FAZ.NET-Spezial: Oscar-Nominierungen 2008

Zweifache Oscar-Chance für Cate Blanchett

23. Januar 2008 Zwei Filme werden als Favoriten in die diesjährige Oscar-Verleihung gehen: Das Ölsucher-Drama „There Will Be Blood“ von Paul Thomas Anderson und der Thriller „No Country for Old Men“ der Brüder Ethan und Joel Coen sind am Dienstag für jeweils acht der Auszeichnungen nominiert worden.

Beide Filme werden dabei um die Auszeichnung zum Besten Film konkurrieren. Ebenfalls als bester Film nominiert wurde am Dienstag in Los Angeles der britische Liebesfilm „Abbitte“ von Joe Wright (siehe auch: Video-Filmkritik: „Abbitte“), der Mitte Januar bereits mit einem Golden Globe gekürt worden war. Weitere Mitbewerber sind der Justizthriller „Michael Clayton“ mit George Clooney (Lust, Schuld und melancholische Männer im Spiegel der Blicke) und die unabhängig produzierte Komödie „Juno“ über die ungewollte Schwangerschaft einer 16-Jährigen. „Michael Clayton“ und „Abbitte“ erhielten je sieben Nominierungen.

Die doppelte Blanchett

Doppelte Aussicht auf einen Oscar als beste Schauspielerin hat Cate Blanchett. Sie wurde sowohl für ihre Nebenrolle als Bob Dylan in „I'm Not There“ (Die tausend Gesichter des Mr. Dylan) vorgeschlagen als auch für die Hauptrolle in „Elizabeth - Das Goldene Königreich“ (Video-Filmkritik: „Elizabeth - Das goldene Königreich“). Weitere Nominierungen für ihre darstellerische Leistung holten sich unter anderem Julie Christie für „An ihrer Seite“ (Julie Christie: Ein Golden Globe für die Legende sowie Video-Filmkritik: „An ihrer Seite“), Marion Cotillard für „La Vie en Rose“ (Berlinale-Eröffnung: „La vie en rose“) und Ellen Page für „Juno“. In Nebenrollen sind neben Blanchett Ruby Dee („American Gangster“, Video-Filmkritik: „American Gangster“), Saoirse Ronan („Abbitte“), Amy Ryan („Gone Baby Gone“) und Tilda Swinton („Michael Clayton“) nominiert.

Bei den männlichen Schauspielern holte sich George Clooney für seine Rolle in „Michael Clayton“ als Mann fürs Grobe in einer Anwaltskanzlei eine Nominierung. Mit ihm ins Rennen geht Daniel Day-Lewis, der für seinen Auftritt als gnadenloser Ölbaron in „There Will Be Blood“ bereits Mitte Januar einen Golden Globe gewinnen konnte. Weitere Bewerber sind Johnny Depp als blutrünstiger Barbier in dem Musicalfilm „Sweeney Todd“, Tommy Lee Jones als pensionierter Berufssoldat in dem Drama „In the Valley of Elah“ (Filme von Dominik, Haggis und Anderson am Lido) und Viggo Mortensen als unbarmherziger Killer in „Tödliche Versprechen“.

Philip Seymour Hoffman abermals nominiert

Als beste Nebendarsteller wurden nominiert Casey Affleck für die Westerngeschichte „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“ (Video-Filmkritik: „Die Ermordung des Jesse James“) vor der Kamera. Ebenfalls nominiert sind in dieser Sparte Javier Bardem („No Country for Old Men“), Philip Seymour Hoffman („Der Krieg des Charlie Wilson“), Tom Wilkinson („Michael Clayton“) und Hal Holbrook („Into the Wild“).

Für den Regiepreis ist unter anderem der exzentrische New Yorker Künstler Julian Schnabel vorgeschlagen, der für seinen Film „Schmetterling und Taucherglocke“ bereits einen Golden Globe bekam. Weitere Mitbewerber sind Jason Reitman für „Juno“, die Coen-Brüder für „No Country“, Paul Thomas Anderson für „There Will Be Blood“ und Tony Gilroy für „Michael Clayton“.

Chancen für „Die Fälscher“

In der Kategorie bester ausländischer Film wurde unter anderem der österreichische Film „Die Fälscher“ nominiert (Video-Filmkritik: „Die Fälscher“). Der Film mit den Schauspielern Marie Bäumer und August Diehl wurde mit Deutschland koproduziert und unter anderem in den Babelsberger Filmstudios gedreht. Daneben wurden die Filme „Beaufort“ (Israel), „Katyn“ (Polen), „Der Mongole“ (Kasachstan) und „12“ (Russland) nominiert. Produktionsländer des „Mongolen“ sind auch Russland und Deutschland.

In der Kategorie Bester Zeichentrickfilm wurde „Persepolis“ der in Frankreich lebenden Iranerin Marjane Satrapi nominiert (Video-Filmkritik: „Persepolis“). Der Film über ihre Kindheit in Iran konkurriert mit Blockbustern wie „Ratatouille“ (Video-Filmkritik: „Ratatouille“) und „Könige der Wellen“, die auch schon in Deutschland im Kino liefen.

