Devisenmarkt

Wo bleibt die Aufwertung des Yuan gegen den Euro?

28. September 2007 Der amerikanische Dollar steht unter Druck, das ist nicht neu. Auch die Gründe für die Entwicklung sind hinlänglich bekannt: Es sind die strukturellen Defizite des Landes, die in jüngster Zeit auf der Währungsseite noch von der überraschenden Leitzinssenkung verstärkt wurden.

Viele gehen davon aus, dass die amerikanische Wirtschaft aufgrund der Schwäche im Hausbau und der entsprechenden Folgewirkungen - dazu zählt unter anderem die restriktiv wirkende Kreditkrise - nur unterproportional wird wachsen können, sofern sie nicht gar in eine Rezession abgleitet. Auf dieser Basis liegt es Spekulanten sogar nahe, weitere Zinssenkungen zu erwarten.

Wechselkurs des Yuans wird nicht von den Marktkräften bestimmt

Genau das treibt den Euro gegenwärtig gegen den Dollar beinahe täglich auf neue Hochs, da kaum jemand mit einer ähnlichen Zinsentwicklung in Europa rechnet. So würde die Zinsschere zwischen den Vereinigten Staaten und Euroland auseinander laufen und den Wechselkurs zumindest kurzfristig weiter nach oben treiben.

Mittelfristig mag das Bild anders aussehen, wenn eine schwache Konjunktur in den Vereinigten Staaten die amerikanische Importnachfrage dämpfen und zusammen mit dem schwachen Dollar die Exportaktivitäten ankurbeln sollte. Auf diese Weise könnte das amerikanische Leistungsbilanzdefizit reduziert werden.

Das gilt zumindest in der Theorie. Denn in der Praxis ist der Dollar nur gegen den Euro und wenige andere freie Währungen schwach, während viele andere direkt oder indirekt an den Greenback gekoppelt sind. Der Wechselkurs des chinesischen Yuans beispielsweise wird nicht von den Marktkräften bestimmt, sondern von staatlichen Stellen. Das führte in den vergangenen Wochen faktisch dazu, dass die chinesische Währung gegen den Euro sogar abgewertet hat. Dabei müsste sie aufgrund der riesigen und der vor allem auch im Handel mit Europa deutlich wachsenden Handelsüberschüsse aufwerten.

Europäische Unternehmen verlieren über den Wechselkurs an Wettbewerbsfähigkeit

Aufgrund dieser Konstellation dürfte es kaum verwundern, dass sich in Europa immer mehr Unmut über die Entwicklung am Devisenmarkt zeigt, denn sie geht zu Lasten der europäischen Exportunternehmen, die über die Währung zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Nicht nur gegenüber amerikanischen Konkurrenten, sondern auch gegenüber internationalen Unternehmen, die Asien - insbesondere China - zunehmend als Produktionsbasis nutzen. Längst ist das chinesische Exportwachstum nicht mehr auf Güter wie Textilien oder Schuhe begrenzt, sondern das Land vermarktet zunehmen Maschinen und elektronische Artikel.

Auf dieser Basis dürfte der Druck auf China deutlich zunehmen, endlich deutlicher den Binnenkonsum anzukurbeln, statt den Export mit einer unterbewerteten Währung, Steuervergünstigungen oder anderen Exportsubventionen zu stimulieren. Denn sonst dürften sich protektionistische Tendenzen auf den Märkten Chinas eher früher als später bemerkbar machen. Deutschland zum Beispiel kann bisher vom Export hochwertiger Produkte profitieren. Was passiert jedoch dann, wenn China diese künftig selbst produziert oder wenn deutsche Unternehmen ihre Produktion nach Asien verlagert haben werden?

Selbst eine deutliche Aufwertung der asiatischen Währungen würde den Wettbewerbsdruck nur in Ansätzen lindern. Denn ein Vergleich der Lohnkosten in Asien mit jenen in Europa, Amerika, Japan oder Australien zeigt, dass dazwischen Welten liegen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: Economics@ANZ, FAZ.NET

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Sie möchten Zuschuss zur Ihrer neuen Brille? Vergleichen Sie jetzt online einfach und bequem verschiedene Krankenzusatzversicherungen und sparen Sie bares Geld!

