10. August 2006 Was haben Rußland und China gemeinsam? Ein Währungsproblem, denn beide Staaten häufen rasch immer größere Währungsreserven an. Bei Rußland spielt der anhaltende Energie- und Rohstoffboom die entscheidende Rolle, führen doch die gestiegenen Preise für die zu einem großen Teil exportierten Güter zu steigenden Einnahmen.
Der Handelsbilanzüberschuß, der Budgetüberschuß, der Abbau der Verschuldung und nicht zuletzt auch das Interesse der internationalen Anleger und Unternehmen an Investitionen in Rußland führen zu einem Aufwertungsdruck auf den russischen Rubel. Dem gibt die Zentralbank nach, wenn auch zögerlich. Der Rubel befindet sich gegen den Dollar in einem deutlichen und gegen den Euro zumindest in Ansätzen in einem Aufwertungstrend.
Zu unflexible Währung führt zu Problemen
In China spielt die exportorientierte Wirtschaft des Landes die maßgebliche Rolle, die in Verbindung mit einer relativ unflexiblen Währung zum Anschwellen der Währungsreserven führt. Im Juli erzielte das Land einen neuen Rekordhandelsbilanzüberschuß in Höhe von umgerechnet 14,6 Milliarden Dollar. Die hohen Währungsbestände lassen sich jedoch kaum abschöpfen und heizen im Binnenmarkt die sowieso schon heiß laufende Wirtschaft noch zusätzlich an.
Da die Entwicklung in manchen Bereichen außer Kontrolle geraten, zu Überkapazitäten und auch zu steigenden Preisen geführt zu haben scheint, versucht die chinesische Regierung zu bremsen. Das ist allerdings einfacher gesagt als getan. Administrative Vorgaben und auch Zinserhöhungen zeigen bisher kaum Wirkung, zumal das Zinsniveau deutlich unter den Wachstumsraten liegt. Aus diesem Grund scheint man sich zunehmend mit einer dynamischeren Aufwertung der Währung anfreunden zu können, die im Juli des vergangenen Jahres zunächst von 8,28 auf 8,11 Yuan je Dollar aufgewertet wurde. Danach etablierte sie einen leichten Aufwertungstrend, der zuletzt auf 7,9710 Yuan je Dollar geführt hatte.
Eine Aufwertung macht Chinas Exporte teurer und Importe günstiger und kann auf diese Weise dazu betragen, die Exportlastigkeit des Landes zu reduzieren und damit auch das Anschwellen der Devisenreserven. Bis Ende Juni des laufenden Jahres exportierte China Waren im Wert von 127,54 Milliarden Dollar alleine nach Amerika und importierte von dort Waren im Wert von gerade einmal 25,77 Millairden Dollar. Das zeigt die Dimension, die eine weitere Aufwertung des Yuan unumgänglich machen dürfte.
Wechselkurs als Wirtschaftsbremse
Der Wechselkurs ist eine der Stellschrauben, mit deren Hilfe die Wirtschaft des Landes besser balanciert werden kann, erläuterte denn auch die Bank of China die Perspektive in ihrem jüngsten Quartalsbericht. Ein aufwertender Yuan gibt nach Ansicht von Experten auch den anderen asiatischen Währungen Kursspielraum. Sie sind auf Basis fundamentaler Bewertungsmodelle zum Teil deutlich unterbewertet. Auch der Yen. Er dürfte mittelfristig von der wirtschaftlichen Dynamik des Landes profitieren, die den Produzentenpreisindex im Juli hat um 3,4 Prozent steigen lassen im Vergleich mit dem Vorjahr.
Auf diese Weise wird immer deutlicher, daß das Land die deflationäre Phase der vergangenen Jahrzehnte überwunden haben dürfte. Aus diesem Grund können auch die Zinsen weiter angehoben werden und auf diese Weise die Währung beflügeln. Genau das ließ sich am Donnerstag in Südkorea nach einer überraschenden Zinserhöhung beobachten.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @cri
Bildmaterial: AP, FAZ.NET
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| Rohöl Brent Crude | 76,10 $ | +0,86% |
| Gas | 0,33 £ | 0,00% |
| Kaffee | 1,39 $ | −2,07% |
| Zucker | 0,27 $ | --% |
| Orangensaft | 1,32 $ | −1,12% |
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| AMEX OIL | 1.077,20 | +0,60% |
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