Edelmetalle

Goldaktien - effiziente Wette auf den Goldpreis

Gold notierte am Dienstag so hoch wie zuletzt 1983

Gold notierte am Dienstag so hoch wie zuletzt 1983

13. Dezember 2005 Sorgte in den vergangenen Monaten schon die Preisentwicklung bei Rohstoffen für Aufsehen, so ist es in jüngster Zeit die Entwicklung bei Gold und Silber. Denn bei beiden tendiert die Entwicklung sowohl in Dollar als auch in Euro deutlich nach oben.

Zeigt der Trend des Goldes in Dollar schon seit dem Jahr 2001 nach oben und hat in jüngster Zeit mit frischer Dynamik ein neues 24-Jahreshoch mit 541 Dollar je Feinunze markiert, so ist der Preis in den vergangenen Wochen auch gegen den Euro nach oben ausgebrochen. Von Montag auf Dienstag kam es zwar zu einer kleinen Korrektur, das aber bricht noch lange nicht den Trend der vergangenen Monate.

Verschiedenste Gründe für die Dynamik des Goldpreises

Es gibt die verschiedensten Gründe für die Preisbewegung des Goldes nach oben und für die Vermutung, daß sie mittelfristig anhalten könnte. Einmal ist es die anhaltend physische Nachfrage von der Industrie, vor allem der Schmuckindustrie. Vor allem auch in Asien steigt das Interesse bei zunehmendem Wohlstand.

Gleichzeitig wurde in der Vergangenheit relativ wenig in die Goldexploration investiert und die Branche an sich befindet sich nach wie vor in einer Konsolidierungsphase. Das heißt, es gibt so etwas wie einen Konzentrationsprozeß auf der Angebotsseite. Die Anbieter dürften in einem Umfeld steigender Preise immer weniger dazu tendieren, das Metall per Termin zu verkaufen, um sich gegen fallende Preise abzusichern. Solche Transaktionen hatten in der Vergangenheit ständig zu einem gewissen Preisdruck auf das Edelmetall geführt, der somit wegfällt.

In jüngster Zeit verdichteten sich aber auch andere Gründe für den Kauf von Gold. Dazu zählen in erster Linie die hohen Schuldenstände in den Vereinigten Staaten und Europa, vor allem aber auch die unheimlich anmutende expansive Geldpolitik sowohl in Amerika als auch in Europa, Japan und über die Koppelung der Währung an den Dollar auch in China. Zusammen mit den nach wie vor zunehmenden Schulden einerseits und den gigantischen Währungsreserven in Asien anderseits untergräbt dies bei manchen Anlegern das Vertrauen in die Währungen, insbesondere in den Dollar.

Aus diesem Grund tendieren sie immer mehr dazu, ihre Vermögen zu diversifizieren. Zum Schutz gegen einen möglichen Wertverlust bieten sich natürlich knappe Edelmetalle an, da sie im Unterschied zu Papiergeld nicht beliebig reproduzierbar sind. Sollten die Zentralbanken also die Geldpressen nicht deutlich langsamer als bisher laufen lassen, um die Vermögenspreisinflation zu stoppen, könnte dieser Trend zu Gold und anderen Edelmetallen anhalten.

Wenn die Anleger davon profitieren wollen, gibt es verschiedene Möglichkeiten dazu. Die erste ist der Kauf von Goldminenaktien. Die sind allerdings längst keine Schnäppchen mehr. Außerdem legt sich der Anleger damit die operativen Risiken der Unternehmen ins Depot. Aus diesem Grund ist das sehr wahrscheinlich nicht der beste Weg, um auf den Goldpreis zu spekulieren. Ähnliches gilt für Goldfonds, da diese oft nur in Goldminenwerte investieren.

Goldaktien als effiziente Möglichkeit auf den Goldpreis zu setzen

Die zweite Möglichkeit ist der Kauf von Terminkontrakten in Form von Futures, Optionen oder von Zertifikaten. Hier kann es allerdings zu Preisverzerrungen kommen, wenn die Händler oder andere Marktteilnehmer ihre Erwartungen und insbesondere bei Zertifikaten auch ihre Margen einrechnen. Gerade sogenannte Quanto- oder währungsgesicherte Zertifikate sind relativ intransparent. Abgesehen davon sind solche Finanzinstrumente auch eine Art von Papiergeld und wer weiß schon, ob die Anbieter im Falle eines Falles auch liefern könnten.

Die dritte Möglichkeit ist der Kauf von physischem Gold. Das ist allerdings nicht sonderlich günstig. Denn zum Teil muß man Steuern dafür bezahlen, zum anderen sind die entstehenden Lager-, vesicherungs- und sonstige Kosten zu berücksichtigen.

Als vierte Variante gibt es sogenannte Goldaktien. Das ist eine gewisse Art von Goldzertifikaten, für die physisches Gold tatsächlich hinterlegt wird. Sie bieten verschiedene Vorteile. Erstens sind sie relativ sicher. Zweitens sind sie relativ günstig. Drittens folgen sie der Entwicklung des Goldpreises relativ eng. Und viertens lassen sie sich in kleiner Stückelung einfach kaufen und verkaufen wie „normale“ Aktien. Beispiele dafür sind die Exchange Traded Gold Securities, wie sie unter den Namen Lyxor Gold Bullion Securities mit der ISIN GB00B00FHZ82 in London oder der Euronext gehandelt werden. Solche Produkte stellen eine einfache und relativ effizienten Möglichkeit dar, auf die Preisentwicklung bei Gold zu setzen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET, gms

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