Devisenmarkt

Sakakibara: Yuan steigt 2008 zum Dollar um mehr als 10 Prozent

30. Januar 2008 Der chinesische Yuan könnte dieses Jahr nach Ansicht des japanischen Devisenexperten Eisuke Sakakibara gegenüber dem Dollar mehr als zehn Prozent aufwerten.

Bei dieser Entwicklung sei auch ein weiter steigender Yen-Kurs akzeptabel, sagte der ehemalige japanischen Vize-Finanzminister, der auch „Mr. Yen“ genannt wird, in einem Bloomberg-Gespräch.

„Die chinesischen Behörden erkennen, dass sie den Yuan aufwerten müssen“

Die chinesische Währung hat in Relation zum Greenback im Januar bereits 1,4 Prozent gewonnen und ist auf dem besten Wege, den größten monatlichen Anstieg seit der Abkopplung vom Dollar im Juli 2005 zu verzeichnen. Die G-7, die Gruppe der sieben wichtigsten Industrieländer, hatte China dazu aufgefordert, den Yuan nicht künstlich schwach zu halten, um die Exporte zu stützen. China ist Japans größter Handelspartner.

„Die chinesischen Behörden erkennen nun, dass sie den Yuan für das Wohl ihres Landes bedeutend aufwerten müssen“, erklärte Sakakibara, der jetzt als Professor an der Waseda-Universität in Tokio tätig ist. Ein stärkerer Yuan würde Waren aus China am globalen Markt verteuern und die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Exporteure verbessern.

Der Yen könnte bis zum Sommer laut Sakakibara sogar bis zu zwölf Prozent steigen und einen Kurs von 95 Yen je Dollar erreichen, sofern die amerikanische Konjunktur sich abkühle und die Bank of Japan eine Rally des Yen nicht bremse. Mit eingreifenden Maßnahmen der japanischen Zentralbank sei jedoch nicht zu rechnen. Der Yen gewann am Dienstag 0,1 Prozent auf 107,03 je Dollar.

Hohe Korrelation des Yuan zum Yen

Der chinesische Yuan hatte im vergangenen Jahr in Relation zum Dollar sieben Prozent zugelegt. Über die vergangenen sechs Monate hatte die chinesische Währung eine Korrelation von 0,86 zum Yen, wie Daten von Bloomberg zeigen.

Sakakibaras Prognosen zufolge würde der Yuan bis Jahresende auf ein Niveau von 6,57 Yuan per Dollar stiegen. Damit ist der japanische Währungsexperte für den Yuan zuversichtlicher als das Gros der Analysten. Eine Befragung von 32 Analysten ergab im Median, dass der Yuan-Kurs Ende 2008 voraussichtlich bei 6,80 Yuan je Dollar liegen wird. Terminkontrakthändler gehen von einem Anstieg von 8,4 Prozent aus und sehen den Yuan in zwölf Monaten bei einem Kurs von 6,6390 je Dollar.

„Sakakibara ist hinsichtlich des Yuan zu optimistisch“, sagt Xinji Lu von der Mizuho Corporate Bank Ltd. in Tokio. China peile eine „sanfte Landung“ an, auf einem Niveau langsameren Wachstums und ohne eine exzessive Aufwertung des Yuan.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: Bloomberg
Bildmaterial: FAZ.NET, National Bureau of Statistics (NBS), CEIC, Goldman Sachs Economics Research, NBS, CEIC, Goldman Sachs Economics Research

 

Finanzmärkte

Die Bedeutung des Yen für Japan wird überschätzt

Nach einem bereits enttäuschenden Vorjahr sind Japan Aktien auch 2008 mit deutlichen Verlusten gestartet. Inzwischen sind die Aktien jedoch vergleichsweise günstig geworden. Die Bedeutung des Yen für das Wachstum wird überschätzt.

