11. April 2007 Auch ein Jahr nach dem Wechsel an der SPD-Spitze ist der Name des aktuellen Parteivorsitzenden den meisten Bürgern noch unbekannt. Auf die Frage, ob sie wüssten, wer im Augenblick SPD-Vorsitzender ist, konnte in einer Umfrage nur rund ein Drittel (35 Prozent) der Bundesbürger die richtige Antwort geben und den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck nennen. 16 Prozent nannten andere Politiker, wie das Hamburger Magazin Stern am Mittwoch mitteilte.
Die meisten hätten auf den früheren Parteivorsitzenden und jetzigen Bundesarbeitsminister Franz Müntefering getippt, schreibt das Magazin. 49 Prozent sagten demnach lediglich, sie wüssten den Namen des derzeitigen SPD-Vorsitzenden nicht. Die Arbeit Becks wurde von der Mehrheit der 1007 Befragten (39 Prozent) jedoch als gut bewertet. 33 Prozent empfinden Becks Arbeit demnach als weniger gut oder schlecht. 28 Prozent gaben kein Urteil ab.
Merkel liegt in der K-Frage klar vorn
Bei den Anhängern der Sozialdemokraten kommt der Parteivorsitzende auf etwas bessere Werte, doch auch hier ist laut der Umfrage nur knapp jeder Zweite zufrieden: 47 Prozent der SPD-Wähler finden Becks Arbeit gut, 31 Prozent sehen sie als weniger gut oder schlecht an, und 22 Prozent trauten sich gar kein Urteil zu.
In der Kanzlerpräferenz ist Beck dem Vorabbericht zufolge erstmals unter die 20-Prozent-Marke und damit auf den niedrigsten Wert seit seinem Amtsantritt gefallen. 48 Prozent der Befragten würden die amtierende Regierungschefin Angela Merkel (CDU) direkt zur Bundeskanzlerin wählen, für Beck entschieden sich nur 19 Prozent, das sind laut Stern 2 Punkte weniger als in der Vorwoche. 33 Prozent wollen keinen von beiden zum Kanzler haben.
SPD nur mit Zwischenhoch
Die SPD rutschte nach einem kurzen Zwischenhoch in der vergangenen Woche in der Wählergunst wieder ab. In der wöchentlichen Umfrage von Stern und RTL sank die Partei im Vergleich zur Vorwoche um 2 Punkte und liegt jetzt wieder bei 26 Prozent. Dagegen konnte sich die Union weiter steigern: Sie gewann einen Punkt hinzu und erzielte mit 36 Prozent ihren bisher höchsten Jahreswert. Die Grünen verbesserten sich um einen Punkt auf elf Prozent. Die Werte für die übrigen Parteien blieben im Vergleich zur Vorwoche stabil: Die FDP erreicht elf, die Linkspartei zehn Prozent. Für die Parteienpräferenz wurden 2004 Bundesbürger befragt, wie das Magazin mitteilte.
Text: AP
Bildmaterial: ddp