Schweinegrippe

Rösler fordert mehr Impfstoff

Bittet die Bürger um Geduld: Rösler

Bittet die Bürger um Geduld: Rösler

07. November 2009 Die Bundesregierung will den Kampf gegen die Ausbreitung der Schweinegrippe verbessern: Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat die Pharmaindustrie am Samstag ermahnt, ihren Verpflichtungen nachzukommen und genug Impfstoff zu produzieren. „Wichtig ist jetzt, dass die Industrie den Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung stellt“, sagte Rösler der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Durch die Verbesserung des Produktionsverfahrens sei es inzwischen aber gelungen, die Ausbeute zu erhöhen. Die europäische Arzneimittelbehörde habe dem zugestimmt.

„Ich hoffe, dass die Industrie bald die avisierten Produktionsmengen liefern kann“, sagte der FDP-Politiker. So werde sich die Lage bei der stufenweisen Impfung in den Ländern entspannen. „Dennoch bitte ich besonders diejenigen Menschen um Geduld, die in der Reihenfolge nach den Helfern und den Kranken an der Reihe sind“, sagte Rösler. In den vergangenen Tagen hatte es aus einigen Bundesländern Berichte über Engpässe bei der Impfstoffversorgung gegeben. Nach den ersten Todesfällen wegen der Grippe kam es zu einem Ansturm auf die Praxen und Gesundheitsämter.

Die Bürger bat Rösler um Vertrauen in die Arbeit der Behörden. „Ich habe Verständnis, dass die Menschen durch die vielen, teils widersprüchlichen oder gar falschen öffentlichen Meinungsäußerungen verunsichert sind, deshalb brauchen sie Informationen, denen sie vertrauen können“, sagte er. Zuverlässige Informationen rund ums Impfen seien bei den Experten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts zu finden. Sie seien weltweit anerkannte Fachleute für die Bekämpfung von Infektionserkrankungen und für Impfstoffe. Das Gesundheitsministerium habe die wichtigsten Fragen auf der Internetseite www.neuegrippe.bund.de zusammengestellt.

Um die Zusammenarbeit des Bundes mit den Ländern zu verbessern, kündigte Rösler einen Impfgipfel an. Seine Länderkollegen lud er zu einem Treffen am kommenden Mittwoch ein. Schon am Montag soll es eine Telefonkonferenz zu dem Thema geben. „Die Länder haben die nötige Flexibilität, um auf regionale Besonderheiten reagieren zu können. Die Erfahrungen der einzelnen Länder mit dem Ablauf der Impfung sind wichtig“, sagte Rösler dieser Zeitung.

Zudem wies der FDP-Politiker darauf hin, dass auch Kinder mit Vorerkrankungen gegen die Schweinegrippe geimpft werden sollten. Eltern sollten mit ihrem Kinderarzt über die Impfung sprechen, sagte Rösler.

Text: hoi. / F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

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