13. November 2007 Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat gemeinsam mit den Ländern und Wissenschaftlern ein Rahmenprogramm zur Stärkung der empirischen Bildungsforschung entwickelt. Dadurch sollen die Leistungen deutscher Schüler langfristig verbessert werden. Die empirische Bildungsforschung soll klären, wie der Unterricht verbessert werden, Kinder aus Zuwandererfamilien besser gefördert und Lehrer künftig aus- und fortgebildet werden können.
Bundesbildungsministerin Schavan (CDU) und der Berliner Bildungssenator und amtierende Präsident der Kultusministerkonferenz Zöllner (SPD) haben das Rahmenprogramm am Dienstag in Berlin vorgestellt. Der Bund finanziert das Rahmenprogramm vollständig und plant, dafür 120 Millionen Euro bereitzustellen. Dadurch solle der enge Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland aufgelöst werden, bekräftigte Frau Schavan.
Es fehlen Bildungsforscher
Da es bis Mitte der achtziger Jahre kaum nationale empirische Untersuchungen zur Leistungsfähigkeit des Bildungssystems gab, fehlen in Deutschland Bildungsforscher. Deshalb soll der Nachwuchs gezielt gefördert werden. Noch nicht promovierte wissenschaftliche Mitarbeiter sollen in der Regel auf halben Promotionsstellen beschäftigt werden und Stipendien erhalten, sofern die Laufzeit des geförderten Projekts zur Fertigstellung der wissenschaftlichen Arbeit nicht ausreicht.
Das Bundesbildungsministerium wird deshalb für Bildungsforschung, Kompetenzdiagnostik und empirische Fundierung von Fachdidaktiken für einen Zeitraum von fünf Jahren jährlich 30 neue Promotionsstipendien gewähren. Beginnen soll das Förderprogramm im kommenden Jahr. Die Stipendien für Fachdidaktik sollen vor allem an Lehrer vergeben werden, die für die Zeit ihrer Promotion ihren Beschäftigungsumfang auf eine halbe Stelle reduzieren.
Pädagogisches Personal soll professioneller werden
Außerdem will das Bundesbildungsministerium den internationalen Austausch in der empirischen Bildungsforschung fördern und Reisekosten für internationale Kooperationen sowie Mittel für befristete Auslandsaufenthalte von Nachwuchswissenschaftlern bereitstellen.
Darüber hinaus soll ein nationales Bildungspanel etabliert werden, das etwa die Kompetenzentwicklung im Lebenslauf im Zusammenhang mit familiären, sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen sowie kritische Übergänge in Bildungsprozessen aufzeigt, spezifische Fähigkeiten für Ausbildungs- und Berufserfolg in den Blick nimmt und die Zugänge zu Weiterbildungsgängen mit Beschäftigungskarrieren verbindet.
Vor allem soll das pädagogische Personal professioneller werden. Dazu soll die Bildungsforschung Auswahlkriterien für Bewerber entwickeln und den Wissenstransfer in die Schulen organisieren. Da die Erkenntnisse der Bildungsforschung bisher kaum Wirkungen für die Schulpraxis oder Schulpolitik zeigten, sollen sie künftig in verständlichen Kurzfassungen aufbereitet und in einer eigenen Schriftenreihe des Bundesbildungsministeriums sowie in einem Portal Bildungsforschung auf der Homepage des Ministeriums veröffentlicht werden.
Text: F.A.Z.
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