Formel 1 in Melbourne

„Idealer Anfang“ für McLaren-Mercedes

15. März 2008 Traumstart für die deutschen Hersteller und Fahrer, Alptraum für Favorit Ferrari: Während der rote Renner von Weltmeister Kimi Räikkönen in der Qualifikation zum Großen Preis von Australien vorzeitig in die Garage geschoben werden musste und der Finne von Platz 15 ins Unternehmen Titelverteidigung an diesem Sonntag starten muss, fuhren McLaren-Mercedes mit Lewis Hamilton auf der Pole Position und BMW-Sauber zum Saisonauftakt ein glanzvolles Ergebnis ein.

Hinter Hamilton verpasste Robert Kubica im Auto der „Blau-Weißen“ aus Bayern nur wegen eines Fahrfehlers die erste Pole seiner Karriere. Als Zweiter sorgte er aber zusammen mit Nick Heidfeld auf dem fünften Rang für das beste Qualifikationsergebnis des Rennstalls. Auf Rang drei kam Hamiltons neuer finnischer Teamkollege Heikki Kovalainen.

Deutsche Piloten in den Top Ten

Den starken Auftritt der schwarz-rot-goldenen Fünflinge rundeten Nico Rosberg aus Wiesbaden im Williams-Toyota als Siebter, Timo Glock aus Wersau im Toyota als Neunter und Sebastian Vettel aus Heppenheim im Toro Rosso als Zehnter ab. Allerdings musste vor dem Zeittraining das Getriebe in Glocks Wagen gewechselt werden. Der 25-Jährige muss daher fünf Plätze in der Startaufstellung nach hinten rücken. Glock startet nun von Platz 19, Landsmann Adrian Sutil aus Gräfelfing rückte einen Rang vor auf 18.

Nur drei Plätze vor ihm wird beim Start (5.30 Uhr MESZ / Live bei RTL, Premiere und im FAZ.NET-Liveticker) Räikkönen stehen. „Natürlich bin ich enttäuscht“, sagte der Champion, den ein Problem an der elektronischen Öl-Pumpe bremste. „Das ist defintiv nicht das Ergebnis, wie wir es uns vorgestellt haben“, redete auch Teamchef Stefano Domenicali Tacheles. Auch der vierte Platz des Brasilianers Felipe Massa war alles andere als optimal für die Scuderia.

Alonso hofft auf das Rennen

In einer insgesamt spektakulären Qualifikation mit zahlreichen Überraschungen geriet auch der frühere Weltmeister Fernando Alonso noch früher als erwartet ins Stocken. Der Spanier schied im Renault mit der zwölftbesten Zeit im zweiten Abschnitt aus. Sein Kommentar: „Ich bin sicher, dass wir im Rennen zurückschlagen können.“

Pure Freude über die gelungene Vorarbeit zum erhofften ersten Saisonsieg herrschte unterdessen bei seinem ehemaligen Team McLaren-Mercedes. „Ich hätte mir keinen besseren Start in die Saison wünschen können“, sagte der strahlende Hamilton: „Ich bin happy.“ Kein Wunder, raste der Senkrechtstarter der vergangenen Saison im 18. Versuch schon zum siebten Mal auf die Pole Position. Zudem steht auch Kollege Kovalainen bei seinem ersten Start im Silberpfeil als Dritter auf der besseren Seite. „Platz eins und drei sind die besten Voraussetzungen für den Start, beide Autos stehen auf der Linie mit dem besseren Grip“, stellte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug erfreut fest: „Ein Traum - der ideale Anfang für die neue Saison.“

Zufriedenheit bei BMW

Das gilt genauso für BMW-Sauber, das nach seinem scheinbaren Testzeiten-Bluff nun erstmals die Karten auf den Tisch legte. Nur wegen eines Fahrfehlers in Kurve 12 verpasste Kubica die Pole Position, als er mit seinem F1.08 übers Gras musste und Zeit einbüßte. Am Ende war Hamilton auf seiner schnellsten Runde im dritten Qualifikationsabschnitt auf dem 5,303 Kilometer langen Kurs im Albert Park in 1:26,714 Minuten 0,155 Sekunden schneller als Kubica.

Dennoch reicht es für Kubica aber für den ersten Start aus Reihe eins. „Ich wollte ein gutes Resultat und ich habe alles versucht“, erklärte Kubica. „Er hat einen fantastischen Job gemacht“, sagte Kumpel Hamilton respektvoll. „Wir sind sehr zufrieden“, meinte „Wir sind sehr zufrieden“, meinte BMW-Motorsportchef Mario Theissen.

Rosberg: Gute Position, um Punkte zu erkämpfen

Das war auch Nico Rosberg. „Wir haben fast das Beste rausgeholt“, meinte der 22-Jährige und sah die ersten Vorgaben erfüllt. „Wir haben eine wirklich gute Position, um die Punkte zu kämpfen“, sagte Rosberg. Eigentlich hätte auch Landsmann Glock Grund zur Freude gehabt, wäre da nicht die Strafversetzung auf Rang 14, nachdem das Getriebe im TF108-04 getauscht werden musste. „Insgesamt war das Auto aber gut und ich bin ziemlich glücklich“, lautete letztlich das Fazit des 25-Jährigen.

So ganz konnte sich Vettel der guten Laune nicht anschließen, obwohl der Hesse dank der Rückversetzung von Glock um zehn Plätze von Rang neun ins Rennen gehen wird. „Bedauerlicherweise hatte ich ein Problem im dritten Qualifikationsabschnitt und ich konnte nicht mehr fahren“, erklärte Vettel. Dafür will er im Rennen wieder richtig Gas geben.

Die Startaufstellung für den Großen Preis von Australien in Melbourne

1. Startreihe:
1. Lewis Hamilton (Großbritannien) McLaren-Mercedes 1:26,714;
2. Robert Kubica (Polen) BMW-Sauber 1:26,869

2. Startreihe:
3. Heikki Kovalainen (Finnland) McLaren-Mercedes 1:27,079;
4. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari 1:27,178

3. Startreihe:
5. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) BMW-Sauber 1:27,236;
6. Jarno Trulli (Italien) Toyota 1:28,527

4. Startreihe:
7. Nico Rosberg (Wiesbaden) Williams 1:28,687;
8. David Coulthard (Großbritannien) Red Bull 1:29,041

5. Startreihe:
9. Sebastian Vettel (Heppenheim) Toro Rosso ohne Zeit;
10. Rubens Barrichello (Brasilien) Honda 1:26,173

6. Startreihe:
11. Fernando Alonso (Spanien) Renault 1:26,188;
12. Jenson Button (Großbritannien) Honda 1:26,259

7. Startreihe:
13. Kazuki Nakajima (Japan) Williams 1:26,413;
14. Mark Webber (Australien) Red Bull ohne Zeit

8. Startreihe:
15. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari ohne Zeit;
16. Giancarlo Fisichella (Italien) Force India 1:27,207

9. Startreihe:
17. Sébastien Bourdais (Frankreich) Toro Rosso 1:27,446;
18. Adrian Sutil (Gräfelfing) Force India 1:27,859

10. Startreihe:
19. Timo Glock (Wersau) Toyota 1:29,593 wg. Getriebewechsel u. Blockieren je fünf Plätze zurückgestuft;
20. Takuma Sato (Japan) Super Aguri 1:28,208

11. Startreihe:
21. Nelson Piquet Jr. (Brasilien) Renault 1:28,330;
22. Anthony Davidson (Großbritannien) Super Aguri 1:29,059



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, AP, dpa, REUTERS

 
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