Devisenmarkt

Euro & Franken auf Rekordhoch - Yen wertet rasch auf

03. März 2008 Schwache Konjunkturzahlen und die Aussicht auf weitere Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten bringen den schwachen Dollar wieder deutlich in die Defensive. Das zeigt sich zum einen am Rekordtief von 1,5270 Dollar je Euro, jedoch noch deutlicher in Form rascher, deutlicher Kursverluste gegen den Yen und gegen den Schweizer Franken.

Massive Kursverluste gegen den Yen und gegen den Franken

Die amerikanische Währung hat alleine in den vergangenen vier Tagen bis zu knapp fünf Prozent gegen ihr japanisches Pendant verloren. Gegen den Franken fielen die Kursverluste sogar deutlicher aus: Der Franken erreichte am Montag im Tagesverlauf Kurse von bis zu 1,0310 Franken je Dollar. Das ist der tiefste Stand aller Zeiten. Der Franken ist nicht mehr weit von der Parität zum Greenback entfernt.

Diese Kursentwicklungen sind das Resultat der Kreditkrise, die immer weiter um sich greift und indirekt über die zunehmende Risikoaversion der Banken und der Anleger die Liquidität in den Märkten schrumpfen lässt. Immer mehr Anleger werden zu Bereinigung kreditfinanzierter Risikopositionen gezwungen, die sich in den vergangenen Jahren in Form der so genannten Carry Trades gezeigt hatten.

Lange Zeit schien nichts einfacher zu sein, als sich in Währungen mit niedrigen Zinsen zu refinanzieren, um die aufgenommenen Mittel in höher rentierlichen Anlageformen - sei es in Form von Auslandsanleihen oder Schwellenländeraktien - zu investieren. Im Rahmen der allgemeinen Euphorie liefen dieses Märkte wie auf Schienen nach oben, während die erzielbaren Renditen gleichzeitig durch günstige Währungsentwicklungen noch verstärkt wurden.

Volatile Finanzmärkte hemmen den Risikoappetit - niedrige verzinsliche Währungen werten auf

Inzwischen ist das Gegenteil der Fall. Die internationalen Finanzmärkte sind volatil geworden. Das gilt sowohl für die etablierten Börsen und die Schwellenländermärkte, jedoch erst recht für den Devisenmarkt. Der Abbau von Risikopositionen führt dazu, dass niedrig verzinsliche Währungen wie der Yen und der Franken zurückgekauft werden. Dieser Effekt wird noch verstärkt durch die steile Zinskurve in den Vereinigten Staaten. Die niedrigen Zinsen bei kurzen Laufzeiten im Verhältnis zu längeren Laufzeiten macht die Währungsabsicherung für ausländische Anleger relativ günstig.

Dessen bedienen sich vor allem asiatische Anleger, die über große Bestände an amerikanischen Wertpapieren verfügen. Sie konnten in den vergangenen Wochen zwar deutliche Kursgewinne bei den Rentenpapieren verbuchen, mussten auf der anderen Seite jedoch inzwischen ebenso ausgeprägte Einbußen auf der Währungsseite hinnehmen. Je stärker sie sich nun aufgrund der tiefen amerikanischen Zinsen gegen den fallenden Dollar absichern, desto ausgeprägter wird der Abwertungsdruck auf die amerikanische Währung.

Angesichts der geringen Renditen und der hohen Kurse an den amerikanischen Rentenmärkten nimmt selbst die Wahrscheinlichkeit für Gewinnmitnahmen zu. Sollten japanische institutionelle Anleger dazu übergehen, angesichts eines vergleichsweise robusten Konsumentennachfrage in Japan und der schon tief gefallenen Kurse an der japanischen Börse oder auch um Liquidität für die Deckung riskanter Kreditpositionen zu schöpfen, Gelder zu repatriieren, würde das den Yen noch weiter aufwerten lassen können.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: BIZ, ITAJ, BNP Paribas, FAZ.NET

 
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