Rohstoffe

Das Gold beginnt wieder zu glänzen

„Wertvoller” Schmelzprozess

„Wertvoller” Schmelzprozess

27. Februar 2007 Über weite Strecken des Vorjahres wurde die Geduld der Goldanhänger unter den Investoren auf eine harte Probe gestellt. Denn der Goldpreis korrigierte deutlich, während andere Vermögensklassen munter im Wert stiegen. Ausgehend von einem am 12. Mai 2006 markierten Hoch von 725 Dollar fiel der Preis für die Feinunze Gold bis auf fast 560 Dollar.

Doch inzwischen mehren sich die eindeutigen Anzeichen dafür, dass es sich bei dieser Bewegung nur um eine Korrektur im ansonsten intakten langfristigen Aufwärtstrend handelte. Der Goldpreis hat sich in der Zwischenzeit wieder deutlich erholt. Am Montag wurde mit fast 690 Dollar ein Neunmonatshoch markiert. Charttechnisch spricht nun vieles dafür, dass mittelfristig ein Angriff auf das Vorjahreshoch unternommen wird. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass es danach sogar zu einem Vorstoß in neue Kursregionen kommt.

Schutz vor einem Angriff auf den Iran

Die Analysten bei UBS sehen das ähnlich und haben vor wenigen Tagen ihre Dreimonatsprognose für den Goldpreis von 700 auf 750 Dollar erhöht. Anleger, die noch nicht entsprechend positioniert sind, können sich deshalb ernsthaft Gedanken darüber machen, ob sie nicht doch Gold dem Depot zumindest beimischen. Dafür spricht alleine schon der Schutzfaktor für turbulente Zeiten, der dem Gold allgemein zugebilligt wird. Sollte es tatsächlich zu einem Militärschlag gegen den Iran kommen, dürfte das den Aktienmärkten stark zusetzen, während das Gold davon sogar profitieren könnte.

Außerdem verhält sich der Goldpreis oft konträr zur Kursentwicklung des Dollar. Und da die amerikanische Landeswährung gerade wieder etwas angeknackst wirkt, kann es auch unter diesem Aspekt nicht schaden, in Gold zu investieren. Auffällig war zuletzt auch die relativ enge Korrelation zum Ölpreis, dessen Bewegungen nach oben oder unten vom Goldpreis tendenziell nachvollzogen wurden. Das hat vermutlich mit den Inflationsgefahren zu tun, die von einem steigenden Ölpreis ausgehen. Denn bekanntlich gilt Gold auch als Schutz gegen Inflation. Interessanterweise markierten die Gold-Futures ihr Rekordhoch von 873 Dollar im Januar 1980, also zu einer Zeit, in der sich der Ölpreis innerhalb eines Jahres verdoppelt hatte.

Mut macht außerdem die Beobachtung, dass die physische Nachfrage zuletzt wieder angezogen hat. In Indien und in China gibt es immer mehr Wohlhabende, bei weiter steigender Tendenz. Da Gold in diesen Ländern ein wichtiges Statussymbol ist, darf mit weiteren Goldkäufen aus dieser „Ecke“ gerechnet werden. Als echte Stütze für den Goldpreis erweisen sich auch noch immer die zahlreichen börsengehandelten Fonds, die inzwischen auf das Gold aufgelegt wurden. Diese Exchange Traded Funds (ETF) haben es deutlich einfacher gemacht, in Gold zu investieren und dieses Instrument erfreut sich speziell bei institutionellen Investoren großer Beliebtheit. Gleichzeitig scheine auch die Goldproduzenten selbst mit weiter steigenden Preisen zu rechnen. Das lässt sich daran ablesen, dass sie ihre Hedgingkontrakte im Vorjahr um weitere 25 Prozent abgebaut haben.

Gold-Zertifikate als Depotbeimischung bieten sich an

Trotz der in den vergangenen Jahren gestiegenen Goldpreise kann im Moment nicht von einer Angebotsschwemme gesprochen werden. Im Gegenteil: Wie das Institut Gold Fields Mineral Services kürzlich mitgeteilt hat, ist die globale Goldproduktion 2006 um zwei Prozent auf 2.467 Tonnen gefallen. Da noch immer nur wenige neue Goldvorkommen erschlossen werden, dürfte die Angebots-/Nachfragestruktur bis auf weiteres günstig bleiben.

Wer über Gold als Anlageinstrument nachdenkt, für den kommen zwar auch Goldminenaktien in Frage. Historisch betrachtet gestaltet sich deren Preis-Buchwert-Verhältnis mit rund 1,8 im Schnitt momentan relativ günstig. Der beste Schutz für turbulente Zeiten ist aber ein Direktinvestment in Gold. Das lässt sich heutzutage einfach bewerkstelligen, indem in eines der zahlreichen auf dem Markt befindlichen Gold-Zertifikate wie etwas das ABN Amro-Produkt (ISIN: DE0008593419, 51,09 Euro) investiert wird.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @JüB
Bildmaterial: FAZ.NET, REUTERS

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