Edelmetalle

Dollarschwäche treibt Goldpreis auf neue Höhe

Von Tim Höfinghoff und Daniel Mohr

Geliebter Glanz

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09. November 2009 Der Goldpreis hat am Montag seinen Höhenflug fortgesetzt. Die Feinunze (31,1 Gramm) kostete bis zu 1111,20 Dollar und erreichte damit abermals einen neuen Rekord. Analysten begründen den Goldpreisanstieg mit dem schwachen Dollar. Außerdem halten sich Spekulationen, dass Notenbanken vermehrt Gold kaufen, nachdem die indische Notenbank kürzlich 200 Tonnen Gold erworben hatte. Auch Hedge-Fonds und andere einflussreiche Großinvestoren treiben die Preise.

Seit Jahresanfang hat der Goldpreis um 26 Prozent zugelegt. Viele Anleger favorisieren Gold als eine sichere Anlage in Krisenzeiten. Sie kaufen Goldbarren, Münzen oder investieren in Gold-Zertifikate, mit denen Privatanleger von der Preissteigerung des Edelmetalls profitieren können.

Schwacher Dollar - teures Gold

„Die Dollarschwäche hat auf den Goldpreis derzeit einen großen Einfluss“, sagt Eugen Weinberg, Rohstoff-Fachmann der Commerzbank. Der Dollar verliert gegenüber dem Euro schon seit Wochen an Wert. So müssen für einen Euro mittlerweile 1,50 Dollar bezahlt werden.

Doch nicht nur die Dollarschwäche ist entscheidend: „Am Wochenende hat die Zentralbank von Sri Lanka verlauten lassen, Gold gekauft zu haben, und auch in Zukunft will sie in Gold diversifizieren“, sagt Weinberg. Zwar ist der Einfluss der Zentralbank in Sri Lanka auf den Goldmarkt gering, die Goldreserven betragen nur knapp 4 Milliarden Dollar. Doch habe der Kauf einen „wichtigen psychologischen Effekt“. So zeigt das Vorgehen, dass Notenbanken wieder verstärkt als Goldkäufer auftreten und damit die Preise steigen dürften. Bisher waren Notenbanken jahrelang primär Goldverkäufer.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, 200 Tonnen Gold an die indische Notenbank verkauft zu haben. Der IWF erzielte damit einen Erlös von 6,7 Milliarden Dollar (4,6 Milliarden Euro). Dieser Goldverkauf war der erste seit neun Jahren dieser Art und entsprach 8 Prozent der jährlichen Goldminenproduktion auf der Welt. Besonders die Notenbanken in Asien sind wegen der Dollar-Schwäche bemüht, ihre Anlagen zu diversifizieren. Sie halten große Summen an Dollar und wollen ihr Portfolio mit Gold stärken. „Es gibt die Befürchtung, dass die Zentralbanken den Goldmarkt leerkaufen“, sagt Weinberg. Im September hatte der IWF beschlossen, 403 Tonnen Gold zu verkaufen. Auch China und Brasilien gelten als potentielle Interessenten. Aus Sicht vieler Analysten wird daher der Goldpreis noch weiter zulegen. Die Bank of America Merrill Lynch prognostiziert, dass der Goldpreis in den nächsten 18 Monaten über 1500 Dollar steigt.

Dollar-Effekt bei Geldanlagen berücksichtigen

Anleger, die mit weiter steigenden Goldnotierungen rechnen, können mit einigen Finanzprodukten an der Entwicklung des Goldpreises partizipieren. Misslich ist für den deutschen Anleger allerdings, dass der Preis in Dollar notiert, einer Währung, die gegenüber dem Euro zuletzt kräftig an Wert verloren hat. So notierte der Goldpreis in Euro zuletzt auf 738 Euro und damit 40 Euro unter seinem Niveau vom Februar. Der Goldpreis in Dollar hat in dieser Zeit um 15 Prozent zugelegt.

Wer sich daher bei seiner Anlage in Gold vor der Dollar-Schwäche schützen will, kann auf währungsgesicherte Zertifikate zurückgreifen. Ein solches Produkt von Goldman Sachs (WKN GS72X2) gibt die Preisentwicklung des Goldpreises in Dollar eins zu eins an den deutschen Anleger in Euro weiter, allerdings fällt für die Währungssicherung eine jährliche Gebühr von 2 Prozent an. Die hat sich zuletzt aber sehr gelohnt: Seit Februar hat das Papier knapp 15 Prozent an Wert gewonnen, während das nicht-währungsgesicherte Pendant (WKN GS0HH0) fast 5 Prozent an Wert verloren hat.

Ebenfalls an Wert verloren hat in dieser Zeit Xetra-Gold (WKN A0S9GB), das mit Abstand erfolgreichste Goldprodukt am deutschen Markt. Ein Anteilsschein ist immer so viel Wert wie ein Gramm Gold - aktuell knapp 24 Euro. Der Charme für viele Anleger liegt darin, sich jederzeit das Gold physisch liefern lassen zu können. Die Börse lagert mittlerweile 35 Tonnen Gold im Wert von mehr als 800 Millionen Euro in ihrem Tresor in Frankfurt. Die Auslieferung kostet jedoch für 100 Gramm mindestens 260 Euro. Xetra-Gold ist rechtlich eine Inhaberschuldverschreibung wie die anderen Zertifikate auch. Im Falle der Insolvenz des Emittenten droht dem Anleger somit Verlust. Das physische Gold ginge in diesem Falle aber in die Insolvenzmasse ein und stünde nur den Xetra-Gold-Besitzern zu.

Text: tim./dmoh., F.A.Z.
Bildmaterial: AFP, FAZ.NET

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