Welchen Bildungsstandard soll die deutsche Hauptschule haben?

Pisa-Studie

Schönfärben für den Test

Die Ergebnisse der jüngsten Pisa-Studie werden schon wieder besorgt diskutiert. Nie wieder wollen sich die Kulturminister böse überraschen lassen. Deshalb haben sie beschlossen, auch im kommenden Jahr deutsche Schulen zu überprüfen und zu vergleichen. Von Regina Mönch

Lesermeinungen zum Beitrag

27. November 2008 21:29

Die Erbschuld der Politik...

Harry LeRoy (Cimon)

@Herr Berkowitsch: Nun, das sind ja mal Neuigkeiten! Es mag ja in Mode gekommen sein, dass die Politik an allem schuld ist, aber hier ist sie allenfalls deswegen zu tadeln, weil sie diese Einwanderungs- und Asylpolitik überhaupt betrieben hat, ohne sich dabei Gedanken über die langfristigen Folgen politischer, kultureller, religiöser uns sozialer Art zu machen; was wohl auf das große Interesse der lieben Wirtschaft zurückzuführen sein dürfte, welche bei weitem zu viel Macht über die Politik gewonnen hat. Meiner Kritik nimmt indes dieser Einwand die Spitze nicht, da hier das soziale Umfeld weder Ausrede noch Entschuldigung sein kann.

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21. November 2008 16:19

Mehr als ein Pisa-Problem

Oliver Kaltheier (Theoderich08)

Politiker quer durch alle Parteien haben über Jahre und Jahrzehnte ein Problem geschaffen und verschärft, dass nun mit voller Wucht Auswirkungen auf nahezu alle gesellschaftlichen Bereich zeitigt. Politiker, die über Jahre hinweg aus den unterschiedlichsten Motiven heraus unqualifierte Zuwanderung zulassen oder sogar befördern, ohne sich über die Rahmenbedingungen hiefür im Klaren zu sein, ist bestenfalls verantwortungslos zu nennen. Etliche Generationen Deutscher und Einwanderer, die später zu angesehen Deutschen wurden, sind im Vergleich zu heute materiell unter weitaus schwierigeren Bedingungen gebildet worden und haben mit dieser Bildung Leistungen erbracht, die Deutschland zu einem Staat ersten Ranges gemacht haben. Kargheit der Mittel haben diesen Generationen durch Disziplin, Fleiss, Beharrlichkeit und auch Belastbarkeit ausgeglichen. Dafür bedurften sie keiner Sozialarbeiter, "Quartiermanager", Sprachkurse, Psychologen und weiss der Teufel welch sonstiger "Integrationshilfen". Sie integrierten sich von selbst und alleine darin liegt der Schlüssel des Erfolges gelungener und n a c h h a l t i g e r Inegration, die ihren Namen verdient. Grundvoraussetzung dafür ist der Wille zur Integration.

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20. November 2008 15:05

Migrationhintergrund

Alexander Berkowitsch (Herzdoktor)

Hallo Herr Leroy, als Deutsche mit Migrationhintergrund kann ich ihnen gut erklären warum „hier dauerhaft große Gruppen von Menschen leben, die Sprache, Sitten und Gesetze dieses Landes nicht kennen und auch nicht kennen wollen?“. Schuld daran ist die POLITIK. Stellen Sie sich eine Wohngegend in Berlin, oder Hamburg vor, wo eine bestimmte Volksgruppe lebt, die eine Sprache spricht und alles unter sich erledigt, ohne mit Deutschen in die Berührung kommen zu müssen. In diesen Familien kommen die Kinder zur Welt und wachsen nicht in deutschen Milieu auf, zu Hause, auf der Strasse, mit Spielfreunden wird türkisch, arabisch, russisch gesprochen. So wachsen diese Kinder auf, gehen in die Schule, wo es so gut wie keine Deutschen gibt, oder die Klasse spaltet sich nach Sprach und kulturellen Prinzip. Das ist die Praktik. Aber einige Städten und Gemeinden sind des Problems bewusst (München) und lassen die Einrichtung von monoethnischen Wohnbezirken nicht zu. Da wohnen z.B in 5. Stock russische Juden, 4- Kroaten, 3- Türken, 2- Brasilianer, 1- Deutsche. Die Kinder von allen sind immer zusammen im Kindergarten-Hof am Spielplatz, und DA LERNEN SIE DIE SPRACHE, aus dem einfachen Grund, um einen anderen verstehen zu können.