Aktienkurse kräftig gefallen

Der Schnee stürzt China ins Chaos

Fahrräder unterm Schnee in der Stadt Nanjing

Der harte Winter treibt die Inflation, Kohle ist knapp, das Land wird von Stromausfällen geplagt. Die wachsenden Sorgen über die Folgen des Schneechaos zogen auch die Börsen in China hinunter. Die staatlichen Medien bezeichneten den Tag als „schwarzen Montag“. Von Christoph Hein

Devisenmarkt

Anhaltende Inflation dürfte den Yuan weiter aufwerten lassen

Spezial Chinas Wirtschaft wächst deutlich. Allerdings hat das Land ausgeprägte Inflationsprobleme. Aus diesem Grund lässt es den Yuan zumindest gegen den schwachen Dollar immer rascher aufwerten - bisher jedoch nicht gegen den Euro.

Drittgrößte Volkswirtschaft

China soll Deutschland noch 2008 überholen

Nicht nur chinesische Eier sind gefragt: Die Wirtschaft im Reich der Mitte le...

Die chinesische Wirtschaft wächst und wächst: im vergangenen Jahr um 11,4 Prozent. Das ist ein neuer Rekordwert innerhalb der vergangenen 13 Jahre. Noch 2008 dürfte das Reich der Mitte Deutschland wirtschaftlich überholen.

Chinas Banken leiden an eigenen Schwierigkeiten

che. SINGAPUR, 23. Januar. Die von Amerika ausgehende Kreditkrise rückt auch die Banken Chinas wieder ins Rampenlicht. Denn einerseits scheinen sich einige von ihnen stärker verspekuliert zu haben, als bislang bekannt war.

IWF-Schätzungen

Chinas und Indiens Wirtschaft kleiner als gedacht

Wie groß ist Chinas und Indiens Wirtschaft wirklich? Bislang wurde der Anteil Chinas an der Weltwirtschaft auf rund 16 Prozent geschätzt, der Anteil Indiens auf rund 6 Prozent. Neue Schätzungen des Internationalen Währungsfonds revidieren die Angaben drastisch nach unten. Von Benedikt Fehr und Claus Tigges

Devisenmarkt

Inflation in China: Yuan steigt gegen den Dollar

Spezial Chinas Wirtschaft wächst deutlich. Allerdings hat das Land inzwischen ausgeprägte Inflationsprobleme. Aus diesem Grund lässt es den Yuan zumindest gegen den schwachen Dollar immer rascher aufwerten - bisher jedoch nicht gegen den Euro.

Devisenmarkt

Unflexible Währung treibt Chinas Devisenreserven auf 1,46 Billionen Dollar

Spezial Chinas Wirtschaft wächst und wächst. Allerdings geht das nicht mit rechten Dingen zu. Das zeigt sich schon daran, dass die Währungsreserven des Landes massiv zunehmen. Stark wachsende Exporte, unflexible Währung - ein Widerspruch in sich.

Devisen

Unmut über den Yuan

Spezial Frankreich beklagt sich über den starken Euro. Um den Franzosen entgegenzukommen, soll eine Europa-Delegation nach China reisen. Ziel: Die dortige Regierung soll dazu bewogen werden, eine stärkere Aufwertung des Yuan zuzulassen.

Chefökonom von Goldman Sachs

„Ich würde nicht gegen den Dollar wetten“

Jim O'Neill, Chefökonom von Goldman Sachs

Nach dem neuen Rekordhoch des Euro gehen viele von einer weiteren Aufwertung aus. Jim O'Neill, Chefökonom von Goldman Sachs, ist sich nicht so sicher. Im Interview schließt er mit Blick auf das G7-Treffen Überraschungen nicht aus.

Devisenmarkt

Wo bleibt die Aufwertung des Yuan gegen den Euro?

Spezial Der amerikanische Dollar steht unter Druck, das ist nicht neu. Auch die Gründe für die Entwicklung sind hinlänglich bekannt. Europäische Unternehmen verlieren über den Wechselkurs an Wettbewerbsfähigkeit.

F.A.Z. Electronic Media GmbH 2001 - 2008

Quellen: IS.eFinance Solutions using Deutsche Börse AG, Morningstar und weitere. IS.eFinance Solutions implemented and powered by Interactive Data Managed Solutions AG, ©  1999-2007. Alle Börsendaten werden mit 15 Minuten Verzögerung dargestellt.