Adam und Eva nach Lucas Cranach dem Älteren

Künzelsau

Evangelikale Schulverweigerer

In einem Gemeindezentrum der Baptisten werden unangemeldet fast 20 Schüler nach der kreationistischen Lehre unterrichtet. Das Regierungspräsidium Stuttgart hat die Eltern der Schüler nun aufgefordert, ihre Kinder entweder auf eine genehmigte evangelikale Privatschule oder eine staatliche Schule zu schicken. Von Rüdiger Soldt

Lesermeinungen zum Beitrag

28. Dezember 2008 20:15

Blick über den Tellerrand

Jörg Lamb (silbereisen)

Aus meiner Sicht wird die Diskussion um Eltern, die ihre Kinder aus Glaubensüberzeugung nicht zur Schule schicken verkürzt geführt. Es werden immer dieselben Gegenargumente vorgebracht: "Die Kinder bekämen nicht die Evolutionstheorie und nicht den Aufklärungsunterricht vermittelt." Als ob das alles wäre was eine gute Schule ausmacht. Welchen Arbeitgeber interessiert denn ob der Bewerber die Evolutionstheorie oder den Aufklärungsunterricht vermittelt bekam ? In Norwegen, Österreich, Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Schweden,.... hätten die Baptisten Eltern nicht solche Probleme wie hier in Deutschland. Dort ist es legal Kinder Zuhause zu unterrichten. Dies nennt sich Hausunterricht bzw. Homeschooling. In Holland wird Eltern welche ihre Kinder aus Glaubensüberzeugung Zuhause unterrichten wollen auf Antrag dieses Recht zugesprochen. In Österreich werden die zu Hause unterrichteten Kinder einmal jährlich einer externen Prüfung unterzogen. Deutschland hebt sich mit seinem Schulzwang von anderen Ländern ab. Warum kann nicht auch hierzulande Unterrichtspflicht statt Schulpflicht gelten ?

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27. Dezember 2008 11:24

Wow, tolle Beweisführung...

Anja Müller (anna08)

wenn man einen Erzbischof zitiert um die Evolutionstheorie zu kritisieren. Sicherlich können Sie noch einige andere Kirchenleute, wenn auch (hoffentlich!) aus der Vergangenheit zitieren, um zu belegen, dass es nicht unumstritten ist, dass die Erde keine Scheibe und nicht im Mittelpunkt des Universums ruht. Kinder haben ein Recht darauf, die allgemein anerkannten Theorien gelehrt zu werden, wobei nicht ausgeschlossen sein soll, diese auch kritisch zu untersuchen. Sie jedoch durch reinen Glauben zu ersetzen, halte ich für höchst problematisch und hat nichts mit "Freiheit" zu tun. Erwachsene mögen glauben, was sie wollen, Kinder jedoch soll der Zugriff auf den Stand des Wissens, den wir heute als (halbwegs) korrekt erachten, nicht verweigert werden. Sie können sich dann, wenn sie die Schule abgeschlossen haben, immer noch davon abwenden.

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26. Dezember 2008 23:40

Christliche Privatschulen - Recht mit Verfassungsrang

Jörg Großelümern (Maranatha)

Warum ist die Genehmigung einer christlichen Privatschule ein schlimmer Präsedenzfall wie die örtliche SPD meint? Kann es sein, dass die Sozialdemokraten bürgerliche Rechte nur für ihresgleichen in Anspruch nimmt, andersdenkenden aber verweigert? Immerhin ist das Recht private Schulen zu gründen ein Recht mit Verfassungsrang. Dies bestimmten Gruppen verweigern zu wollen wirft ein bezeichnendes Licht auf das Demokratieverständnis der SPD. Da wäre es eigentlich eher naheliegend auch der Schule in Künzelsau zumindest nachträglich die Genehmigung zu erteilen statt nun die Hardliner zu spielen. Man mag über die Evolutionstheorie denken wie man will, aber es muß einer Schule mit bewußt christlicher Ausrichtung immerhin erlaubt sein auch hier klar christliche Inhalte zu lehren, sonst würde sie sich selbst überflüssig machen. Dass die Evolutionstheorie nicht so unumstritten ist wie man oft meint beweist u.a. der katholische Erzbischof von München, Marx der am ersten Weihnachtsfeiertag in München predigte, der Mensch sei kein Produkt der Evolution, sondern ein von Gott geschaffenes Wesen. Es sei mindestens ebenso vernünftig, zu glauben, dass Gottes wirkungsmächtiges und schöpferisches Wort den Kosmos und den Menschen geschaffen habe.

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