Devisenmarkt

Der Euro - durch Interventionen zu stoppen?

Spezial Der Euro läuft gegen den Dollar weiter nach oben. Am Donnerstag erreicht er mit Kursen von bis zu 1,4187 Dollar je Einheit der europäischen Einheitswährung den höchsten Stand seit ihrer Einführung. Erinnerungen an das Jahr 1987?

Interview

„Viele verlieren das Vertrauen in den Dollar“

Jim Rogers

Mit einem neuen Rekordhoch von 1,4166 Dollar wartet der Euro am Donnerstag auf. FAZ.NET sprach mit Jim Rogers, ehemals Partner des Devisenspekulanten George Soros, über den Vertrauensverlust in den Dollar, eine Rezession in Amerika und bevorstehende Bärenmärkte.

FAZ.NET-Spezial

Devisenmärkte im Wandel

Das Auf und Ab der Wechselkurse hat sich grundlegend verändert

Spezial Die Devisenmärkte sind im Wandel. Nicht nur, dass Devisen mittlerweile als eigenständige Anlageklasse gelten, auch die Rolle des amerikanischen Dollar als Leitwährung wird immer stärker in Frage gestellt, gilt doch der Euro vermehrt als mögliche Alternative.

Devisenhandel

Tagesumsatz: 3.210.000.000.000 Dollar

Spezial Im internationalen Devisenhandel werden derzeit täglich im Durchschnitt 3,2 Billionen Dollar umgesetzt. Seit 2004 ist der Markt um 71 Prozent gewachsen, nicht zuletzt weil Devisen mittlerweile als eigene Anlageklasse betrachtet werden.

Devisenmarkt

Ein Gefecht um den Euro

Im Euroraum wird es trotz des starken Euros vorerst wohl keine Leitzinssenkung geben. Auch Interventionen scheinen in weiter Ferne. Der Dollar verliert dagegen immer weiter an Wert, nicht zuletzt, weil dies der Regierung entgegen eigener Beteuerungen durchaus gut passt.

Devisenmarkt

Starker Loonie zeigt die Schwäche des Greenbacks

Ein Loonie ...

Der Kanada-Dollar hat in den vergangenen Tagen deutlich aufgewertet. Inzwischen befindet er sich auf dem höchsten Stand seit 31 Jahren. Die Währung ist inzwischen genauso viel wert wie die des südlichen Nachbarlandes.

Interview

„Der Euro kann bis auf 1,50 Dollar überschießen“

Hans Redeker, Währungsstratege der BNP Paribas

Sieht es an den Börsen aufgrund einer überraschend starken Leitzinssenkungen in Amerika nach einer Beruhigung aus, so gilt das nicht für den Devisenmarkt. Währungsstratege Hans Redeker von BNP Paribas wagt im Interview einen Ausblick.

Devisenmarkt

Nur der Simbabwe-Dollar ist schwächer als der Yen

Spezial Kreditkrise hin oder her: Seit vier Wochen gehört der japanischen Yen nach einer zum Teil deutlichen Zwischenerholung wieder zu den schwächsten Währungen weltweit. Dagegen zeigen sich die türkische Lira und der brasilianische Real robust.

Devisenmarkt

Pfund in der Kreditkrise

Die Kreditkrise zieht immer weitere Kreise, nunmehr auch in Großbritannien. Die Vermutung, die britische Zentralbank werde Zinserhöhungen aussetzen, bringen das Pfund in die Defensive.

Devisenmarkt

Carry Trades wird es auch weiterhin geben

In den vergangenen Wochen haben nervös gewordene Spekulanten massiv so genannte Carry Trades aufgelöst und damit starke Kursausschläge am Devisenmarkt bewirkt. Doch ein Ende dieser Anlagepraxis herbeizureden, erscheint verfrüht.

Devisenmarkt

Euro erreicht neues Rekordhoch: Erstmals teurer als 1,39 Dollar

Der Euro ist zum Dollar auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Erstmals wurden am Mittwoch für die Gemeinschaftswährung mehr als 1,39 Dollar bezahlt. Analysten halten einen weiteren Anstieg für möglich.

