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Medien vor dem EM-Halbfinale

Völkerverbindende Kraft des Fußballs

Die Boulevardpresse in beiden Ländern hat sich jedenfalls der völkerverbindenden Kraft des Fußballs verpflichtet. Vor dem Spiel Deutschland gegen Polen schürten zwei Springer-Publikationen - eine in Deutschland, eine in Polen - noch eine nationalistisch-rassistische Stimmung. Diesmal soll es anders sein, dafür haben die selbsternannten Spachrohre der Straße eigens Abmachungen getroffen, die in Berlin mit dem Wort "Nichtangriffspakt" umschrieben werden. Die "Bild"-Zeitung hielt sich am Dienstag bravstens daran und veröffentlichte eine Geschichte über den Trainerberater Harun Arslan: "Ich bin der Türke an Jogis Seite." Die "Hürriyet" machte am Montag auf mit der Titelzeile "Der Sieger dieses Fußballspiels soll die Freundschaft sein". "Lasst uns das Spiel Hand in Hand schauen", fordert der Kommentator und Chefredakteur Caliskan Türken und Deutsche auf. Zudem wird vermerkt, dass Bundespräsident Köhler, der das Spiel am Rande des Sommerfests in Schloss Bellevue verfolgte, der Türkei zu ihrem Sieg über Kroatien applaudierte. Die Zeitung "Milliyet" titelte auf ihrer Europa-Seite: "Dieses Fußballspiel soll ein Integrationsfest werden!" Nur die nationalistische Gazette "Türkiye" findet ein Haar in der Suppe und nörgelt daran herum, dass ein Schweizer Schiedsrichter das Spiel leiten wird.