde!

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18. Dezember 2006 00:11

Nicht gleich alles übertreiben...

Thomas van Eckert (Flashhawk)

An die Adresse meiner Vorredner:

Zum einen finde ich es nicht gut, sich, bevor irgendetwas herausgekommen ist, schon über die Summe zu ereifern. Auf diese Art gehen leider viel zu viele gute Ideen und Ansätze schon zu Anfang den Bach runter.

Zum anderen finde ich es interessant, dass genau die, die vor einer überzogenen Hysterie warnen, im Gegenzug selbst die Hysterie eines Überwachungsstaates verbreiten.

Meiner Ansicht nach wird auch auf diesem Feld immer der Grundsatz gelten: Wer nichts unrechtes getan hat, hat nichts zu befürchten.

Was interessiert es mich, wenn auf jeder Reise mein Autokennzeichen und meine Reiseroute protokolliert werden? Ich habe nichts zu verbergen. Im Gegenteil, unter Umständen kommt mir das ganze eines Tages zu Gute. Sei es, um einen Täter, der mir übles wollte, dingfest zu machen, oder meine Unschuld zu beweisen.

Wie gesagt, Ruhe bewahren, Schock bekämpfen, und vor allem nicht mit irgendwelchen abgedroschenen, polemischen Phrasen um sich schmeißen.

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17. Dezember 2006 23:25

123 Millionen für Volks-Überwachungstechnik

A. Malliki (a.malliki)


Der Bund übernimmt die Forschungskosten und kauft anschließend die selbstentwickelte Technologie teuer bei der Industrie - zuzüglich Entwicklungskosten - ein.

Ist das doch mal wieder ein tolles Geschäft!

Diese Idee könnte auch von der Pharmaindustrie stammen.

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17. Dezember 2006 22:55

Den Pioniermarkt schaffen ! 123 mio €

Joachim A Laux (volkswirtlaux)


Endlich ! In jeder brauchbaren KreativitätsSitzung, Ideen finden, sind alle Killermanieren für Teilnehmer strikt verboten.

Frau Minister Schavan und ihrer Mannschaft scheint den richtigen zukünftigen Zugang zu auffälligem Verhalten gefunden zu haben. Und der Markt für das Geschäft mit der Angst ist uralt, unerschöpflich !!
Also schicken wir unsere ministerialen Industriemarktforscher auch nach Afrika: Ist dort die Brutstätte, der Bedarf für neue Technologie besonders virulent ?

Erinnern wir uns: Salamanders beste Marktforscher wußten es: Dort ist der Riesenmarkt für Schuhe. Die laufen dort alle immer noch barfuß.

Joachim Laux volkswirteLaux

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17. Dezember 2006 22:35

Kampf dem Terror

Karsten-Hinrich Festge (Festge)

Ich würde das Augenmerk nicht so sehr auf Großveranstaltungen richten, vielmehr auf die viel anfälligere Infrastruktur.Wäre ich Terrorrist würde ich z.B. die Trinkwasserversorgung einer Großstadt mit Chemikalien aus der Drogerie um die Ecke über Wochen so beeinflussen, daß niemand mehr wagt, sich mit Wasser aus dem Hahn auch nur die Zähne zu putzen.So was verbreitet dauerhaft Schrecken, viel mehr als die Zündung einer Bombe in einem Fußballstadion.-
FESTGE

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17. Dezember 2006 22:22

Hurra!

Andreas Mayer (harmless)

Wir bauen den perfekten Überwachungsstaat.
Ich bin begeistert.
Einziger Lichtblick ist die lächerliche Summe, die hier genannt ist und die Hoffnung darauf, daß die Technik ähnlich zuverlässig wird, wie ihre Befürworter weitsichtig sind.

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17. Dezember 2006 22:11

Detektoren für auffälliges Verhalten?

Maximilian Schaaf (Monuschaaf)

Auch wenn die Pläne, wie sie im Artikel beschrieben sind, noch wenig konkret sind: Wörter wie "Überwachungsroboter" oder "Detektoren für auffälliges Verhalten" lösen in mir nackte Angst aus, statt Sicherheit zu vermitteln.

Wer definiert auffälliges Verhalten?
Wer wird überwacht?

Alleine diese Fragen werfen gewaltige Probleme auf. Das Schema ist immer dasselbe: Mit der Kulisse einer Bedrohung von innen und außen werden massive Einschnitte in Freiheit und Entfaltung der Bürger gerechtfertigt - und die Mehrheit sagt lammfromm "ja". Die Zeitreise ins Jahr 1984 hat begonnen.

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17. Dezember 2006 21:13

Kampf dem Terror ...

Frank Geiser (geiser123)

123 Mio ... nicht schlecht, aber leider viel zu wenig um mehr als ein oder zwei Grossstaette abzudecken und ausserdem hilft die beste Technik oftmals nichts gegen Anschlaege aus dem Blauen heraus. Auch sollte man sich fragen ob das Thema Terrorismus hier nicht kuenstlich hoch geschaukelt wird wie es z.Z. in Amerika geschieht. Glaubt man den Nachrichten dann tummeln sich mindestens drei Terroristen an jeder Strassenecke. Dabei wurden 2005 ca. 250 Menschen in Philadelphia allein durch Schusswaffen umgebracht. Dies allerdings nicht durch Terror, sondern durch "Normal" -Verbrechen (Drogen etc.) Zaehlt man solche Faelle einmal zusammen dann faellt schnell auf das Tode durch Strassenverkehr, Drogen, Alkohol, Verbrechen, Raub etc. eine dermassen grosse Masse ausmachen, das das bisschen Terror gar nicht mehr auffaellt ...

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