07. Juli 2008 Aufgrund der Kreditkrise, des Verfalls des Dollars und der hohen Energie- und Rohstoffkosten sind die Währungen vieler asiatischer Staaten in die Defensive geraten, auch der koreanische Won.
Auf Sicht eines Jahres gehört er mit einem Minus von mehr als 20 Prozent gegen den Euro zu den schwächsten Währungen weltweit. Schlechter schnitten nur noch der Zimbabwe-Dollar, die isländische Krone und die pakistanische Rupie ab.
Stark von Energie- und Rohstoffimporten abhängig
Der Gründe sind relativ einfach auszumachen. Südkorea ist stark von Rohstoff- und Energieimporten abhängig. Da deren Preise in den vergangenen Jahren massiv gestiegen sind, ist die Rechnung immer teurer geworden. Das hat dazu geführt, dass der Importwert im Juni auf Jahresbasis mit plus 32,3 Prozent stärker gestiegen sind als der Exportwert mit plus 17 Prozent. Auf diese Weise nahm das Won-Angebot auf dem internationalen Devisenmarkt zu.
Gleichzeitig sind in den vergangenen Monaten die Importpreise massiv angestiegen und haben die Inflationsrate auf den Weg nach oben gebracht. Der Importpreisindex lag im Mai bei knapp 45 Prozent, die Inflationsrate lag Ende Juni bei 5,54 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit der Asienkrise der Jahre 1997 und 1998.
Da der Markt offensichtlich wenig Vertrauen in die Fähigkeiten der Zentralbank und der Regierung hatte, entschieden gegen diese Entwicklung vorzugehen, wertete der Won in den vergangenen Monaten deutlich ab. Allerdings werden auf diese Weise die Probleme nur noch weiter verschärft. Denn je schwächer der Won wird, desto teurer werden die Importe und desto stärker wird der Preisauftrieb.
So dürfte es kaum verwundern, dass der massive Kursverfall der südkoreanischen Landeswährung inzwischen zu personellen Konsequenzen geführt hat. Präsident Lee Myung Bak feuerte den stellvertretenden Finanzminister Choi Joong Kyung, der auch für die Wechselkurspolitik der Regierung verantwortlich war. Das teilte das Präsidentenbüro am Montag in Seoul mit. Zudem entließ Lee im Zuge der öffentlichen Proteste gegen den Import von Rindfleisch aus den Vereinigten Staaten auch drei Kabinettsmitglieder.
Negative Realzinsen - Effektivität der Interventionen fraglich
Nachfolger von Choi wird der stellvertretende Finanzminister Kim Dong Soo. Die Ersetzung Chois ist ein klares Zeichen für eine neue Wechselkurspolitik, sagte Volkswirt Oh Suk Tae von Citibank Korea in Seoul der Nachrichtenagentur Bloomberg. Choi war am Markt als Unterstützer eines schwächeren Won bekannt. Der schwache Won verteuert die Importpreise und erhöht die Lebenshaltungskosten der Bürger sowie die Produktionskosten der Unternehmen. Der steigende Ölpreis rief bereits landesweite Protestaktionen der Lkw-Fahrer hervor.
Kritisch äußerte sich Kwon Hyeuk Boo, Volkswirt und Stratege bei Daishin Investment Trust Management in Seoul. Untere Chargen werden gefeuert und von der obersten Führung übernimmt niemand Verantwortung, so Kwon. Das klingt bedenklich - einen Vize-Minister zu ersetzen ändert nicht die Ausrichtung der Wirtschaftspolitik.
Allerdings deuten nicht nur personelle Veränderungen auf das Interesse der Regierung an einer stärkeren Währung hin. Das Finanzministerium erklärte, es sei nicht an starken Bewegungen der Währungen interessiert. Zeitungen berichteten, das Land habe schon in der vergangenen Woche einen Teil seiner Devisenreserven in Höhe von knapp 260 Milliarden Dollar Ende Juni aufgewandt, um Won im Gegenwert von sieben Milliarden Dollar zu erwerben.
Allerdings sind die realen Zinsen bei kurzen Laufzeiten negativ: Der 3-Monats-Koribor liegt bei 5,37 Prozent und damit unterhalb der Inflationsrate. Aus diesem Grund lässt sich die Glaubwürdigkeit der Geld- und Zinspolitik und die Effektivität der Interventionen hinterfragen. Wetten auf die Stabilisierung des Won sind daher riskant. Ändern dürfte sich das erst, wenn das Land den Markt davon überzeugen kann, an einer stärkeren Währung interessiert zu sein. Zu oft sind das jedoch gerade in Asien Lippenbekenntnisse.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET
| Name | Kurs | in % |
| AMEX GOLD BUGS | 326,76 | −4,66% |
| AMEX OIL | 869,46 | −2,36% |
| Gas | 0,25 £ | −2,52% |
| Gold | 932,50 $ | +0,32% |
| Kaffee | 1,15 $ | −1,29% |
| Orangensaft | 0,76 $ | −1,04% |
| Palladium | 250,00 $ | −0,79% |
| Platin | 1.183,00 $ | −0,42% |
| Rogers International | 19,51 | −2,55% |
| Rohöl Brent Crude | 64,09 $ | −1,48% |
| Silber | 13,42 $ | +0,22% |
| Zucker | 0,18 $ | −1,41% |
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Aktien-Index06.07.2009 13:00 |
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Performance-Index06.07.2009 17:35 |
264,65 | 261,19 | 271,11 |
Euro-Aktien-Index06.07.2009 17:35 |
119,63 | 116,12 | 121,36 |
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