16. Dezember 2004 Die Römer brachten die Kulturrebe mit, die Hunnen rissen alles nieder, die Mönche bauten wieder auf und brachten den Weinanbau zur höchsten Blüte. Wein aus Rheinhessen genoß Weltgeltung, im "Urfaust" verlangt Frosch in Auerbachs Keller "ein Glas Rheinwein, ächten Niersteiner" von Mephisto - in der Nachkriegszeit dann kam der Abstieg zum geschmähten "Liebfrauenmilchparadies". Heute schwärmen Kenner vom neuen Weinwunder in Rheinhessen, dem größten und ältesten deutschen Anbaugebiet. Die Lage Glöck am Roten Hang in Nierstein wurde 742 zum ersten Mal erwähnt. Über diese alte und, wie es heißt, gegenwärtig dynamischste deutsche Weinbauregion verfaßte Horst Dohm ein kenntnisreiches Buch, das den Bogen von der Geschichte über "Terroir", Rebsorten und Ausbaumethoden, über Winzersekt und Große Gewächse bis zu den neuen Weinbau-Stars spannt. Im Anhang werden Güter, Straußwirtschaften und Weinfeste vorgestellt.
B.S.
"Rheinhessen. Weine & Winzer" von Horst Dohm, Leinpfad-Verlag, Ingelheim 2004, Hardcover, 136 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 14,90 Euro. ISBN 3-937782-10-9.
Buchtitel: Rheinhessen - Weine & Winzer
Buchautor: Dohm, Horst
Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2004, Nr. 294 / Seite R5