Von Frank Pergande
16. Juli 2008 Die auf den ersten Blick etwas verrückt anmutenden Pläne für die Nordseeinsel Helgoland sollen Wirklichkeit werden. So sieht es der vor einigen Tagen vorgestellte Masterplan für die Insel vor. Es war einer der letzten Termine des inzwischen ausgeschiedenen Wirtschaftsministers Dietrich Austermann (CDU). Er hatte die Probleme von Deutschlands einziger Hochseeinsel zur Chefsache gemacht, nachdem es Streit gegeben hatte zwischen der Insel und der zuständigen Kreisverwaltung Pinneberg.
Helgoland war im Jahre 1721 durch eine Sturmflut in Hauptinsel und Düne geteilt worden. Diese Lücke soll nach dem Masterplan durch Spundwände und Sandaufspülungen wieder geschlossen werden. Die erforderlichen Investitionen werden auf achtzig Millionen Euro geschätzt.
Der Plan kommt vom Hamburger Bauunternehmer Arne Weber, dessen Mutter Helgoländerin ist und der ein Hotel auf der Insel betreibt. Austermann sagte: Der Masterplan ist ein wagemutiges und ehrgeiziges Konzept, das darauf angelegt ist, ohne öffentliche Förderung auszukommen. Wir werden die Pläne unterstützen. Mit dem Projekt sind große Chancen für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung Helgolands und für die verkehrliche Anbindung der Insel ans Festland verbunden.
Helgolands Bürgermeister Frank Botter (SPD), der zunächst nichts von solchen Plänen hatte hören wollen, sprach vorsichtig von einem Meinungsfindungsprozess, der sich mit allen relevanten Fragen beschäftigen wird. Das brauche Zeit.
Botter weiß natürlich, dass mit der Insel etwas passieren muss. Die Zahl der Tagesbesucher geht seit Jahren zurück. Immer weniger Schiffe fahren nach Helgoland. Zwar hat Helgoland inzwischen einiges unternommen, um wieder attraktiver zu werden - etwa durch den Bau neuer Ferienhäuser auf der Düne für Gäste, die länger bleiben wollen, um die sauberste Luft in Deutschland zu atmen.
2010 könnte nach dem jetzigen Stand der Dinge mit den ersten Aufspülungen begonnen werden. Neu wäre so etwas nicht. Ein Großteil der Düne selbst entstand durch Aufschüttungen, als 1936 die Insel zu einem riesigen Kriegshafen ausgebaut werden sollte.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa