09. November 2009 100 Euro für eine Fahrzeughalterung des Handys? Da kann man schon ins Grübeln kommen. Trotzdem ist das neue "Car Kit" von Hersteller Tom Tom das derzeit meistdiskutierte Zubehör für Apples iPhone. Es hält nämlich nicht nur das Telefon im Hoch- oder Querformat unter der Windschutzscheibe, sondern hat zudem einen Problemlöser eingebaut. Nämlich einen GPS-Empfänger.
Wir hatten hier unlängst den Routenführer "Mobile Navigator" von Navigon vorgestellt und berichtet, dass das eingebaute GPS-Modul des iPhone für die Straßennavigation etwas schwach auf der Brust ist (So wird das iPhone zum Kopiloten). Der Kontakt mit den Satelliten wird nur dann hergestellt, wenn das Handy direkt unter der Windschutzscheibe befestigt ist. Selbst dann kommt es aber immer wieder zu kurzen Aussetzern und damit einhergehend zu kuriosen Navi-Anweisungen. Das Problem haben die Leute von Tom Tom schon länger erkannt und deshalb ihrem Car Kit einen zweiten Empfänger spendiert. Jedoch war die spannende Frage: Werden die Daten an alle Navi-Anwendungen durchgereicht, oder ist dieses Car Kit nur kompatibel mit der Tom-Tom-Software?
Holland und Hamburg arbeiten zusammen
Unser Test mit dem Konkurrenzprodukt lässt aufatmen: Die Hardware aus den Niederlanden arbeitet bestens mit der Software aus Hamburg zusammen. Zwar gibt es zu Beginn der Fahrt kurz einen Hinweis, dass keine Tom-Tom-Programme installiert sind, aber das ist schon alles. Im Einsatz über 300 Kilometer hatten wir nicht einen einzigen GPS-Aussetzer, und so hat sich hier ein Traumpaar gefunden: Die Navigon-Software führte uns problemlos und sicher durch die Großstadt, ihre klaren Anweisungen und die übersichtliche Bildschirmdarstellung begeisterten abermals.
Die Halterung ist zudem gut verarbeitet. Mit einem Dreh wird sie fest an der Scheibe arretiert, und sie bietet mit ihrem Kugelgelenk trotzdem die Möglichkeit, das iPhone in unterschiedlichen Autos so auszurichten, dass es gut im Blickfeld des Fahrers hängt. Natürlich ist auch eine Ladefunktion mit dabei, das betreffende Kabel führt zum Zigarettenanzünder. Aber die Niederländer haben noch einige weitere Pfeile im Köcher: Mit einer 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse an der Seite und entsprechendem Kabel lässt sich der Kontakt zur HiFi-Anlage des Fahrzeugs herstellen, so dass die Musikabteilung des iPhone dem Fahrzeug zuspielt. Und schließlich ist als Sahnehäubchen eine Freisprecheinrichtung eingebaut, die allerdings ob des Mini-Lautsprechers in der Halterung gehobene Ansprüche nicht erfüllt.
Was nicht immer einwandfrei funktionieren mag, ist die drahtlose Musikübertragung mit dem Bluetooth-Profil A2DP direkt zur Fahrzeuganlage. In einem unserer Autos kam der Ton bei gestecktem Handy stets aus dem Lautsprecher der Halterung, mit einem anderen klappte indes alles wie gewünscht. Alles in allem hat uns aber das Car Kit ungeachtet des hohen Preises sehr gut gefallen. Übrigens funktioniert diese GPS-Stütze auch mit den iPhones der ersten Generation, die keinen Satellitenempfänger eingebaut haben.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Archiv