„Haben genug Ausschnitte“

Die Preisverleihung findet am 24. Februar (Ortszeit) in Los Angeles statt. Überschattet wird das Preis-Spektakel in diesem Jahr vom Streik der Hollywood-Autoren. Noch ist unklar, ob die Verleihung wie üblich als starbesetzte Glamour-Gala über die Bühne gehen kann. Nach Medienberichten könnten Produzenten und Autoren aber noch in dieser Woche wieder Verhandlungen aufnehmen. Der Produzent der Oscar-Show, Gil Cates, sagte der „Los Angeles Times“, die Zeremonie werde stattfinden - „mit oder ohne Schauspieler“. „Wir haben genug Ausschnitte aus 80 Jahren Oscar-Geschichte, um eine sehr unterhaltsame Show zu gestalten.“

Durch die Verleihung der 80. Academy Awards soll zum zweiten Mal der Komiker Jon Stewart („The Daily Show“) führen. Den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk erhält der 98-jährige Filmausstatter Robert Boyle („Der unsichtbare Dritte“). Bereits aus dem Rennen um den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film ausgeschieden ist „Auf der anderen Seite“ von Fatih Akin (In diesem Jahr kein Oscar für Deutschland).

Die wichtigsten Nominierungen

Beste männliche Hauptrolle

George Clooney („Michael Clayton“)
Daniel Day-Lewis („There Will Be Blood“)
Johnny Depp („Sweeney Todd The Demon Barber of Fleet Street“)
Tommy Lee Jones („In the Valley of Elah“)
Viggo Mortensen („Eastern Promises“)

Beste weibliche Hauptrolle

Cate Blanchett („Elizabeth - Das goldene Zeitalter)
Julie Christie in („An ihrer Seite“)
Marion Cotillard („La Vie en Rose“)
Laura Linney („The Savages“)
Ellen Page („Juno“)

Beste männliche Nebenrolle

Casey Affleck („Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“)
Javier Bardem („No Country for Old Men“)
Philip Seymour Hoffman („Charlie Wilson's War“)
Hal Holbrook („Into the Wild“)
Tom Wilkinson („Michael Clayton“)

Beste weibliche Nebenrolle

Cate Blanchett („I'm Not There“)
Ruby Dee („American Gangster“)
Saoirse Ronan („Abbitte“)
Amy Ryan („Gone Baby Gone“)
Tilda Swinton („Michael Clayton“)

Bester Film

„Abbitte“
„Juno“
„Michael Clayton“
„No Country for Old Men“
„There Will Be Blood“

Beste Regie

Julian Schnabel für „The Diving Bell and the Butterfly“
Jason Reitman für „Juno“
Tony Gilroy für „Michael Clayton“
Joel Coen and Ethan Coen für „No Country for Old Men“
Paul Thomas Anderson für „There Will Be Blood“

Bester fremdsprachiger Film

„Beaufort“ (Israel)
„Die Fälscher“ (Österreich)
„Katyń“ (Polen)
„Mongol“ (Kasachstan)
„12“ (Russland)

Bester Animationsfilm

„Persepolis“
„Ratatouille“
„Surf's Up - Könige der Wellen“

Bestes Originaldrehbuch

Diablo Cody („Juno“)
Nancy Oliver („Lars und die Frauen“)
Tony Gilroy („Michael Clayton“)
Brad Bird („Ratatouille“)
Tamara Jenkins („Die Geschwister Savage“)

Beste Kamera

Roger Deakins („Die Ermordung des Jesse James durch
den Feigling Robert Ford“)
Seamus McGarvey („Abbitte“)
Janusz Kaminski („Schmetterling und Taucherglocke“)
Roger Deakins („No Country for Old Men“)
Robert Elswit („There Will Be Blood“).

Beste Filmmusik

Dario Marianelli („Abbitte“)
Alberto Iglesias („Der Drachenläufer“)
James Newton Howard („Michael Clayton“)
Michael Giacchino („Ratatouille“)
Marco Beltrami („Todeszug nach Yuma“)

Beste Dokumentation (Langfilm)

„No End in Sight“
„Operation Homecoming: Writing the Wartime Experience“
„Sicko“
„Taxi to the Dark Side“
„War/Dance“



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, Berlinale, Buena Vista/Cinetext, CINETEXT, Cinetext Bildarchiv, Cinetext/Allstar, Cinetext/Omega, Concorde/Cinetext, Constantin/Cinetext, Disney/Cinetext, F.A.Z., Majestic/Cinetext, picture-alliance/ dpa, Prokino/Cinetext, Sony Pictures/Cinetext, Tobis/Cinetext, Universal Pict.Int.Ger./Cinetext, Universum Film/Cinetext, Walt Disney Studios/Cinetext, Warner Bros./Cinetext

 
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