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20. November 2008 14:20

Ungewöhnliche Offenheit...

Harry LeRoy (Cimon)

Da zieht doch der Artikel nicht etwa eine kausale Verbindung zwischen Einwanderung und der Bildungsmisere? Sollte am Ende gar nicht das deutsche Schulsystem Schuld am schlechten Abschneiden bei den internationalen Küren sein? Besteht des Pudels Kern etwa aus der sehr problematischen Tatsache, dass hier dauerhaft große Gruppen von Menschen leben, die Sprache, Sitten und Gesetze dieses Landes nicht kennen und auch nicht kennen wollen? Denn niemand könnte sonst erklären, warum Menschen, die in einem fremden Land dauerhaft leben wollen, nicht zumindest dessen Sprache erlernen und sie auch ihren Kindern beibringen. Derartige Defizite kann ein staatliches Schulsystem nicht aufholen, bewältigen oder lindern, das darauf angelegt ist Kinder in ihrer deutschen Muttersprache zu unterrichten. Der Schule werden hier – wieder einmal – Lasten und Pflichten aufgezwungen, die eigentlich den lieben Eltern oblägen.

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19. November 2008 09:10

Die Lösung des Problems:

Jürgen Koll (werther12)

1.) ein hohes Niveau einfordern, auf allen Schulstufen 2.) Ausländerkinder, die dieses Niveau nicht erreichen, müssen das Land verlassen (das gäbe einen Motivationsschub!) 3.) Deutsche Kinder, die dieses Niveau nicht erreichen, werden ausgeschult und einer nützlichen Tätigkeit zugeführt (Parkpflege, Gartenarbeit, Hilfsarbeit auf dem Bau, ... Arbeit gibt's genug). Wer nicht will, kriegt kein Geld (auch kein Kindergeld). Nach einem halben Jahr haben sie dann die Möglichkeit, geläutert und reuig einen neuen Versuch mit der Schule zu wagen. Das würde zwar helfen, aber das wollen wir ja nicht, dafür sind wir zu weichmütig. Also wird weiter gewurstelt und gemogelt, bis alles zusammenbricht.

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18. November 2008 18:13

"Interessanter Unterricht"

Johanna Geisel (Jea.nne)

In meiner Berufsschule muss ich auch immer wieder erleben, dass gerade in den Stunden, in denen vom konservativen Schema "Lehrer erzählt, Schüler schreiben auf" abgewichen wird, die Disziplin am schlimmsten leidet. Nicht, dass es sonst ruhig wäre in der Klasse - die Lehrer schreien sich immer die Hälse wund um den Lärm zu übertönen. Aber gerade dann, wenn Mitdenken und über-den-Tellerrand schauen gefordert ist, wird besonders deutlich, wie "bildungsfern" selbst unsere Realschüler sind. Von Interesse keine Spur, von Wissen erst recht nicht. Lockere Stunden sind immer ein Freischein für Abschalten und Krach machen. Um durch schülerfreundliche Unterrichtsgestaltung Interesse zu wecken ist es viel zu spät. Wissensdurst muss im Kindergarten, ja sogar in der Wiege gefördert werden. Vielleicht kann man in der Grundschule noch Einfluss nehmen, aber spätestens dann ist entschieden, ob ein Kind neugierig lernt oder der Null-Bock-Fraktion beigetreten ist. Und bei letzteren hilft nur noch die Keule: Lasst sie Tests schreiben, lasst sie schwitzen, OHNE gleich immer die Lösung vorzusagen. Irgendwann kapieren die dann auch, dass ihnen im Leben nichts geschenkt wird. Zum Facharbeiter kommt auch kein Lehrer mehr und rechnet ein Beispiel vor.

