
Schöner Beitrag, nur leider fachlich nicht ganz in Ordnung.
Richtig ist die Feststellung, dass mit Vollautomaten (von ganz vereinzelten Ausnahmen abgesehen) kein Espresso zu machen ist, sondern lediglich ein "espressoähnliches Getränk".
Falsch ist, das hierzu unbedingt eine zweikreisige Maschine erforderlich ist.
Falsch ist ebenso, dass die Brühgruppe E61 - durchaus weit verbreitet - das Nonplusultra darstellt, da diese Brühgruppe durchaus spezielle Eigenarten besitzt, die der Betreiber der Maschine kennen muß. Es gibt diverse andere Brühgruppen, die im Handling unproblematischer sind.
Wo hier von einem Leser nach Empfehlungen gefragt wurde: Preislich deutlich unterhalb der ECM-Liga gibt es zahlreiche ein- und zweikreisige Maschinen, die - sofern man den Umgang mit Maschine und Mühle beherrscht - eine Espressoqualität ermöglicht, die Lichtjahre von dem entfernt ist, was einem in vielen Lokalen zugemutet wird. Als Marken seien hier die Firmen Bezzera, Vibiemme, Isomac, Gaggia und Rancilio genannt. Wer ein wenig googelt, wird auch auf ein sehr hilfreiches Kaffe-Board stoßen, in dem jede erdenkliche Fachfrage zum Thema Espressozubereitung in kompetenter Weise beantwortet wird.

Das man in Italien an jeder Ecke guten Espresso bekommt, ist leider ein Märchen aus der Vergangenheit. Heutzutage ist es eine bloße Wunschvorstellung, weil leider auch in Italien der Versuch Arbeitsplätze zu rationalisieren dazu führte, daß man in den Bars und Restaurants Vollautomaten einführte. Die Vorstellung auf einen gelernten Barista zu verzichten und selber schnell mal aufs Knöpfchen zu drücken, hat eine ganze Kaffeekultur zerstört. Es gibt bis heute keinen Automaten, der auch nur ansatzweise eine Siebträgermaschine mit einem Könner dahinter ersetzen kann.
Ich bin mir sicher, das gilt schon für Siebträger ab 300 Euro im Vergleich mit Automaten für viele 1000 Euro.
Aber auch der Kult um die Faema 61 ist lediglich die Gier nach der ach so hochwertigen Nostalgie. Die Dinger werden schon nach 20 min. so heiß, daß der Kaffee darin verbrennt. Und wenn es nicht der Kaffee ist, sind es die Finger, die an dem 95 Grad heißen Brühkopf in Mitleidenschaft gezogen werden. Mal abgesehen von den immensen Stromkosten einer nicht isolierten Brühgruppe...
Diese professionellen Wasserverteiler gehören ohnehin an entsprechend dimensionierte Kessel, da nur damit der Sinn einer so großen Maschine zum tragen kommt: endlos weicher Milchschaum.

Als geeignete Einsteigergeräte gelten von Gaggia Evolution, Baby, Classic und die Mühle Demoka m203/205
Etwas teurer dann Rancilio "Silvia", Simionelli "Oscar" als E61 Geräte beispielsweise Vibiemme "Domobar" Erkundigen Sie sich vielleicht nach dem Unterschied zwischen Einkreiser und Zweikreiser.
Viel Spaß!

Ohne die Sachkenntnis von Herrn Küffner anzweifeln zu wollen, kann ich nur feststellen, daß die schweizer Maschine von Jura S9 keine Wünsche offen lässt. Es ist richtig, daß man die Maschine immer sauber halten muß, insbesondere den Teil, der zum Aufschäumen der Milch genutzt wird. Was aber für den Geschmack des Espresso neben den im Artikel angesprochenen Punkten besonders wichtig ist, ist die Qualität des eingesetzten Wassers. Und hier hat die Jura S9 mit ihrem Wasserfilter eine besondere Stärke. Alle angesprochenen wichtigen Kriterien lassen sich bei der Jura S9 individuell einstellen und wenn man das einmal gemacht hat, erhält man danach immer die gleiche Qualität des Getränkes. Ich habe bereits die zweite Maschine von Jura und hatte noch keinen Gast, der sich über meinen Espresso beschwert hätte. Da ich hier in Spanien (Andalusien) wohne ist der Wasserfilter sogar besonders wichtig. Vor den Jura- Maschinen hatte ich auch die verschiedensten Marken und Systeme ausprobiert, war aber nie so zufrieden wie mit der S9.
Rolf-Dirk Maehler

Sehr geehrter Herr Vorredner,
liebäugle nach 2 Versuchen mit teuren Vollautomaten seit längerem mit Siebträgergerät.
Welche Geräte empfehlen Sie auf ihrer im
Kommentar genannten Basis im speziellen?
Danke im voraus.

Als Espressofreund freue ich mich über diesen Artikel, der Espresso einer breiten Leserschaft zugänglich macht.
In einen Punkt muss ich allerdings heftigst widersprechen: Für ein ausreichende Ausstattung braucht es weder viel Geld, noch eine E61er Brühgruppe. Es gibt bereits sehr preiswerte Modelle, beispielsweise von Gaggia oder Rancilio, die einen gleichwertigen Espresso in die Tasse bringen wie ein E61 Gerät. Die Funktion der E61 ist die Durchwärmung der gesamten "herausstehenden" Brügruppe, so dass das Wasser während des Brühvorganges nicht abkühlt. Das schaffen andere Geräte mit integrierten Brühkopf auch, man sieht solche integrierten Konstruktionen auch häufig als Gastronomiegeräte in Italien. Der wichtigste Faktor in der Espressoqualität steht aber meist vor der Maschine und ist nicht die Maschine selbst. Hat man es einmal raus, ist der geschmackliche Unterschied zum Vollautomaten einfach unglaublich