Sieht das nach Knappheit aus?

Energie

„Theorien vom knappen Öl sind Märchen“

Spezial Öl ist knapp - diese These führte dazu, dass der Ölpreis deutlich nach oben lief. Inzwischen hat die Internationale Energieagentur die Nachfrageprognose deutlich nach unten revidiert. Eine Studie zeigt zudem, dass es noch ungenutzte Produktionspotentiale gibt.

Lesermeinungen zum Beitrag

07. Juli 2008 15:49

Weltölvorkommen um Faktor 6 zu hoch angesetzt?

Peter Pangritz (peter1712)

"Die Studie zeigt, dass die ultimativen Ölvorkommen bei geschätzten 14 Billionen Barrel liegen." Woher haben die Macher dieser Studie diese Zahlen? Die typischen Zahlen, ich im Rahmen meiner Recherchen herausgefunden habe bewegen sich bei ca. 1,3 Billionen Barrel, also um eine Größenordnung niedriger. Selbst die notorisch optimistische IEA geht im besten Falle von ca. 2,3 Billionen Barrel förderbarem Öl aus. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe geht von ca. 2,6 Billonen Barrel aus. (als Startpunkt eigener Recherchen kann man sich ja mal dies durchlesen: http://en.wikipedia.org/wiki/Peak_oil#Reserves) Wären die 14 Billionen Barrel korrekt, so würde selbst bei einer Ausbeutungsquote von 100% das Öl noch ca. 450 Jahre reichen, bei konstanter Förderung von 85 Mio bl/Tag, und Peak Oil wäre in weiter Ferne. Bei 2,3 Billionen Barrel wären es ca. 74 Jahre, bei 1,3 Billonen Barrel nur 42 Jahre. Legt man eine geringere Ausbeutungsquote als 100% zugrunde, verringern sich die Zahlen entsprechend.

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01. Juli 2008 21:49

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Peter Dörfler (zrhpet02)

Studien gibt es ziemlich viele, und ihr Inhalt hängt stets ein Stück weit davon ab, welchen Interessen gedient werden soll. Man könnte ebensogut die Dissertation Robelius (Uni Uppsala 2007) zitieren, die ebenfalls zahlenmässig operiert und die "sogenannte Peak Oil Theorie"(Diktion FAZ) belegt - Peak zwischen 2008 und 2018. Man kann auch die Studien beiseite lassen - Prognosen über die Zukunft sind halt schwierig - und die Fakten der letzten Jahre ansehen. Diese sind nämlich im Unterschied zur Zukunft bekannt. Tatsache ist, dass seit Ende 2004 die globale Ölproduktion (all liquids) praktisch nicht mehr zugenommen hat. Die konventionelle Rohölproduktion ist sogar bereits leicht zurückgegangen. In der gehobenen Sprache der Ökonomen liest sich das so: die IEA sagt für 2008 nur noch einen sehr geringen Anstieg der Nachfrage voraus. In einfaches Deutsch übersetzt: Die Förderung ist am Anschlag, und was nicht gefördert wird, kann auch niemand kaufen - schön dass die Nachfrage nicht mehr steigt! Nebenbei verdoppelt sich noch der Preis jedes Jahr - welch Zufall! Letztlich ist es nicht so wichtig, ob die FAZ ihren Börsianern im Moment noch Beruhigungspillen offeriert. Bei anderen internationalen Medien ist der Groschen schon gefallen.

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01. Juli 2008 20:22

Es ist doch gar nicht so wichtig für die Preisentwicklung

Roland Wondzinski (schlumpf65)

ob das Öl TATSÄCHLICH knapp ist und ob theoretische Möglichkeiten zur Mehrförderung bestehen... 1. Es reicht aus, dass jemand den Hahn bedienen kann und das Gut knapp halten kann. 2. Psychologische Faktoren wirken auf Märkten weit mehr als in den meisten ökonomischen Theorien vorgesehen: Nicht nur positive Stimulantien wirken treibend auf den Preis, sondern auch z. B. Angst. So wird eine psychologische, eine empfundene Knappheit erzeugt (das funt 3. Solange Kartelle funktionieren, werden diese natürlich auch ausgenutzt. Langfristig kann es nur eine einzige Strategie geben: Unabhängigkeit vom Öl am besten durch einen reproduzierbaren Energieträger. Und hier muss ich mich meinen Vorrednern anschließen: Eigentlich ist der hohe Preis volkswirtschaftlich das Beste, was es im Hinblick auf die fernere Zukunft geben kann, weil er durchaus wünschenswerte Anpassungshandlungen provoziert. Dass der Preis für den Einzelnen momentan schmerzlich ist, ist jedoch keine Frage.