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18. November 2008 14:00

Klares Problem, klare Lösung

Gerry Stadler (Gerry_Stadler)

Das Problem ist offensichtlich: Die Kinder von Migranten können im Durchschnitt nicht die gleiche Leistung erzielen wie einheimische Kinder. Der Gründe gibt es viele. Vielleicht sollte sich die Politik mal Gedanken darüber machen, wie sinnvoll es ist, unqualifizierte Hilfskräfte en masse ins Land zu lassen, deren Kinder in der Schule statistisch gesehen meistens scheitern! Machen wir uns nichts vor: Unqualifizierte Arbeitnehmer aus den neuen EU-Ländern im Osten machen sich in Deutschland breit, senken das Niveau, erhöhen die Kosten, und die qualifizierten und gutausgebildeten Deutschen lassen sich in der Schweiz nieder und erhöhen so deren Wohlstand (Dankeschön, Deutschland!). Damit die Kinder von Migranten nicht noch weiter in die schulische Sackgasse getrieben werden, gibt's nur einen Weg: Intensivkurse in Deutsch, und zwar VOR dem Eintritt in die reguläre Schule. Wenn diese Kinder kaum Deutsch verstehen noch schreiben oder lesen können, wie sollen sie dann dem Unterricht folgen? Darum: Deutschpflichtkurse für Migrantenkinder! Kommt hinzu: Wer nicht deutsch kann, wird auch nie integriert sein und höchstens in Subgesellschaften verkehren.

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18. November 2008 13:06

Ohne Perspektive? - Fördern statt sieben!

J. H. (JohannesLeonhard)

Als zeitweilig eingesetzter "Ersatzlehrer" in einer "Ausweichschule" und Vater von teilweise noch schulpflichtigen Kinder kann ich nur sagen: Pisa ist murks! Pisa mißt nichts von dem, was wir nicht ohne Pisa längst wissen. Und Pisa trägt nichts zur Verbesserung unserer Lernsituation bei. Das Geld für Pisa kann man verbrennen. Was unser Bildungssystem krank macht, sind nach meiner Wahrnehmung zwei Dinge. Zum einen wird in Deutschland nicht gefördert sondern gesiebt. Deshalb blühen die Nachhilfeeinrichtungen nirgendwo so schön wie bei uns. Unsere Schule bietet Darwinismus in Reinkultur: Wer durch das Bildungssieb fällt, landet ganz unten, in der Hauptschule. Deshalb hat die so einen schlechten "Ruf", und deshalb möchte da auch keiner hin. Zum zweiten (das Spiegelbild zum ersten) ist die Aussichtslosigkeit hinsichtlich ihrer weiteren "Karriere", mit der die konfrontiert sind, die "ganz unten" in der Hauptschule landen. Wer keine Aussicht hat, nach der Schule weiterzukommen, welchen Grund soll der haben, sich schulisch zu bilden? Mehr als HarzIV oder "Stütze" ist ja "sowieso nicht drin"! Wir brauchen eine grundlegende Wende in der Schule vom Sieben zum Fördern!

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18. November 2008 12:55

Lehrer ohne Macht

Lothar Woelfel (LWoelfel)

können keinen Unterricht machen, wenn Schüler diesen nicht zulassen. Unterrichtsstörungen sind nach meiner Erfahrung einer der Hauptgründe für das Nichterreichen von Unterrichtszielen Auch gut vorbereitet, abwechslungsreich, mit Video, Overhead, PC und Gruppenarbeit ist Unterricht erfolglos, ohne ein Grundbestand sozialer Verhaltensregeln und der Macht diese auch ggf. durchzusetzen. Es kann nicht sein, dass das Recht auf Bildung durch Störer verhindert wird und Lehrer, dieses Recht nicht im Interesse der Willigen durchsetzen können. Dann ist man als Lehrer doch dankbar, wenn die Störer die Schule schwänzen. Deshalb muss dem Lehrer wieder die Macht zurückgegeben werden, Störer aus dem Unterricht auszuschließen.

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18. November 2008 12:12

Eine zutreffende Analyse!

