Peso

Philipinischer Peso auf dem höchsten Stand seit 2000

17. Juli 2007 Nicht alle asiatischen Staaten koppeln ihre Währungen an den schwachen Dollar, um sich auf diese Weise Wettbewerbsvorteile zu erlangen oder zu halten. So hat beispielsweise der philipinische Peso im September des Jahres 2005 einen eindrucksvollen Aufwertungstrend gegen den Dollar etabliert.

In dessen Rahmen konnte er sich von den Kursverlusten der neunziger Jahre erholen. Mit 45,215 Pesos sind am Dienstag 20 Prozent weniger Währungseinheiten nötig, um einen Dollar erwerben zu können, als noch im September des Jahres 2005. Alleine in den vergangenen beiden Tagen konnte die Währung des Landes etwas mehr als ein Prozent aufwerten. Inzwischen hat sie nicht nur den höchsten Stand seit knapp sieben Jahren erreicht, sondern zumindest der Trend deutet auf eine weitere Aufwertung hin.

Dollarschwäche als Grund für die Aufwertung?

Auf der einen Seite mag die Ursache für diese Entwicklung in der ausgeprägten Dollarschwäche der vergangenen Wochen zu finden sein. Allerdings wertete die philipinische Währung in den vergangenen zweieinhalb Jahren auch gegen den Euro auf, auch wenn die Dynamik in den vergangenen Monaten etwas abgenommen hat.

Die Aufwertung lässt sich ähnlich erklären wie in anderen Schwellenländern. So hat sich die Wirtschaft des Landes offensichtlich von der Krise der neunziger Jahre erholt. Die Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes zeigten in den vergangenen Jahren im Trend nach oben. Mit einem Plus von 6,91 Prozent im ersten Quartal erreichte sie den höchsten Stand seit dem dritten Quartal des Jahres 2000. Der Trend zeigt weiterhin nach oben.

Gleichzeitig hat sich die Inflationsrate in den vergangenen beiden Jahren deutlich zurückentwickelt und scheint sich auf einem vergleichsweise tiefen Niveau zu halten. Nach einer Inflationsrate von 8,6 Prozent noch im Dezember des Jahres 2004 lag das philipinische CPI Ende Juni des laufenden Jahres noch bei 2,3 Prozent. Die Zentralbank hält den Leitzins schon seit Oktober des Jahres unverändert bei sechs Prozent, versucht jedoch mit anderen Mitteln, die Inflationsentwicklung unter Kontrolle zu halten. Dazu dürfte auch die Aufwertung der Währung beitragen.

Gastarbeiter und Anleger halten den Peso stark

Die Stärke der Währung Peso ist eine Folge des Zahlungsbilanzüberschusses, der in den vergangenen Monaten im Trend zugenommen hat. Dieser wiederum lässt sich einerseits auf gut laufende Exporte, vor allem jedoch auf Kapitalzuflüsse zurückführen. Sie kommen einerseits von Übertragungen aus dem Ausland, die philippinische Gastarbeiter aus aller Welt an ihre Familien im Inselstaat tätigen. Im Jahr 2006 dürften die Übertragungen 14 Milliarden Dollar erreicht haben - das sind mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Auf der anderen Seite dürften auch die internationalen Anleger von der boomenden Börse des Landes und nicht zuletzt auch relativ attraktiver Anleiherenditen angezogen werden. Die Rendite zehnjähriger Papiere in Landeswährung liegt bei sieben Prozent und der Trend an der Börse zeigt weiterhin nach oben. Der Philippine Stock Exchange PSEi Index hat seit Dezember des Jahrs 2002 knapp 300 Prozent zugelegt. Mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinnverhältnis von 21 sind sie jedoch keinesfalls mehr günstig.

Aus diesem Grund dürfte man die Währung etwas kritisch betrachten müssen, auch wenn das Land in den vergangenen Jahren die Währungsreserven deutlich auf zuletzt 26,3 Milliarden Dollar Ende Juni hat erhöhen können. Denn sollten die internationalen Anleger - aus welchen Gründen auch immer - ihren Risikoappetit zügeln, so dürften das vor allem die Schwellenländer zu spüren bekommen. Und damit auch ihre Währungen. Kurzfristig betrachtet deuten jedoch die Argumente auf eine weitere Aufwertung des Pesos hin.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: Daten: Banco Central Pilipinas; Grafik: FAZ.NET, FAZ.NET

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