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01. Juli 2008 19:21

Theorie hin oder her,

Enrico DiParuta (EnricoDiParuta)

niemand kann bezweifeln, dass das Ölvorkommen endlich ist. Ob man dazu nun die drastische Oil-Peak-Theory oder die in diesem Artikel angewandte 'kühle' Berechnung heranzieht. Ich sehe momentan nur Vorteile: A) Für den "Grünen": Der Kraftstoffpreis ist ein enormer Anreiz zur frühzeitigen Entwicklung alternativer Energien, aber vor allem zur ganzheitlichen Betrachtung der energetischen Bilanz von Produktion, Transport und Haushalt. Produktion: Obwohl wir unbestritten wieder zu leichteren Fahrzeugen zurückehren müssen: Nicht jedes Fahrzeug, das einen Liter Sprit weniger verbraucht, ist im gesamten Lifecycle wirklich energieffenzient. Transport: Produktion am Ort des Verbrauchers wird auch wieder in den Hochlohnländern interessant. Haushalt: Die Hersteller werden bei TV, Computer und Licht zu energieeffizienten Vorgehen gedrängt. B) Für den Konservativen: Infolge des gestiegenen Kraftstoffpreises ist die Förderung bisher ungenutzter Vorkommen zu einem Zeitpunkt wirtschaftlich sinnvoll wird, der früh genug ist, um effenziente Methoden zu entwickeln, die es erlauben, so positiv zu denken, wie es in diesem Artikel beschrieben ist.

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01. Juli 2008 18:07

Schön, dass jemand mal die Dinge beim Namen nennt

Thea Engholm (Flaim)

Dass die Geschichte vom knappen Öl eine Legende ist, weiß jeder der in den letzten Jahren viel Zeit und Mühe investiert hat, ernsthafte wissenschaftliche Studien, geologische Berichte, etc.etc. aufzuspüren und zu lesen. Wem das zu Mühevoll war, der konnte sich wenigstens noch daran erinnern, dass es bereits in den 70gern hieß: in 30 Jahren ist das Öl alle, und dann feststellen, dass diese Prognose 2008 noch immer nicht eingetroffen war. Ich finde es großartig, dass ihr Artikel diese Sache einmal zurechtrückt und einmal Breitenwirksam sagt, dass das mit dem knappen Öl ein Irrtum vom Amt ist.

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01. Juli 2008 18:06

leider, leider... (oder Gott sei Dank?)

Harald Franz (HaraldFranz)

Es stimmt leider fast nichts von dem, was in populären Medien über die Entwicklung des Ölpreises veröffentlicht wird. Wahrscheinlich ist das auch gut so, weil der aufgehetzte Mob dann mit einem Volksaufstand gegen "die Spekulanten" beginnen würde. Um den Rahmen nicht zu sprengen: Öl ist ein begrenzt vorhandener Rohstoff und zugleich die Grundlage für Transport, Heizung/Klimaanlagen und die chemische Industrie. Der Preis für diesen Motor des Kapitalismus wird gegen unendlich steigen, sofern keine technische Alternative geschaffen wird. Das allein ist die Ursache für den Preisanstieg im Öl. Hinzu kommt, dass sich in den letzten Jahren folgerichtig ein Energienationalismus entwickelt hat (Rußland, Venezuela) mit dem Ziel, Ressourcen zu sichern und somit politischen Einfluß zu gewinnen. Verstärkend kommt weiterhin der wachsende Energiehunger der Schwellenländer hinzu, der gerade erst angefangen hat. Viele Länder haben ihr Peak bereits erreicht und neu entdeckte Ölquellen sind in der Förderung erheblich teurer. Spekulanten hingegen machen nur einen winzigen Teil des Anstiegs aus - sie können von fallenden wie von steigenden Kursen profitieren. HF

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01. Juli 2008 17:40

Propaganda 2

Georg Münch (georgmuench)

