Grammys

Das hat sie sich selber zuzuschreiben

Diese missliche Lage hat sich Pink wohl selbst zuzuschreiben: Sie singt, hängt und tropft bei der Grammy-Verleihung

Diese missliche Lage hat sich Pink wohl selbst zuzuschreiben: Sie singt, hängt und tropft bei der Grammy-Verleihung

01. Februar 2010 

Die junge Countrysängerin Taylor Swift hat für ihr Bestseller-Album „Fearless“ den wichtigsten Preis der Grammy-Nacht gewonnen. Das Nachwuchstalent stach in der Königskategorie „Album des Jahres“ die gefeierte R&B-Sängerin Beyoncé („I Am... Sasha Fierce“), den Shooting-Star Lady Gaga („The Fame“) sowie die Dave Matthews Band („Big Whiskey And The Groogrux King“) und deren Pop-Kollegen, The Black Eyed Peas („The E.N.D.“) aus.

Derweil konnte Beyoncé die meisten Preise mit nach Hause nehmen: Sechs Grammys bekam die 28-jährige Sängerin bei der 52. Verleihzeremonie in der Nacht in Los Angeles verliehen. Ihr Hit „Single Ladies“ wurde zum Song des Jahres gekürt. Mit ihm gewann sie auch die Grammies für den besten R&B-Song und die beste Aufnahme einer R&B-Sängerin. Beyoncé, die mit zehn Nominierungen bereits als Favoritin angetreten war, setzte sich auch in den Kategorien bestes zeitgenössisches R&B-Album („I Am ... Sasha Fierce“) und bester traditioneller R&B-Song („At Last“ aus ihrem Film „Cadillac Records“) durch.

Schon mit vieren wird es schwierig: Taylor Swift verliert einen ihrer Grammies
Schon mit vieren wird es schwierig: Taylor Swift verliert einen ihrer Grammies

Für ihre Single „Halo“ aus dem Erfolgsalbum „I Am... Sasha Fierce“ nahm Beyoncé den Grammy zum „Besten Pop-Song einer Sängerin“ entgegen. „Es ist ein unglaublicher Abend für mich“, sagte sie atemlos auf der Bühne. Sie bedankte sich nicht nur bei ihren Fans, sondern auch bei ihrem Ehemann, dem amerikanischen Rapper Jay-Z.

„Damit werden wir unsere Enkel nerven“

Von Freude überwältigt bedankte sich die 20-jährige Swift für ihren Haupttreffer bei den Veranstaltern, der amerikanischen Plattenindustrie. „Diese Geschichte werden wir erzählen, wenn wir 80 Jahre alt sind“, versprach sie. „Immer und immer wieder. Damit werden wir unsere Enkel nerven: Dass wir 2010 den Grammy für das Album des Jahres gewonnen haben. Vielen, vielen Dank“.

Die Trophäe für die Aufnahme des Jahres ging an die Rocker Kings of Leon. Sie wurden für ihren Song „Use Somebody“ mit einem Grammy belohnt. Leadsinger Caleb Followill nahm den Preis strahlend entgegen und bekannte, „ich will nicht lügen. Wir sind alle schon ein bisschen beschwipst, glücklich beschwipst“.

Swift wurde für ihr Album „Fearless“ auch mit dem Grammy für das beste Country-Album gefeiert. „Ich stehe hier und erlebe einen unmöglichen Traum“, sagte sie mit der Trophäe im Arm. „Fearless“, ihr zweites Album, ist bereits 5,4 Millionen Mal verkauft. Weitere Preise sahnte Swift mit ihrem Song „White Horse“ ab: Bester weiblicher Country-Song und Country-Song des Jahres.

Boston statt Berlin

Die Berliner Philharmoniker gingen leer aus. Der erhoffte Grammy für die beste Orchesterdarbietung ist in diesem Jahr nach Boston gegangen. Die Berliner waren mit ihrer Aufnahme von Hector Berlioz' „Symphonie Fantastique“ unter der Leitung von Chefdirigent Simon Rattle für den begehrten Musikpreis nominiert worden.

Auch die zweite Grammy-Hoffnung der Berliner zerschlug sich in der Nacht zum Montag. Sie waren zusammen mit dem London Symphony Orchestra an einer Einspielung der Klavierkonzerte von Béla Bartók unter Pierre Boulez beteiligt, die mit einer Nominierung für den besten Instrumentalauftritt von Solisten antrat. Das Rennen aber machten Evgeny Kissin und das Philharmonia Orchestra unter Vladimir Ashkenazy mit Prokofievs Pianokonzerten Nr. 2 und 3.

Und dann noch der Regenwald

Mit einer bewegenden 3D-Version seines „Earth Song“ wurde Michael Jackson bei der Grammy-Gala in Los Angeles geehrt. Der „King of Pop“ hatte den Song kurz vor seinem Tod im Juni für seine geplante Comeback-Tour „This Is It“ produziert. Usher, Carrie Underwood, Celine Dion, Jennifer Hudson und Smokey Robinson sangen ihn vor Aufnahmen vom Regenwald, Mammutbäumen und Walen, die das Publikum im Staples Center von Los Angeles und Fernsehzuschauer in aller Welt mit Spezialbrillen dreidimensional sehen konnten.

Die Popgruppe „Black Eyed Peas“ gewann den Grammy für das beste Pop-Album und zwei weitere Preise. Zum besten Rock-Album wählten die Juroren „21 Century Breakdown“ von Green Day. Newcomer des Jahres wurde die Zac Brown Band. Die sechs Countrysänger erhielten den Grammy für die beste Nachwuchsgruppe. Das britische Pop-Duo The Ting Tings („That's Not My Name“) ging in der Kategorie leer aus. Lady Gaga durfte zwei Grammys für „Poker Face“ nach Hause nehmen.

Und dann noch die Erdbebenopfer

Auch die Opfer der Erdbebenkatastrophe in Haiti wurden nicht vergessen: R&B- Sängerin Mary J. Blige und der italienische Tenor Andrea Bocelli sangen gemeinsam eine bewegende Interpretation des Klassikers „Bridge Over Troubled Water“ von Simon & Garfunkel. Fans können sich die Version bei I-Tunes herunterladen. Der Erlös komme dem amerikanischen Roten Kreuz zu Gute, versprach der Musiker Wyclef Jean auf der Bühne.
Der gebürtige Haitianer setzt sich seit Wochen für Hilfslieferungen in seinem Heimatland ein. Das Folk-Rock-Duo Paul Simon und Art Garfunkel hatte für die Single und das gleichnamige Album, das vor 30 Jahren erschien, insgesamt sechs Grammys gewonnen.

Die Grammys in Form eines goldenen Grammophons sind die wichtigsten amerikanischen Musikpreise. Sie werden von der Organisation der Musikindustrie in 109 Kategorien verliehen.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, AP, dpa, Reuters

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