Allzeithoch

Euro setzt Höhenflug fort

28. Februar 2008 Mit einem Kurs von 1,5210 Dollar erreicht der Dollar am Donnerstag erneut ein Rekordtief gegen den Euro, nachdem die europäische Währung am Mittwoch zum ersten Mal seit ihrer Einführung die Marke von 1,50 Dollar überwunden hatte.

Beobachter führen den jüngsten Höhenflug des Euro auf eine Kombination aus schwachen amerikanischen Konjunkturdaten und der Aussicht auf weitere amerikanische Zinssenkungen zurück. Das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten hat im vierten Quartal des vergangenen Jahres nach Angaben des Bureau of Economic Analysis 0,6 Prozent betragen. Das ist weniger als erwartet.

Die amerikanischen Konjunkturdaten fallen enttäuschend aus

Auch am amerikanischen Arbeitsmarkt zeigen sich Schwächezeichen. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen ist bis Mitte Februar auf 2,8 Millionen Personen gestiegen. Das ist der höchste Stand seit September des Jahres 2005. Da in den vergangenen Tagen auch andere Daten auf eine ausgeprägte Schwäche der amerikanischen Konjunktur hindeuten, gehen viele Devisenhändler davon aus, dass die amerikanische Zentralbank den Leitzins weiter senken wird, um auf diese Weise zusammen mit einem Konjunkturprogramm der Regierung die Wirtschaft wieder zu beflügeln.

Der Leitzins wurde seit Mitte des vergangenen Jahres in sechs Schritten von 5,25 auf zuletzt drei Prozent gesenkt, obwohl die Inflationsrate nach oben tendiert und obwohl sich der Erzeugerpreisindex im Januar mit einem Stand von 7,4 Prozent auf Jahresbasis auf dem höchsten Niveau seit dem Oktober des Jahres 1981 befindet. Zusammen mit deutlich nach oben tendierenden Importpreisindizes deutet vieles auf einen starken Inflationsdruck im Land der bisher unbegrenzten Möglichkeiten hin.

Vereinigte Staaten: Zinssenkungen „ohne Rücksicht auf Verluste“?

Das werde die amerikanische Zentralbank jedoch nicht davon abhalten, den Leitzins noch weiter zu senken, vermuten Spekulanten und Anleger. Um sich gegen den Inflationsdruck zu schützen und um von der größer werdenden Zinsdifferenz zwischen Europa und Amerika zu profitieren, verkaufen sie den Dollar gegen andere Währungen und gegen Rohstoffe und Edelmetalle. So erreicht nicht nur der Euro ein Rekordniveau nach dem anderen, sondern auch die Preise von Gold, Silber, Platin und den verschiedensten Rohstoffen laufen dynamisch nach oben. Inzwischen ist eine Feinunze Gold soviel wert wie nie zuvor: Sie kostet am Donnerstag 962,86 Dollar.

Handelsteilnehmer sind sich trotzdem sicher, dass der Höhenflug der Einheitswährung noch nicht beendet ist. „Der Dollar ist derzeit ein Sell“, sagt ein Händler. Der Nachrichtenfluss aus den Vereinigten Staaten werde auf absehbare Zeit negativ bleiben. Einzelne Strategen prognostizieren Kursziele von bis 1,56 Dollar je Euro in den kommenden Tagen und Wochen. Aufgrund aufgekommenen Dynamik im Markt sind solche Kursbewegungen wohl nicht ausgeschlossen.

Allerdings geben kritische Analysten zu bedenken, dass der Euro inzwischen deutlich überbewertet sei. Sie rechnen ferner damit, dass der schwache Dollar die Weltwirtschaft dämpfen und indirekt auch das Wachstum in Europa bremsen werde. Darauf werde die europäische Zentralbank reagieren und ihrerseits etwas gegen die starke Währung unternehmen müssen. Spätestens dann werde es zu einer Gegenbewegung kommen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: dpa, FAZ.NET

 
Tops & FlopsKursProzent
EUR/HKD 11,1329 +0,00
EUR/SGD 2,0453 +0,00
EUR/SEK 9,4601 +0,00
EUR/NZD 2,1298 +0,00
EUR/AUD 1,7472 +0,00
EUR/NOK 8,0160 +0,00
Rohstoffe
NamePunkteProzent
Gold 802,80 +0,00
Silber 12,22 +0,00
Platin 1361,00 -2,09
Palladium 267,50 -5,14
Öl 104,17 -3,09
von  Betrag 
nach  Ergebnis 
Berechnen
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche

F.A.Z. Electronic Media GmbH 2001 - 2008

Quellen: IS.eFinance Solutions using Deutsche Börse AG, Morningstar und weitere. IS.eFinance Solutions implemented and powered by Interactive Data Managed Solutions AG, ©  1999-2007. Alle Börsendaten werden mit 15 Minuten Verzögerung dargestellt.