Weltweit wurden die meisten Neuvorkommen Mitte der Sechziger entdeckt. Dementsprechend geht die Peak-Oil Theorie davon aus, daß das weltweite jährliche Fördermaximum Mitte dieses Jahrzehnts erreicht worden sei. Akkurate Zahlen sind schwer zu verifizieren, weil die Ölkonzerne massive Ölvorräte aufgebaut haben, die sie zur Zeit abbauen. Die Peak-Oil Theorie wird von den fast allen unabhängigen Wissenschaftlern (insbesondere Geologen und Ökologen) unterstützt. Mir ist zumindest kein unabhängiges Institut bzw. Wissenschaftler bekannt, der sie falsifiziert hätte. Der hier veröffentlichte Beitrag macht ebenfalls nicht den Versuch, sie zu falsifizieren (abgesehen von der Behauptung, sie stimme nicht). Er beschreibt lediglich das Verhältnis von bisher genutzten Ölvorräten und zukünftig nutzbaren Ölvorräten und den zusätzlichen Förderkosten, die damit einhergehen.

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01. Juli 2008 17:32

Propaganda 1

Georg Münch (georgmuench)

Wenn die F.A.Z. schon Texte fremder Autoren veröffentlicht und sich davon distanziert, dann sollte wenigstens der Autor genannt werden. Die hinter der zitierten Studie stehende PennEnergy / PennWell ist seit 98 Jahren im Dienstleistungsgeschäft für die Ölindustrie und ist damit bestenfalls keine unabhängige Quelle. Es wäre aber durchaus angebracht, wenn sich eine große deutsche Tageszeitung mal in eigenem Namen und ausführlich mit der sog. "Peak-Oil" Theorie auseinandersetzt. Da der Artikel sie mit einem Satz abbügelt, hier der Versuch einer Kurzfassung. Erstmals entwickelt wurde die Peak-Oil Theorie in den fünfziger Jahren. Nachdem Mitte der Dreißiger das Maximum der pro Jahr neu gefundenen Ölvorräte in den U.S.A. verzeichnet wurde, sagte diese Theorie ein Fördermaximum pro Jahr in den U.S.A. zwischen 1965-1971 vorraus. Im Jahr 1971 wurde das jährliche Fördermaximum in den U.S.A. erreicht. In allen anderen Ländern / geographischen Regionen, in denen das jährliche Fördermaximum bereits erreicht wurde, hat sich dieser "Time-Lag" von c. 35 Jahren zwischen Maximum an jährlichen Neufunden und Maximum an jährlicher Förderung bestätigt.

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01. Juli 2008 17:25

Das ist kein Märchen, das ist pure IDELOGIE!

Reinhold Eysel (Eysel)

Ebenso wie die angebliche Klimakatastrophe, die Verarmung der Mittelschicht in D, usw. usw. Alles geschuldet einer "Verproletarisierung" ( Ursache: Werteverfall ) dieser und vieler anderer Gesellschaften. Die macht es "nötig", mit sehr einfach verständlichen propagandistischen, polemischen nur angeblichen Argumenten, Mitteln das VOLK "lenkbar" zu machen.

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01. Juli 2008 17:05

Dass der Preis...

Andreas Dellis (crozet)

im Moment künstlich ist bedarf keiner Studien, nur gesundem Menschenverstand! Das Öl (wie auch Lebensmittel) können sich nicht binnen eines Jahres so erhöht haben das sich die Preise verdoppeln und verdreifachen.Auffällig ist das sich in den vergangengen Monaten Studien die das genaue Gegenteil prophezeien vermehrt haben.Die Frage ist: ist das die Folge oder ist das absichtlich.In meinen Augen das letztere.Die Krise in den Immobilien und Banken hat die grossen Wirtschaftsgiganten Milliarden gekostet.Das Geld wird durch Anlagen an Rohstoffe wieder eingefahren! Die Spekulanten sind die Ursache aller Preissteigerungen in letzter Zeit.Nur frage ich mich: wieso wird nicht endlich was dagegen gemacht?? Kann man nicht oder will man nicht??

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01. Juli 2008 13:39

*Dr.* Rafael Sandrea?

Thomas Berger (tberger)

Oh-oh, das Öl geht aus. Wenn der Autor einer Studie mit akademischem Grad zitiert wird ("so schon Frau Prof. Dr. Dr. Drs. hc. Müller-Piepenburg, M.A., die Niklas Luhmann brillant widerlegt"), dann ist die Studie tendentiell Bockmist. Schlüssige Studien müssen nicht erst durch die Meriten ihrer Verfasser glaubhaft gemacht werden.

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