Entführung in der Türkei

Steinmeier hofft auf eine „rasche Freilassung“

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11. Juli 2008 Das Auswärtige Amt bemüht sich weiter um eine baldige Freilassung der drei entführten Deutschen in der Türkei. Man lasse sich nicht auf Erpressung ein, hieß es, sei aber „mit allen Kräften dran“, die Entführten zu befreien. Ob es direkt Kontakt zu ihnen gibt, blieb unklar. Es sei nicht leicht, zuverlässige Kanäle herzustellen, hieß es nur.

Außenminister Steinmeier selbst sprach in Berlin von engem Kontakt mit den türkischen Behörden. Er hoffe nach Rücksprache mit seinem türkischen Kollegen Babacan, dass der Fall gut ausgehe. Man bemühe sich weiter um eine „rasche und bedingungslose Freilassung“ der drei Geiseln. Noch aber, hieß es im Auswärtigen Amt, sei „die Sache im Fluss“, weshalb Einzelheiten nicht mitgeteilt werden könnten.

PKK: Berlin soll „feindliche Politik“ beenden

Die drei aus Bayern stammenden, 33, 48 und 65 Jahre alten Männer waren am Mittwoch am Berg Ararat von Kämpfern der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) aus einem Camp am Ararat auf 3200 Metern Höhe verschleppt worden. Die insgesamt 13 Männer und Frauen waren in der Nacht vor der Gipfelbesteigung des 5165 Meter hohen Berges überfallen worden, wie der Veranstalter seb-tours im Internet berichtete. Die übrigen zehn Mitglieder der Bergsteigergruppe wurden am Freitagabend am Münchner Flughafen zurückerwartet. Ihnen geht es nach Angaben des Reiseveranstalters den Umständen entsprechend gut.

Die PKK-nahe Nachrichtenagentur Firat hatte in einer Erklärung gefordert, Berlin müsse seine „feindliche Politik“ gegenüber der PKK und dem kurdischen Volk einstellen. Steinmeier und Innenminister Wolfgang Schäuble hatten betont, die Bundesregierung lasse sich nicht erpressen.

Kurdische Partei DTP bietet sich als Vermittler an

Die kurdische „Partei für eine demokratische Gesellschaft“ (DTP) bot sich derweil der Bundesregierung als Vermittler an. Die DTP hatte schon erfolgreich bei der Freilassung türkischer Soldaten vermittelt, die von der PKK entführt worden waren. (Siehe auch: Kommentar: Angebot in der Geiselkrise)

Die PKK-Forderung wurde nach Angaben der in Deutschland ansässigen Kurden-Organisation Azadi von den „Volksverteidigungskräften“ (HBG) der kurdischen Guerilla veröffentlicht, die sich ausdrücklich zu der Entführung bekannte. Darin hieß es, man hege gegen das deutsche Volk und die „festgenommenen deutschen Staatsbürger keine Feindschaft“. Allerdings würden seit Jahren kurdische Aktivisten und Organisationen in Deutschland polizeilich und strafrechtlich „verfolgt“. Damit werde eine politische Lösung des Kurden-Konflikts verhindert.

Der kurdische Fernsehsender Roj-TV wies am Freitag in Kopenhagen jede Verbindung zur Entführung der drei deutschen Bergsteiger in der Türkei zurück. Der Chef des Exil-Senders, Manouchehr Zonoozi, sagte der dpa: „Das hat mit uns nicht das Geringste zu tun.“ Von Seiten der PKK hatte es geheißen, das von der Bundesregierung im Juni verhängte Verbot von Roj-TV sei einer der Gründe für die Aktion.

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Roj-TV ist nach Feststellung des Innenministeriums für die seit 1993 verbotene PKK tätig. Damit verstoße der Sender gegen das damals erlassene Verbot. Die PKK nutze den Sender als „Sprachrohr, um ihre Anhängerschaft in Europa mit Nachrichten zu versorgen“ und um die Organisation zusammenzuhalten.

Tote bei Kämpfen mit türkischem Militär

Unterdessen wurden zehn kurdische Rebellen und ein Mitglied einer von der Türkei unterstützten kurdischen Miliz bei Kämpfen im Südosten der Türkei getötet. Die Kämpfe ereigneten sich demnach am späten Donnerstagabend in der Nähe des Bergs Kato in der Provinz Sirnak, wie örtliche Sicherheitskräfte mitteilten.

Bei der kurdischen Miliz handelt es sich um eine Schutztruppe, die von Ankara zum Kampf gegen die Rebellen der PKK gebildet wurde. Die türkische Armee hat ihren Kampf gegen die PKK seit Dezember vergangenen Jahres verschärft und mehrere Luftangriffe gegen Rebellenverstecke im Norden des Irak geflogen. Zeitweise war sie auch mit Bodentruppen in den Irak eingedrungen.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: reuters

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