Michael Menzel (Galenos)

Die Bestandsaufnahme ist perfekt und beschreibt die reale Situation. Natürlich kann Frau Mönch keine Lösung bieten. Das Problem ist derart verfahren, daß keine Alternative in Sicht ist. Man hat den Eindruck, daß die Lehrer ebenso Bestandteil eines dekadenten, bildungsfeindlichen Systems geworden sind, wie die bildungsresistenten Schüler. Man weiß nicht mehr, wer weniger "Bock" hat. Den Begriff "Bildung" darf man nicht einmal andenken. Der hat sich im Laufe 30-jähriger ideologisch-psychologischer Experimente als etwas zutiefst Unanständiges umdefiniert. Bildung und Elite sind Feindbegriffe eines dumpfen rotgrünen Sumpfes geworden. Wirklich ändern will niemand etwas. Es werden lächerliche Prüfungen wie "Pisa" veranstaltet und die Länder und Bundesländer treten gegeneinander an auf dem Niveau kollektiven Sackhüpfens. Wie Frau Mönch schreibst: Die Schulen werden den peinlichen Unfähigkeiten der Schüler angepasst, auf daß die Lehrer selbst die Illusion aufrecht erhalten können, sie seien auch nur ansatzweise als Pädagogen für die Gesellschaft tätig. Nicht für die Schule lernen wir, sondern für die Kultusminister der Länder und deren bürokratische Verrücktheiten. Das offenbart sich beim "Abschaffen der Hauptschulen" am besten.

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18. November 2008 09:18

Faszinierende Schlusswendung

Christian Link (Der_Elch)

Bis zur Mitte des Artikels meinte ich noch, ein vermeintliches Plädoyer für die Abschaffung der Hauptschule und die Einführung einer Gesamtschule zu lesen. Aber dann packt Frau Mönch die konservative Keule aus und fordert anstelle von mehr Lehrern lieber mehr Polizei. "Sinnvoller wäre, Hauptschullehrern endlich die Hilfe zukommen zu lassen, die sie und einige wenige Juristen und Polizisten längst fordern, nämlich die Hilfe zur strikten Durchsetzung der Schulpflicht." Da wüsste ich gerne, welche Hauptschullehrer denn bitte fordern, dass ihre Schüler von der Polizei in die Klasse geführt werden? Ich halte es nicht für zufällig, dass es für diese Behauptung keinen Quellenbeleg gibt. Der entspringt wohl nur dem reaktionären Gedankengut der Autorin. Jedem der sich auch nur ansatzweise mit Pädagogik beschäftigt, ist doch klar, dass man niemandem zum Lernen zwingen kann. Diese Meinung vertreten wohl nur Regina Mönch und die von ihr imaginierten Hauptschullehrer.

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18. November 2008 08:56

dumb and dumber

Matthias Hühn (matthiashuehn)

wenn Politiker heutzutage ein Problem loesen sollen, dann machen Sie es meist so: Ignorieren des Problems und Faelschen der Statistik. Auslaenderkriminalitaet, Arbeitslosenzahlen, Niveau der Absolventen sind da nur die prominentesten Beispiele. Weil die Hauptschueler die Schule fast genauso bloed verlassen wie sie hineingehen, wird einfach das Niveau auf das Eingangsniveau gesenkt. Was das Absenken von Standards bewirkt, sieht man sehr gut: Hauptschueler sind unvermittelbar und Abiturienten sind fuers Studium zumeist miserabel vorbereitet. Wenn es weiter in diese Richtung geht, dann muessen Professoren bald erahnen, was ein Pruefling ihm sagen will, weil das Deutsch so katastrophal ist, dass mans nicht mehr versteht. Der Grund fuer die katastrophale Situation an den Hauptschulen ist offensichtlich, aber darf nicht diskutiert werden: Auslaenderkinder en masse, an Erziehung der Kinder desinteressierte Eltern, entmachtete Lehrer. Anstatt den Standard noch weiter zu senken (geht das realistisch?), sollte der Standard dramatisch nach oben gezogen werden. Dann waere ein Hauptschulabschluss wieder etwas wert, weil die grosse Zahl an Hauptschulabgaengern, die keinen Abschluss verdient, dann auch keinen Abschluss hat.

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18. November 2008 08:27

Pisa Studie

Frank Hener (franika-faz)

Hier zeigt sich mal wieder, woran das Bildungssystem zuerst krankt: Nämlich an der Politik selbst! Das föderale System machts möglich. Änderungen am Bildungsystem sind beliebt - überall. Schaut her, wir reformieren! Schaut her, wir sind wieder wer - in Pisa! Es juckt die Politik überhaupt nicht, das eine weitere statistische Mogelpackung herausgebracht wird. Und da soll man nicht Politikverdrossen werden?

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