Chronik

Der Euro seit seiner Einführung

Nahezu täglich markiert der Euro gegenüber dem amerikanischen Dollar einen neuen Höchststand. Eine Chronologie seiner Entwicklung.

Devisenmarkt

Dollar kratzt an alten Rekordtiefmarken

Der Dollar - wenig gefragt.

Der Dollar will offenbar an alte Rekordtiefmarken anknüpfen. Am Dienstag notierte der Greenback schwach wie selten zuvor. Am Abend kostete der Euro 1,3825 Dollar, das ist nur noch wenige Ticks entfernt vom bisherigen Allzeithoch.

Devisenmarkt

1,40 Dollar scheinen für den Euro kurzfristig möglich

Abgaben gegenüber dem Dollar verzeichnete der Euro am Dienstag, was für die meisten Volkswirte nicht ins Bild passt. Sie rechnen sogar mit einem festeren Euro - zumindest vorübergehend.

Devisen

Der Euro holt gegen den Dollar wieder auf

Konnte der amerikanische Dollar sich in den vergangenen Tagen etwas von seinen Rekordtiefs erholen, so gibt er inzwischen wieder nach. Viele Gründe sprechen jedoch gegen die Währung. Dazu zählt unter anderem der Kreditmarkt.

Devisenmarkt

Das „Carry-Spiel“ beginnt von Neuem

Spezial Es kommt, wie es kommen musste. Als ob es nie eine Kreditekrise gegeben hätte laufen die Börsen nach oben, die Rentenmärkte nach unten und am Devisenmarkt dominieren die „Carry Trader“. Das gilt zumindest kurzfristig.

Asien

Notenbanken kontrollieren Kapitalverkehr

Viele Volkswirtschaften in Asien leiden unter einem hohen Zustrom von Liquidität. Jetzt reagieren die Zentralbanken von Thailand, Südkorea und Indien. Sie schränken den freien Kapitalverkehr stärker ein.

Devisenmarkt

Dollar - Schwächling am Devisen- und Rohstoffmarkt

Spezial Man kann es drehen und wenden wie man will, die allgemeine Dollarschwäche ist nicht mehr zu übersehen. Der Dollar-Index bewegt sich im langfristigen Abwärtstrend auf das Allzeittief zu. Ein starkes Angebot bewirkt einen niedrigen Preis.

Interview

„Der Dollar wird auf tieferes Bewertungsniveau fallen“

Hans Redeker, Währungsstratege der BNP Paribas

Sah bis noch vor wenigen Tagen optisch alles gut aus an den internationalen Finanzmärkten, so hat sich das inzwischen verändert. Wie geht es weiter? Währungsstratege Hans Redeker von BNP Paribas wagt im FAZ.NET -Interview einen Ausblick.

Devisenmarkt

Der Euro zieht wieder nach oben

Nach einer kurzen Zwischenkonsolidierung zieht der Euro gegen den amerikanischen Dollar seit ein paar Tagen wieder kräftig nach oben. Veränderte Zinserwartungen und Diversifikationsbestrebungen sind die Gründe.

Devisenmarkt

BIZ: „Wertverlust des Yen hat eindeutig etwas Anomales“

Spezial Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich betrachtet die globale Entwicklung positiv, warnt aber vor “beträchtlichen Risiken“: Inflationsdruck, Abschwung in den Vereinigten Staaten, Wechselkursänderungen und irrationalem Überschwang.

Interview

„G-8-Teilnehmer sollten über unterbewertete Währungen reden“

Prof. Fred Bergsten, IIE

Bei den Beratungen der G-8-Staats- und Regierungschefs steht vieles auf dem Programm, nicht aber die Ungleichgewichte im Welthandel. Das sei ein Fehler, erklärt Professor Bergsten vom Institute for International Economics in Washington.

nach oben

F.A.Z. Electronic Media GmbH 2001 - 2009 Medienpartner: NZZ Online

Quellen: Technologie und Kursdaten von der TeleTrader Software AG sowie Fondsdaten aus der FWW-Fondsdatenbank, FWW GmbH. Dieser Service ist powered by X.finance GmbH & Co. KG, © 2009. Alle Börsendaten werden mit mindestens 15 Minuten Verzögerung dargestellt.