Von Rüdiger Soldt
22. Juli 2008 Ein Bürozimmer in der Alten Feuerwache in der Mannheimer Innenstadt steht seit Wochen leer. Eigentlich sollte dort Rolf Lauter sitzen, der frühere Direktor der Mannheimer Kunsthalle. Doch Lauter ist seit einiger Zeit krank geschrieben.
Anfang September 2007 war er vom Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) zum einfachen Mitarbeiter des Kulturamtes gemacht worden. In der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs war man schon seit längerem mit Lauters Arbeit unzufrieden: Die Sonderausstellung Goya - Manet - Picasso musste aus Sicherheitsgründen abgesagt werden, ein Gemälde von Carl Spitzweg wurde während Lauters Zeit als Direktor gestohlen.
Lauter bestreitet, für diese Probleme verantwortlich zu sein; Oberbürgermeister Kurz entschied sich dennoch dafür, ihn abzulösen. Es habe organisatorische Mängel gegeben. Weil Lauter jedoch Beamter auf Lebenszeit und somit faktisch unkündbar ist, beherrscht er auch nach seiner Versetzung weiter die Schlagzeilen.
Denn der 55 Jahre alte Kunsthistoriker war in seiner Funktion als Direktor der Kunsthalle, eines städtischen Eigenbetriebes, auch Geschäftsführer der Kunsthallen-Ausstellungs-GmbH; diese weist ein Defizit von 414.000 Euro auf, wobei unter Lauters Amtszeit ein Verlust von 76.000 Euro hinzugekommen sein soll.
Lauter soll nicht gerade sparsam gewirtschaftet haben: Wenn ihm 10.000 Euro Spesen und Reisekosten zugestanden wurden, habe er Belege für etwa 20000 Euro eingereicht; 11.000 Euro fordert er nach Angaben der Stadt noch.
Die Grünen in Mannheim wollen nun Akten sehen. Das ist juristisch nicht so einfach, schließlich handelt es sich um eine private GmbH. Ein Mitarbeiter des Oberbürgermeisters sieht es gelassen: Herr Lauter ist 2007 aus der Geschäftsführung der Kunsthalle entfernt worden. Ansonsten gibt es nichts Neues.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP