Edelmetalle

Silberpreis nimmt wieder Anlauf für einen Ausbruch

Könnte wieder teurer werden: Silber

Könnte wieder teurer werden: Silber

12. April 2007 Der Silberpreis tritt nun per saldo fast schon seit einem Jahr nur auf der Stelle. Die aktuelle Notiz von 13,85 Dollar je Feinunze ist identisch mit dem Niveau, das bereits Mitte April 2006 Gültigkeit hatte. Und von dem am 12. Mai markierten Hoch von 14,94 Dollar ist der Preis noch mehr als einen Dollar entfernt.

Doch der Chart erweckt den Eindruck, als ob der Silberpreis demnächst einen Angriffsversuch auf das genannte Hoch starten wollte. Der im Anschluss an das im Mai des Vorjahres aufgestellte Hoch erlittene Einbruch binnen eines Monats von rund 35 Prozent ist inzwischen weitgehend ausgebügelt. Die Notiz hat zurück in den langfristigen Aufwärtstrend gefunden, und das ist zunächst einmal ein sehr ermutigendes Zeichen. Der Wiederaufstieg ist dabei in Kursschüben erfolgt, die auch immer wieder von Korrekturen unterbrochen worden sind. Sollte sich das dabei gezeigte Kursmuster wiederholen, wäre bis zum Beginn der nächsten Korrekturphase noch genügend Luft, um zumindest einen Angriff auf das Vorjahreshoch zu starten.

Elektroindustrie kompensiert sinkende Nachfrage der Fotoindustrie

Dass es dazu tatsächlich kommt, dafür sprechen gleich mehrere Faktoren. Zum einen befindet sich auch die Feinunze Gold tendenziell wieder im Aufwind. Das ist deshalb ermutigend, weil sich der Silberpreis oft an der Stoßrichtung des Goldpreises orientiert. Zum anderen hinkt die Preisentwicklung beim Gold und beim Silber in diesem Jahr hinter den Gewinnen zurück, die Basismetalle wie Kupfer und Nickel eingefahren haben. Das verhilft zu Nachholpotential. Ein ermutigendes Zeichen ist es auch, dass der sinkenden Nachfrage aus der Fotoindustrie eine steigende Nachfrage aus den Bereichen Mobiltelefone und Flachbildschirme gegenübersteht. Die Nachfrage aus der Elektronikbranche hat zuletzt sogar ein Rekordhoch erreicht.

Da gleichzeitig die Fördermengen langsamer zugenommen haben als erwartet, hat sich aus fundamentaler Sicht die Ausgewogenheit zwischen Angebot und Nachfrage verbessert. Durch die Einführung börsengehandelter Fonds (Exchange Traded Fund, ETF) auf Silber steht der Markt inzwischen zudem einer breiten Anlegergruppe offen.

Mittelfristig ist ein Ausbruch nach oben gut vorstellbar

Auch die Charttechniker bei HSBC Trinkaus weisen darauf hin, dass mit einem Ausbruch nach oben die seit dem zweiten Quartal des Vorjahres bestehende Seitwärtsbewegung beendet wäre und in diesem Fall dann in den kommenden Monaten mit signifikanten Kurszuwächsen gerechnet werden könnte. Wer schon jetzt auf einen erfolgreichen Ausbruchsversuche wetten will, der kann entweder auf Silberaktien setzen, oder, was vielleicht einfacher ist, in ein Silber-Zertifikat investieren.

Geeignet für solche Wette ist beispielsweise das von der Landesbank Baden-Württemberg emittierte Open-End Silber-Zertifikat (Isin DE000LBW56Q2, 10,22 Euro), das die Bewegungen des Silberpreises praktisch Eins zu Eins widerspiegelt. Wer es gerne noch etwas spekulativer hat, der kann einen Blick auf ein Silber-Hebel-Zertifikat wie das der Dresdner Bank (Isin DE000DR4QEL2, 2,08 Euro) werfen. Der Hebel beträgt hier 4,787, der Abstand zum Knock-Out-Niveau von elf Dollar beträgt gut zwanzig Prozent. Dieser Abstand bedeutet zwar einen gewissen Sicherheitspuffer, aber das Hebelzertifikat ist natürlich sehr risikoreich, zumal Silber ohnehin als relativ volatil gilt.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @JüB
Bildmaterial: FAZ.NET, REUTERS

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